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Lokales Mölkauer protestieren gegen immer mehr Verkehr
Leipzig Lokales Mölkauer protestieren gegen immer mehr Verkehr
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10:01 19.03.2019
An der Aktion beteiligen sich viele Mölkauer – hier vor dem Gemeindeamt.
An der Aktion beteiligen sich viele Mölkauer – hier vor dem Gemeindeamt. Quelle: Foto: Dirk Knofe
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Leipzig

„Wir ersticken im Verkehr!“ und „Verkehrsflut endlich stoppen“ steht im Leipziger Osten auf Transparenten des neu gegründeten Bürgervereins „Initiative pro Mölkau“. Der Verein vertritt vor allem die Interessen der Mölkauer und von Teilen der Stötteritzer. „Durch Mölkau fahren auf der Route des Mittleren Rings täglich etwa 20 000 Kraftfahrzeuge“, schildert Vereinsmitglied Ulrich Rohland den Grund für die Transparent-Aktion. Die Verkehrsbelastung werde immer extremer. „Die Autos erzeugen an vielen Häusern Lärmwerte oberhalb der Grenzwerte und verpesten insbesondere an den drei zu passierenden Ampeln im Stau die Luft.“

Verkehrsbelastung immer extremer

Zusätzlich zum Verkehr des Mittleren Rings rolle noch beträchtlicher Stadt-Umland-Verkehr durch Mölkau – vor allem die Engelsdorfer und die Zweinaundorfer Straße sind viel befahrene Ein- beziehungsweise Ausfallstraßen geworden. „Wäre die Geithainer Straße wieder befahrbar, dann würde wenigstens die Engelsdorfer Straße entlastet“, so Rohland. „Aber seit 2017 ist die altersschwache Brücke über die Bahn gesperrt und in der Prioritätenliste der Stadt steht deren Erneuerung ganz weit hinten.“ Das Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt suche seit mehreren Jahren vergeblich nach einer umfeldverträglichen Möglichkeit zur Reduzierung der extremen Verkehrsbelastung.

Die Bürgerinitiative hat sich deshalb die Verlagerung des Durchgangsverkehrs an die Bahntrasse (Bahnvariante des Mittleren Rings Ost/Südost) auf die Fahne geschrieben. Diese Verkehrsführung würde einen behinderungsarmen Verkehrsfluss gewährleisten, beanspruche nur wenig Gelände und die Anwohner könnten durch aktiven Lärmschutz wirksam vor Verkehrslärm geschützt werden, heißt es.

Bahnvariante gefordert

Gegen diesen Lösungsvorschlag macht – wie berichtet – der Bürgerverein Sellerhausen/Stünz Front. Er sieht in der neuen Trasse eine „Zerstörung des Stünzer Parks“. Die Mölkauer halten dies für falsch. Sie argumentieren, dass lediglich „eine zweistreifige Straße“ entstehen werde und „der den Park begrenzende Bahndamm lediglich um etwa zehn Meter verbreitert“ werden müsse. „Der Park dehnt sich etwa 700 Meter weit vom Bahndamm aus, eine Zerstörung des Parks ist damit nicht begründbar“, so Rohland. „Die Ignoranz der Stadt gegenüber der belastenden Situation in den Wohngebieten von Mölkau und Stötteritz lässt nur noch einen Schluss zu: Es reicht!” Um die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen, werde die Transparent-Aktion in den nächsten Tagen und Wochen weitergeführt.

www.initiative-pro-moelkau.de

Von Andreas Tappert