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Lokales Mit dem Feinstaub-Rucksack durch Leipzig
Leipzig Lokales Mit dem Feinstaub-Rucksack durch Leipzig
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13:49 03.04.2019
Im Rucksack versteckt: Ein Datenlogger, der als Zentrale alle Ergebnisse speichert, ein Ruß-Messgerät, ein Partikelmasse-Sensor und ein GPS-Tracker, der die Routen dokumentiert. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

So schwer wie zwei Pakete Milch und etwas größer als ein handelsübliches DIN-A 4-Papier – der Feinstaubrucksack des Leipziger Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (Tropos) unterscheidet sich optisch kaum von einem kleinen Sportbeutel. Wenn da nicht die Antenne wäre, die deutlich aus dem Inneren herausragt. Die portable Apparatur soll künftig die Luftqualität im Stadtgebiet dokumentieren. Für das Pilotprojekt sucht das Institut in Paunsdorf nun Leipziger, die ihre alltäglichen Wege mithilfe der Instrumente im Rucksack minutiös überwachen wollen. „Luft in Leipzig“ heißt die Initiative, die Freiwillige zur wandelnden Messstation macht.

Mobilität für mehr Varianz

Tropos-Direktor Professor Andreas Macke macht schnell klar, was das Projekt von der Arbeit des Umweltbundesamtes unterscheidet. Letzteres, erklärt er, führe zwar bundesweit Messungen zur Feinstaub- und Rußbelastung durch, könne aber nicht dutzende Stationen in einer Stadt wie Leipzig installieren. „Das Amt macht stationäre Messungen, die wir um eine mobile Komponente ergänzen.“ Die Untersuchungen seien dazu da, Menschen für das Thema Luftverschmutzung zu sensibilisieren und aktiv werden zu lassen. Citizen Science (Bürgerwissenschaft) nennt das die Forschung, ein Hand-in-Hand von Laien und Forschern. Die Untersuchungen des Instituts laufen daher unter dem Verbundprojekt „WTimpact“, das genau dieses Anliegen verfolgt.

Ergebnisse selbst überwachen und kategorisieren

Die erste von insgesamt drei Feldphasen startet am 8. April. Das Team vergibt dafür fünf Rucksäcke, die Freiwillige jeweils eine Woche lang tragen. Dann geht es zur Auswertung. In den sieben Tagen laufen GPS-Tracker und Messgeräte auf Hochtouren – solange bis die Tester das System ausschalten. Die gesammelten Daten werden anschließend verarbeitet und aufbereitet. „Die Testperson kann auf die Ergebnisse über eine App oder das Login auf unserer Seite zugreifen“, erläutert Tropos-Mitarbeiterin Denise Assmann, die für die Betreuung der Tester zuständig ist.

Jens Voigtländer vom Tropos-Institut zeigt den Feinstaubrucksack, der seine Daten ans Handy übermittelt. Quelle: Kempner

Ein Handy gibt es für den Untersuchungszeitraum noch oben drauf. „Die Leute können damit ihre Route nachverfolgen, sehen, wo die Belastung besonders hoch oder besonders gering ist.“ Dazu dient ein Farbleitsystem, das, wie die 31-Jährige verspricht, selbsterklärend sei. Weitere Angaben sind zudem nicht nur möglich, sondern sogar gewünscht. Zum Beispiel, ob es geregnet hat oder eine Straße mit viel Verkehr in der Nähe war. Allesamt Informationen, die helfen sollen, die räumliche und zeitliche Verteilung von Feinstaub und Ruß im urbanen Raum zu präzisieren. Außerdem gibt es noch einen Fragenkatalog vor und nach der Testphase. „Damit wir sehen, ob unsere Probanden auch etwas gelernt haben“, begründet Denise Assmann.

Das gesamte Projekt stützt auf Vertrauen. Nicht nur im Hinblick auf die Technik, sondern auch auf die Messungen. „Wer das Gerät dauerhaft an einen Auspuff hält, den können wir davon nicht abhalten“, sagt Institutsdirektor Macke. Doch hoffe er darauf, dass den Leipzigern daran gelegen ist, zu erfahren, „wie sauber ihre Stadt wirklich ist“.

Von Lisa Schliep

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