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Lokales Nabu kritisiert Auenprogramm des Freistaats: „Jetzt müssen Taten folgen“
Leipzig Lokales Nabu kritisiert Auenprogramm des Freistaats: „Jetzt müssen Taten folgen“
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12:01 09.07.2019
Begradigt: Die Luppe fließt auenuntypisch zwischen Lützschena und Wahren in Leipzig. Quelle: André Kempner
Leipzig

Gut gemeint, aber zu kurz gesprungen ist nach Meinung des Naturschutzbundes Sachsen (Nabu) das Sächsische Auenprogramm, das der Freistaat vor wenigen Tagen herausgegeben hat. Insbesondere konkrete Maßnahmen fehlten, kritisieren die Umweltschützer. Dabei befinden sich nur drei Prozent der sächsischen Fließgewässer in einem guten ökologischen Zustand, wie der Freistaat selber in dem Papier zugeben muss. Die Zeit dränge also, so der Nabu.

Das Auenprogramm, im Koalitionspapier von CDU und SPD fest versprochen, bewegt sich überwiegend in der Analyse der Probleme. Hochwasserschutz, Naturschutz, Landwirtschaft, Forstwirtschaft – sie alle reden mit, wenn es um die Revitalisierung der Auen geht, die vom Freistaat als Ziel formuliert wird. Die Förderung der Biodiversität und der Erhalt auentypischer Lebensräume müsse jedoch oberste Priorität haben, fordert der Nabu. „Diese Ziele dürfen nicht dem Hochwasserschutz oder wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werden“, so Maria Vlaic vom Nabu-Zentrum für Auenentwicklung Sachsen in Leipzig. „Es fehlt eine klare politische Weichenstellung“, meint sie.

Projekte der Kooperation müssen folgen

Zwar würden die Naturschutzverbände im Auenprogramm als Partner etwa bei der Umweltbildung, der Bewirtschaftung oder beim Flächenerwerb benannt. „Dem müssten nun aber auch schnell konkrete Projekte der Kooperation folgen – insbesondere verbunden mit der notwendigen Förderung der ehrenamtlichen Arbeit der Verbände oder einem erleichterten Flächenerwerb“, erklärt der Nabu Sachsen. Stattdessen werde auf aktuelle Fördermöglichkeiten verwiesen, „die bislang schon nicht gegriffen haben“, erklärt Vlaic.

Positiv sei, dass der Freistaat Handlungsbedarf benenne in Regionen, in denen sich der Nabu seit Jahren engagiere, etwa in der Auenlandschaft im Raum Leipzig. Hier erhoffe sich der Nabu jetzt eine Unterstützung und Koordinierung der notwendigen Naturschutzmaßnahmen, „sodass Land, Kommunen und Verbände kurzfristig Maßnahmen umsetzen, um den Zustand schnell und großflächig zu verbessern“, heißt es in einer Erklärung. Vlaic fasst es kürzer zusammen: „Jetzt müssen Taten folgen.“

Von Jörg ter Vehn

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