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Lokales Nachsorgeteam an der Kinderklinik: „Paulis Momente hilft“ spendet Netbooks
Leipzig Lokales Nachsorgeteam an der Kinderklinik: „Paulis Momente hilft“ spendet Netbooks
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00:19 05.01.2018
Glücklich über die private Netbook-Spende: Wieland Kiess, Franziska Rothe, Annett Bläser und Sven Graser (von links). Quelle: Foto: Dirk Knofe
Leipzig

Der symbolische Grundstein für eine spezialisierte ambulante pädiatrische Palliativversorgung (SAPPV) in Leipzig ist gelegt: Der Verein „Paulis Momente hilft“ hat der Uni-Kinderklinik neun Netbooks im Wert von insgesamt 12 000 Euro übergeben, um dem Nachsorgeteam endlich ein elektronisches Dokumentationssystem zu ermöglichen. Dieses System wird vor allem denjenigen zugutekommen, die es am dringendsten brauchen: den jungen Patienten.

Das Nachsorge­team der Uniklinik kümmert sich um kranke Kinder und Jugendliche und deren Familien, die nach einem Krankenhausaufenthalt wieder zurück nach Hause kommen. Insgesamt stehen jedem Kind 20 Stunden in zwölf Wochen zu. „Das elektronische System bedeutet für uns eine enorme Zeitersparnis. Bislang hatte jedes Kind bei uns eine Akte aus Papier, deren aktuelle Fassung natürlich nie allen zuständigen Ärzten gleichzeitig verfügbar sein kann“, sagt Annett Bläser, Leiterin der entwicklungsneurologischen Nachsorgeambulanz und Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin. Im Januar sollen die neuen Endgeräte eingesetzt und mit den Klinikrechnern verknüpft werden. Dass dann alle Beteiligten, vom Sozialarbeiter bis zum Psychologen, direkt mit der aktuellen Akte arbeiten können, bezeichnet Bläser als „extreme Erleichterung“.

Der Leipziger Verein „Paulis Momente... hilft“ versucht seit drei Jahren, in der Messestadt eine ambulante Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche aufzubauen. Vereinsgründer Sven Graser verlor im Dezember 2012 seinen kleinen Sohn an den Krebs. „Pauli wollte damals auf keinen Fall im Krankenhaus bleiben, und diesen Wunsch wollten wir ihm erfüllen. Doch es war nicht leicht, wir haben uns immer gefragt: Wird er auf Station nicht doch besser versorgt? Schließlich half uns eine Kinderärztin der Uniklinik. Sie betreute uns eng, bis Pauli für immer einschlafen durfte“, erzählt Graser. Seitdem kämpft er für eine ambulante pädiatrische Palliativversorgung in Leipzig. Das ist nicht einfach. Der Bedarf muss nachgewiesen werden – dabei hilft auch eine elektronische Dokumentation. Zudem muss eine solche Versorgung privat vorfinanziert werden. Der Verein sieht sich als Sprachrohr für SAPPV in Leipzig, außerdem unterstützt er kranke Kinder und Jugendliche mit verschiedenen Projekten, zum Beispiel dabei, sich einen letzten Wunsch zu erfüllen.

Die Kinderklinik schätzt die Spende der Netbooks sehr. „Ohne dieses private Engagement kommen wir heutzutage nicht mehr weiter“, sagt Wieland Kiess, Direktor der Uniklinik für Kinder- und Jugendmedizin, und deutet in Grasers Richtung. „Nachsorge ist sehr wichtig. Das elektronische Dokumentationssystem ist ein erster Schritt. Aber langfristig geht es um eine umfassende weitere Versorgung.“ Auch Bläser und Graser betonen, dass noch sehr viel zu tun sei. „SAPPV, das bedeutet 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche verfügbar sein“, sagt Bläser. Davon sei das Nachsorgeteam heute noch weit entfernt. Graser ergänzt: „Wir wollen etwas Langfristiges anstoßen. Uns ist es wichtig, dass wir uns einbringen können.“

Mehr Informationen zum Verein im Internet unter www.paulis-momente-hilft.de.

Von Sophie Aschenbrenner

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