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Lokales Nach Freiwilligendienst: Zertifikate für 150 Freiwillige in Leipzig
Leipzig Lokales Nach Freiwilligendienst: Zertifikate für 150 Freiwillige in Leipzig
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10:01 04.09.2019
Zertifikatsübergabe an 150 Absolventen des Freiwilligendienstes. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Ziemlich genau zwei Jahre ist es jetzt her, dass ich im Erfurter Rathaus saß. In diesem ehrwürdigen Gebäude mit seiner einzigartigen Architektur fiel der Startschuss für das neue Jahr der Freiwilligendienste im Bereich Kultur. Ein Jahr später – der Schauplatz diesmal war der Thüringer Landtag – hielt ich stolz mein Zertifikat in der Hand. Vor hohem Publikum durfte unser Jahrgang erzählen, was das Jahr für uns bedeutet hat, wie wichtig der Dienst für uns war und wie die Seminare uns verbunden haben.

Gelungene Integration

Umso gespannter war ich, wie dieser Tag in Sachsen beim Freiwilligen Sozialen Jahr und dem Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung aussieht. Unter dem Motto „Aufbruch – auf in neue Welten“ hatten sich 150 Freiwillige aus ganz Sachsen in der Kulturfabrik versammelt. Es wurden kulturelle Beiträge und Projekte der jungen Menschen gezeigt, das Jahr zusammen mit den Einsatzstellen reflektiert. Und dann gab es auch hier die Zertifikate.

Mohammad Khaitou hat sich besonders darüber gefreut. Er ist 23 Jahre alt, floh 2015 aus Syrien und absolvierte seinen Freiwilligendienst bei interaction Leipzig. „Das Jahr war für mich eine hervorragende Möglichkeit, mich zu integrieren. Bei der Übersetzungsarbeit, die ich in der Einsatzstelle geleistet habe, oder an den Seminar-Abenden, wo ich mit den Freiwilligen zusammen am Lagerfeuer Musik gemacht habe.“ All das habe ihm geholfen, sich hier willkommen zu fühlen. Weitergehen soll es für Khaitou jetzt aber in einer anderen Richtung: „Ich möchte Biologie studieren – am liebsten an der Universität hier in Leipzig.“

Zahl der Bewerber geht zurück

Inga Voigt ist Koordinatorin bei der Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ). Diese ist Träger der Freiwilligendienste. Sie betont die unterschiedlichen Möglichkeiten: „Wir haben Schulen, Gedenkstätten, Jugendclubs, Theater und vieles mehr.“ Eins aber bekommen die Freiwilligen überall geboten: praktische Erfahrungen und neuen Kontakte.

Nichtsdestotrotz geht die Anzahl an Bewerbungen zurück, zwölf Plätze in Sachsen sind noch nicht besetzt. Voigt erklärt sich das durch die zahlreichen Möglichkeiten, die sich jungen Menschen nach dem Schulabschluss bieten: „Viele entscheiden sich dann doch für Ausbildung, Studium oder Auslandsjahr.“

Neue Erfahrungen und neue Freundschaften

Auch Franziska Vorberger von der Musikvermittlung des Gewandhauses in Leipzig ist noch auf der Suche. „Zu allen Freiwilligen – und das sind immerhin elf – haben wir noch Kontakt. Mit einer Ausnahme sind auch alle dem Kultursektor treu geblieben.“ Der Bundesfreiwilligendienst, der in diesem Jahr das FSJ im Gewandhaus nach elf Jahren ablöst, biete den jungen Menschen eine praktische Orientierung und vielseitige Aufgaben.

Bestätigen kann das Konrad Lenz, der bereits vor einer Woche seinen Dienst im Orchesterbüro des Gewandhauses angetreten hat. „Mein späterer Beruf soll auf jeden Fall etwas mit Musik zu tun haben. Hier kann ich erste praktische Erfahrungen sammeln. Zudem sind die Leute alle sehr offen für neue Ideen.“

Am Montag sind die neuen Freiwilligen des Jahrgangs 2019/20 in ihren Dienst gestartet. Auf sie wartet ein spannendes Jahr – in jedem Fall wird eines, das in vielerlei Hinsicht Orientierung bietet. Und wer weiß: Vielleicht haben sich die Freiwilligen schon für ein Ehemaligentreffen verabredet – so wie unser Thüringer Jahrgang das am Sonnabend tun wird.

Von Hendrik Schirner

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