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Nach Demonstration in Leipzig: Erneuter Aufmarsch von „Querdenken“ erwartet 

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11:35 18.11.2020
Nach der Demonstration der Stuttgarter Initiative „Querdenken“ kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern und der Polizei. An der Kundgebung gegen die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Maßnahmen nahmen mehrere Tausend Menschen teil. Quelle: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbil
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Leipzig

Zwei Wochen nach der zeitweise völlig außer Kontrolle geratenen „Querdenken“-Demonstration könnte es in Leipzig erneut zu Aufmärschen von Gegnern der Corona-Maßnahmen kommen. „Uns sind entsprechende Aufrufe für den 21. November in den sozialen Netzwerken und Chatgruppen bekannt“, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Leipzig am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Diese würden nun ausgewertet. „Aus unseren gewonnenen Erkenntnissen erfolgt dann eine Einsatzplanung.“ Zuvor hatte die „Leipziger Volkszeitung“ (Dienstag) berichtet.

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Anders als am 7. November, als sich Zehntausende auf dem Leipziger Augustusplatz zu einer „Querdenken“-Demonstration versammelt hatten, gibt es nun aber keine offizielle Anmeldung zu einer Kundgebung. Nach derzeitigem Stand liege nichts dergleichen für eine Demonstration von „Querdenken“ oder anderen Gegnern der Corona-Maßnahmen vor, sagte ein Sprecher der Stadt am Dienstag. Man beobachte aber natürlich auch die Aufrufe in den sozialen Netzwerken.

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Zudem hat die Stadt beim Landesamt für Verfassungsschutz angefragt, ob zu der Versammlung nähere Erkenntnisse vorlägen. Auf Anfrage machte die Behörde am Dienstag aber noch keine Angaben. Nach intensiver Prüfung wolle man sich in den kommenden Tagen äußern, hieß es.

Es gibt nach Angaben der Stadt für den 21. November derzeit sechs angemeldete Versammlungen von anderen Gruppen, die unter anderem das Andenken der Friedlichen Revolution von 1989 schützen wollen. Die „Querdenken“-Initiative hatte am 7. November das Motto „Freiheit durch Einheit. Die zweite friedliche Revolution“ verwendet und damit erhebliche Kritik ausgelöst.

Leipzig nimmt Platz“ hat Versammlungen auf dem historischen Nikolaikirchhof und auf dem Augustusplatz angemeldet

Das Aktionswerk „Leipzig nimmt Platz“ hat für diesen Samstag Versammlungen auf dem historischen Nikolaikirchhof und auf dem Augustusplatz angemeldet. Das „Querdenken“-Netzwerk wolle - Bezug nehmend auf 1989 - die Geschichte für sich vereinnahmen, sagte Irena Rudolph-Kokot vom Aktionsnetzwerk. „Dabei stellen sie den unsäglichen Vergleich zu der Situation in der DDR her und ziehen damit die Friedliche Revolution und damit auch ein Stück der Geschichte Leipzigs in den Dreck.“

Laut der Zeitung ruft ein „Querdenken“-Ableger aus Thüringen zu der spontanen Demonstration am 21. November in Leipzig auf und beruft sich auf das Recht, sich auch ohne Anmeldung friedlich ohne Waffen versammeln zu dürfen. Geplant ist auch ein Marsch oder Spaziergang auf dem Leipziger Innenstadtring. Auf Flyern, die im Netz verbreitet werden, heißt es: „Zeit, es zu beenden! Auf den Ring“.

Bei der Kundgebung am 7. November hatten die meisten der mehr als20 000 Teilnehmer keine Schutzmaske getragen und sich auch nicht an die Abstandsregeln gehalten. Nach der Auflösung der Versammlung erzwangen sie einen Marsch in der Innenstadt über den Ring, nach dem Vorbild der Friedlichen Revolution von 1989. Die Landesregierung hatte nach der chaotischen Demonstration die Teilnehmerzahl bei Versammlung in Sachsen auf maximal 1000 Menschen begrenzt.

Von RND/dpa