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Lokales Südlicher Auwald in Leipzig wird bald regelmäßig geflutet
Leipzig Lokales Südlicher Auwald in Leipzig wird bald regelmäßig geflutet
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10:31 08.03.2019
Gut für den Auwald: Seit gut einer Woche ist der südliche Auwald auf fünf Hektar Fläche künstlich geflutet. Umweltamtsleiterin Angelika Freifrau von Fritsch (l.) und Uta Zäumer sind froh über die Maßnahme, die typische Baumarten fördert. Quelle: Foto: Jörg ter Vehn
Leipzig

Nasse Füße bekommen derzeit die Bäume im südlichen Auwald. Das Flutungs-Pilotprojekt in Schleußig auf einer Fläche zwischen Weißer Elster und dem Wirtschaftsweg „Die Linie“ dient dem Naturschutz und gibt einen Vorgeschmack auf künftige Flutungen, die durch ein deutlich größeres Vorhaben geplant sind.

Ganz schön nass: So sieht der südliche Auwald bei Schleußig derzeit aus. Quelle: Jörg ter Vehn

Uta Zäumer vom Amt für Umweltschutz begleitet das Projekt von Anfang an. 1993 noch vom damaligen Naturschutzamt gestartet, habe sie es all die Jahre fortführen können, erzählt sie. Die regelmäßige Flutung im Frühjahr für maximal 14 Tage zur Zeit der Schneeschmelze simuliere ein Stück weit die typische Auendynamik.

Überflutungen führten zur Hartholzaue

Hintergrund: Früher hatte es regelmäßig kleinere Überflutungen gegeben, in deren Folge über Jahrhunderte die heute noch typische Hartholzaue entstand. Wie berichtet, ist diese durch die Flussregulierungen der Dreißiger Jahre im vorigen Jahrhundert und die Grundwasserabsenkungen wegen des Braunkohleabbaus in Gefahr. Dem Wald fehlen die kleinen Hochwässer.

Für die künstliche Flutung wurde jetzt Ende Februar wieder das obere Paußnitzsiel geschlossen. Der Bach staute sich, trat über seine Ufer, flutete über das alte Grabensystem des Waldes eine gut fünf Hektar große Fläche. Nachteil: Die dortigen Waldwege sind für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Bis Anfang nächster Woche bleibe die Flutung bestehen, so Angelika Freifrau von Fritzsch, die Leiterin des Amtes für Umweltschutz.

Spitzahorn geht auf Testfläche zurück

Auf der Testfläche habe die regelmäßige Flutung viel gebracht, erzählt sie. Das Hellriegel-Institut führe regelmäßig eine Kartierung der dortigen Bestände durch. Ergebnis: Der für den Auwald untypische Spitzahorn-Anteil sei auf der Fläche zurückgegangen, auwaldtypische Gehölze wie auch die Feldulmen seien gefördert worden. „Langfristig könnte sich die Flutungsfläche tendenziell sogar zu einem wasserschwertlilien- und erlenreichen Typ des Auwaldes entwickeln, der heute sehr selten ist“, erklärt Zäumer. Auch die Fauna habe sich schon spezialisiert, vermehrt seien feuchtigkeitsliebende Tiere wie besondere Schnecken- und Käferarten eingewandert

Mit Schildern wie diesem wird die künstliche Flutung Spaziergängern erklärt. Quelle: Jörg ter Vehn

Gleichwohl könne der jetzige feuchte Zustand nicht dauerhaft sein. „Staunässe ist für die Pflanzen nicht günstig“, sagt von Fritsch. Und nach mehreren Wochen nähmen selbst die auwaldtypischen Eichen Schaden.

Großvorhaben „Dynamische Aue“

Nach 27 Jahren als Pilotprojekt – „es ist wohl das längste in Deutschland“, schmunzelt Zäumer – soll die Fläche mittelfristig Teil des Vorhabens „Dynamische Aue“ werden. Dafür soll in Höhe des Paußnitzsieles ein Deichdurchlass entstehe, der bei einem leichten Hochwasser der Weißen Elster, wie es etwa alle zwei Jahre vorkommt, automatisch Wasser in die Aue bringt. Über das alte Grabensystem des Waldes werde so eine Fläche von rund 20 Hektar vernässt, erklärt von Fritsch. Über kleinere Durchlässe und Gräben ströme das Wasser langsam nördlich durch den Wald, fließe über ein Siel südlich des Schleußiger Weges wieder zurück in die Weiße Elster. Auch der Wirtschaftsweg „Die Linie“ bleibe frei.

Genehmigt sei das Vorhaben inzwischen, so von Fritsch. Die Landestalsperrenverwaltung werde das Vorhaben als Ausgleichsmaßnahme für die Abholzungen während der Flut 2011/2012 umsetzen.

Der zuständige Talsperrenleiter Axel Bobbe bestätigte das. Aktuell laufe für die nötige Deichschlitzung bei der Landesdirektion aber noch das Planfeststellungsverfahren . Wenn alles gut gehe, könne er danach die Vereinbarung zum Bau mit der Stadt schließen, anschließend die konkreten Unterlagen erarbeiten lassen und ausschreiben. „Ich rechne dann 2021 mit der Umsetzung“, erzählt Bobbe.

Von Jörg ter Vehn

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