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Lokales Nadelöhr B2: Letzte Einfallstraße von Süden nach Leipzig wird einspurig
Leipzig Lokales Nadelöhr B2: Letzte Einfallstraße von Süden nach Leipzig wird einspurig
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00:37 09.10.2019
Um die Luftschadstoffe am Floßplatz und in der Harkortstraße (rote Linie links) zu verringern, soll die Wundstraße in Richtung City zur einspurigen Trasse werden. An der Abfahrt zur Richard-Lehmann-Straße (Foto rechts) wird in den Herbstferien eine Spur gekappt und zugleich die Abfahrt mehr betont. Quelle: Grafik: Patrick Moye / Quelle: Stadt Leipzig
Leipzig

Zwischen der Leipziger City und dem Südraum wird es ab den Herbstferien überhaupt keine zweispurige Einfallstraße mehr geben. Die Stadtverwaltung setzt in der zweiten Herbstferienwoche die ersten von 50 Maßnahmen aus dem neuen Luftreinhalteplan um, teilte sie am Dienstag mit.

Eingriffe an vier Verkehrsmagistralen

Wie berichtet, plant die Kommune auch Eingriffe an vier Verkehrsmagistralen: Die Zahl der Autos in der Jahnallee, Berliner, Gerber- und Harkortstraße soll verringert werden, weil dort nach Berechnungen des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) eine besonders starke Luftbelastung mit Stickstoffdioxid herrscht.

Wundtstraße stadteinwärts bald einspurig

Autofahrer dürften besonders unter dem Wegfall einer Fahrspur auf der Wundtstraße in Richtung City leiden. Um den Floßplatz und die Harkortstraße vom Verkehr zu entlasten, werden in der zweiten Ferienwoche (21. bis 27. Oktober) in Connewitz neue Markierungen an der Abfahrt der B2 zur Richard-Lehmann-Straße angebracht. Ab dieser Stelle gibt es dann in Richtung City nur noch eine Fahrspur, erläuterte Michael Jana, Leiter des Verkehrs- und Tiefbauamtes (VTA). Bisher wurde diese wichtige Trasse erst an der Abfahrt Schleußiger Weg zur einspurigen Trasse.

Seit Wochen Verkehrschaos im Süden

Die Änderungspläne stießen im Frühjahr auf viel Kritik. In der Vergangenheit hatte die Kommune schon die August-Bebel-, Karl-Liebknecht-, Bernhard-Göring- und Arthur-Hoffmann-Straße so umgebaut, dass dort jeweils nur noch eine Autospur pro Richtung verblieb. Dafür entstanden Radwege, Parkplätze und zum Teil separierte Gleisanlagen für die Straßenbahn. Einige Abschnitte wurden zu Einbahnstraßen. Durch etliche Baustellen herrscht im Leipziger Süden seit Wochen ein Verkehrschaos mit langen Staus im Berufsverkehr. Einpendler aus Markkleeberg dürften es nun im nächsten Winter noch schwerer haben, wenn sie mit dem Auto in Richtung Leipziger Innenstadt oder nach Schleußig wollen.

Maßnahmen dienen Gesundheitsschutz

„Die Maßnahmen dienen dem Gesundheitsschutz der an den Hotspots der Luftbelastung wohnenden Menschen“, warb Peter Wasem, der seit September 2019 das Amt für Umweltschutz leitet, um Verständnis. „Von zu hoher Luftschadstoffbelastung in ihrer Gesundheit besonders betroffen sind dabei Kinder, ältere Menschen oder in ihren Atemwegen vorgeschädigte Personen.“

Obwohl es im Stadtgebiet nur noch Probleme beim Grenzwert für Stickstoffdioxid gebe – und auch dort die vorläufigen Messwerte vom LfULG für die Zeit bis September 2019 recht ermutigend seien – müsse Leipzig auch aus rechtlichen Gründen handeln, um EU-Vorschriften zu erfüllen, erläuterte Wasem weiter. Dies sei zugleich der beste Weg, um Fahrverbote abzuwenden. Diese klagt die Deutsche Umwelthilfe in vielen anderen Großstädten auf dem Gerichtsweg ein.

Ziel: Täglich 5200 Autos weniger am Floßplatz

Um den Grenzwert im Bereich Floßplatz / Harkortstraße einzuhalten, müsse der dortige Verkehr um täglich 5200 Fahrzeuge sinken, sagte Jana. Der Eingriff an der Wundtstraße solle bewirken, dass zusätzlich 2000 Fahrzeuge pro Tag auf die Richard-Lehmann-Straße ausweichen oder von vorn herein andere Anschlussstellen an der Autobahn 38 wählen. Auswirkungen auf das Markkleeberger Stadtgebiet seien nicht zu befürchten.

Der Leipziger Floßplatz soll um 5200 Autos pro Tag entlastet werden. Quelle: André Kempner

Jedoch seien „moderate“ Zunahmen des Verkehrs in der August-Bebel- und Karl-Liebknecht-Straße zu erwarten. Im Dezember 2019 folge Stufe zwei – dann soll ein Wegfall der Linksabbieger-Spur am Martin-Luther-Ring dafür sorgen, dass die Harkortstraße weniger Autos aus Richtung Norden aufnimmt. Etwa Mitte 2020 werde zudem die Ampelanlage an der Kreuzung Karl-Tauchnitz-/Wundtstraße so geschaltet, dass die Durchlässigkeit in Richtung Floßplatz sinkt. Der Karl-Tauchnitz-Straße drohe durch alle diese Maßnahmen „keine höhere Belastung“, so Jana. Auch das werde durch ein Monitoring überwacht.

Änderungen in Eutritzscher und Berliner Straße

Ebenfalls in der zweiten Woche der Herbstferien wird in der Eutritzscher Straße stadteinwärts eine Linksabbieger-Spur zur Roscherstraße eingerichtet. Dadurch entfällt eine der beiden Geradeaus-Spuren, was den Verkehr über die Gerberstraße zur City verringern soll. In der Berliner Straße stadteinwärts wurde schon im September 2019 aus demselben Grund eine Rechtsabbieger-Spur in die Roscherstraße markiert. Im weiteren Verlauf der Berliner Straße (Roscher- bis Kurt-Schumacher-Straße) gilt ab Dezember 2019 Tempo 30.

Innere Jahnallee bald auch nur noch einspurig

Für die innere Jahnallee sind Veränderungen „frühestens 2020“ angedacht, erläuterte Jana weiter. Zwischen Leibnizstraße und Waldplatz soll es künftig nur noch jeweils eine Auto-Spur geben. Wie der so gewonnene Platz genutzt wird, stehe noch nicht fest. Ab Ende 2019 werde ein externes Planungsbüro im Auftrag der Stadt die verschiedenen Bürgerideen dazu sammeln, sortieren und prüfen.

Von Jens Rometsch

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