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Lokales Mitteldeutscher Verkehrsverbund steigert Einnahmen – weniger App-Nutzer
Leipzig Lokales Mitteldeutscher Verkehrsverbund steigert Einnahmen – weniger App-Nutzer
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11:01 25.06.2018
Trubel an der Straßenbahn Haltestelle vor dem Hauptbahnhof in Leipzig. (Archivfoto) Quelle: André Kempner
Leipzig

Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV), zu dem auch die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) gehören, konnte seine Einnahmen im vergangenen Jahr erneut steigern. Wie es im Bericht an die Stadträte heißt, konnten anno 2017 insgesamt 9,6 Millionen Euro eingenommen werden – das sei eine Steigerung um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Um letztlich mit einem ausgeglichenen Ergebnis abschließen zu können, seien aber trotzdem 2,477 Millionen Euro an Zuschüssen der Gesellschafter notwendig gewesen. Dazu gehört unter anderem auch die Stadt Leipzig, die mit 16 Prozent am MDV beteiligt ist.

Wie es weiter im Bericht heißt, soll der Verkehrsverbund zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 um weitere Regionen in Sachsen-Anhalt erweitert werden. Dazu gehören die Stadt Dessau-Roßlau und die Landkreise Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg. Der MDV erhofft sich durch die Erweiterung täglich etwa 10.000 Fahrgäste zusätzlich. Bisher nutzen im Durchschnitt mehr als 600.000 Menschen täglich die Verkehrsunternehmen im Verbund.

40 Millionen Fahrplanauskünfte aufs Smartphone

Der Ticketumsatz über die App easy.GO stieg im vergangenen Jahren auf 2,4 Millionen Euro jährlich und macht inzwischen 3,6 Prozent bei den Gelegenheitsnutzern aus, hieß es. Insgesamt seien über diesen Weg mehr als 40 Millionen Fahrplanauskünfte erteilt worden. Die Zahl der Nahverkehrsnutzer, die über easy.Go ihre Ticket kaufen, sei allerdings auf 60.000 gesunken – ein Minus von 3,3 Prozent.

Im März 2018 wurden mit dem Projekt „Neuseenland in Fahrt“ auch drei neue, touristisch gepärgte Buslinien in Betrieb genommen – die Linien 101, 105 und 106 verbinden Cospudener, Markkleeberger, Zwenkauer, Störmthaler und Hainer See via Böhlen und Markkleeberg mit der Messestadt. Im kommenden Jahr soll dann auch eine Anbindung an weitere Kommunen folgen, heißt es.

Fahrpreiserhöhungen ab 1. August

Was nicht im Bericht des MDV steht: Zum 1. August 2018 werden in Leipzig erneut die Preise für Bus und Bahn angehoben. Die Gesellschafterversammlung des MDV hatte bereits Ende März die Tariferhöhung beschlossen. Bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) werden die Tickets damit ebenso wie in Halle/Saale um durchschnittlich 3,5 Prozent teurer. Der Preis für einen Einzelfahrschein soll dann von aktuell 2,60 auf 2,70 Euro steigen. Zum Vergleich: 2011 hatte das Ticket in Leipzig noch 2,10 Euro gekostet – das entspricht einer Steigerung von knapp 29 Prozent in sieben Jahren.

Die Ankündigungen waren erwartungsgemäß auch bei einigen Lokalpolitiker auf viel Kritik gestoßen. Trotz Einnahmensteigerung „wird von mir verlangt, einer Fahrpreiserhöhung zuzustimmen, die wie jedes Jahr wieder als alternativlos dargestellt und mit allgemeinen Kostensteigerungen begründet wird. Das ist mir immer noch viel zu dünn und deshalb habe ich auch diesmal nicht zugestimmt“, schrieb MDV-Aufsichtsrat Ansbert Maciejewski (CDU) damals auf seinem Blog.

Für Linken-Stadträtin Franziska Riekewald, die ebenfalls als eine von vier Leipziger Vertretern im Aufsichtsrat sitzt, ist es ein Unding, dass vor allem bei Schülerkarten wieder mehr verlangt werde. „Man könnte meinen, der MDV hat vergessen, dass heutzutage kaum noch ein Schüler in Leipzig ab Klasse 5 zur Schule laufen kann. Für diese Tatsache werden jetzt die Eltern mit einer enormen Preissteigerung bestraft“, so Riekewald in einer Stellungnahme.

Von Matthias Puppe

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