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Lokales Nach Rathaus-Beben in Hannover: Der aktuelle Überblick zur Leipziger OBM-Wahl
Leipzig Lokales Nach Rathaus-Beben in Hannover: Der aktuelle Überblick zur Leipziger OBM-Wahl
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08:30 12.11.2019
Bereits nominiert (v.l.): Franziska Riekewald (Die Linke), Christoph Neumann (AfD), Katharina Krefft (Bündnis 90/Die Grünen) und Amtsinhaber Burkhard Jung (SPD). Quelle: Montage: Antje Henselin-Rudolph
Leipzig

In Hannover wurde am Wochenende ein Oberbürgermeister von Bündnis 90/Die Grünen an die Rathausspitze gewählt: Belit Onay. Erstmals seit 1946 führt kein SPD-Mann die Rathausgeschäfte in der Partnerstadt. In Leipzig laufen sich derweil die Kandidatinnen und Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl am 2. Februar 2020 warm. Für Bündnis 90/Die Grünen will hier Katharina Krefft das Rathaus erobern. Drei weitere Bewerber stehen schon fest. Mit wem ist noch zu rechnen? Der aktuelle Überblick zur OBM-Wahl in Leipzig.

SPD

Burkhard Jung. Quelle: Christian Modla

Oberbürgermeister Burkhard Jung (61, Lehrer) steigt in den Ring für eine dritte Amtszeit. Die SPD hat ihn auf einem Parteitag Ende September ins Rennen geschickt. Zu seiner Nominierung hatte der OBM angekündigt, die Entwicklung steigender Mieten abzubremsen. Mit der kommunalen Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) wolle er Sozialbauprojekte zügig umsetzen. Weiterer Schwerpunkt einer möglichen neuen Amtszeit solle ein Ausbau des Nahverkehrs werden. Das sei der Schlüssel in der Stadt-Land-Entwicklung und beim Klimaschutz. Wie seine Partei unterstützt auch Jung die Einführung eines 365-Euro-Tickets. Das Radwegenetz will Jung ausbauen und sicherer machen. Beim Städtebau will er auf mehr Gründächer und Frischluftschneisen setzen, um die Erwärmung der Stadt einzudämmen.

Bündnis 90/Die Grünen

Katharina Krefft. Quelle: André Kempner

Katharina Krefft (41, Fachärztin für Neurologie) will Leipzigs erste Oberbürgermeisterin werden. Bündnis 90/Die Grünen haben sie Mitte September nominiert. Bei einem Wahlsieg wolle sie dafür sorgen, dass sich Singles und Familien das Leben und Wohnen in de Stadt leisten könnten. Es müsse aufhören, dass sich Eltern für einen Kita-Platz „in den Nahkampf“ begeben müssen oder dass sich Kinder in überfüllte Schulen zwängen. Andererseits dürfe man die Älteren nicht vergessen, die oft mit Verdrängung aus ihren angestammten Wohnungen zu tun hätten oder über marode Gehwege stolpern müssten. Die Kommune habe Vorkaufsrechte für riesige Entwicklungsflächen nicht genutzt – so am Bayerischen Bahnhof, Jahrtausendfeld oder dem Areal westlich des Hauptbahnhofs. Das müsse sich ändern.

AfD

Christoph Neumann. Quelle: Christian Modla

Christoph Neumann (54, Diplomingenieur) geht als AfD-Bewerber in den Wahlkampf um den Posten des Oberbürgermeisters. Seine Partei hat ihn Mitte Oktober zum Kandidaten gewählt. Neumann sitzt derzeit im Deutschen Bundestag. Er kündigte an, die Zerstörungswut – darunter Straftaten wie brennende Autos oder Bagger – eindämmen zu wollen. Dazu seien mehr Polizeipräsenz und auch Streifen durch den Stadtordnungsdienst als Abschreckung notwendig. Die Verkehrsinfrastruktur müsse weiterentwickelt werden; die Anbindung des Elster-Saale-Kanals an die Wasserwege der Stadt sei ebenfalls notwendig. Neumann will dafür sorgen, dass Leipzig eine Partnerstadt in Ungarn bekommt, weil man den Ungarn viel zu verdanken habe, sagt der Bewerber.

Die Linke

Franziska Riekewald. Quelle: André Kempner

Leipzigs Linke ziehen mit Franziska Riekewald (39, Betriebswirtin) in den Wahlkampf; sie setzte sich am vergangenen Wochenende gegen Mitbewerber Dirk Feiertag durch. Riekewald will sich für moderne Formen der Mobilität einsetzen und für „ein abgestimmtes Nebeneinander der Verkehrsarten“. Als ersten Schritt in diesem Sinne sieht sie einen kostenlosen Nahverkehr für alle Menschen unter 18 und über 70 Jahren. Riekewald will, dass bei allen Neubauprojekten 50 Prozent Sozialwohnungen entstehen. Städtische Grundstücke dürften grundsätzlich nicht mehr verkauft werden. Im Fall eines Wahlsieges will sich die Linken-Kandidatin für eine „Stadt der kurzen Wege“ einsetzen – sowie insgesamt für wohnortnahe Schulplätze, mehr Spiel- und Sportplätze sowie für mehr Grünanlagen.

CDU

Sebastian Gemkow. Quelle: André Kempner

Am 18. November legt sich die CDU auf ihren Kandidaten fest. Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (41, Jurist) kandidiert als OBM-Bewerber. Seine Nominierung gilt als sicher. In einer ersten Stellungnahme hatte Gemkow ein neues Wohn- und Mobilitätskonzept angekündigt sowie eine Verringerung der Gefahren im Straßenverkehr. Nötig sei eine bessere Verknüpfung von Stadt und Umland. Die Stadt müsse sich insgesamt familienfreundlicher aufstellen. Gemkow will Rathausmitarbeitern den Rücken stärken und ihnen die Angst nehmen, falsche Entscheidungen zu treffen.

Unabhängige

Ute Elisabeth Gabelmann. Quelle: André Kempner

Ihren Hut in den Ring werfen will zudem Ute Elisabeth Gabelmann (38, Kundenservice-Trainerin), die in der vergangenen Legislatur für die Piratenpartei im Stadtrat saß. Zu ihren politischen Schwerpunktthemen zählen Stadtentwicklung und Bürgerrechte. Gabelmann will allerdings nicht für die Piraten antreten – sondern als unabhängige Kandidatin. Deshalb ist sie derzeit dabei, Unterstützerunterschriften einzusammeln. Am 28. November endet die Meldefrist im Rathaus.

FDP

Quelle: André Kempner

Bei der FDP ist die Nominierung für den 26. November vorgesehen; nach LVZ-Informationen könnte erneut Friedrich Vosberg (51, Anwalt) antreten.

Von bm

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