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Lokales Wieder Vollsperrung am Leipziger Hauptbahnhof
Leipzig Lokales Wieder Vollsperrung am Leipziger Hauptbahnhof
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22:04 21.09.2018
Ab Mittwoch ist der Leipziger Hauptbahnhof wieder gesperrt. Quelle: André Kempner
Leipzig

„Eine Knotensperrung in Leipzig ist so beständig, wie das Weihnachtsfest“, sagt Jörg Bönisch. Er muss es wissen, denn seit Jahren lädt der Bahnsprecher zu Presseterminen ein, auf denen über die Bauarbeiten rings um den Leipziger Hauptbahnhof berichtet wird und auf denen es meist heißt: Der zentrale Haltepunkt muss zeitweise vom Netz genommen werden. So auch in der kommenden Woche wieder – ganze 96 Stunden lang wird Leipzigs Hauptbahnhof dann für den Verkehr gesperrt sein.

Von Mittwochmorgen (8 Uhr) bis Sonntagmorgen (8 Uhr), „kann der Leipziger Hauptbahnhof aus allen Richtungen nicht mehr angefahren werden“, sagt Bönisch. Das betreffe auch jeglichen Verkehr im Leipziger Citytunnel, der ebenfalls vier Tage lang zum Erliegen komme. Entsprechend müssen nicht nur alle Fern- und Regionalbahnen umgeleitet werden, sondern enden auch alle S-Bahnen von und nach Leipzig in den Vorstadtbahnhöfen. Nicht zuletzt sei auch Bahn-Konkurrent Abellio in dieser Zeit quasi ausgesperrt, fahre vier Tage lang nicht ins Zentrum der Messestadt. Für Reisende bedeutet das erheblichen Mehraufwand. „Bitte vorab informieren und mehr Zeit einplanen“, rät Bönisch schon prophylaktisch.

Neue Technik für 45 Millionen Euro

Aber warum das Ganze eigentlich und warum schon wieder? Immer noch heißt die Antwort: VDE8. So wird im Fachjargon das größte Schienenverkehrsprojekt des Landes bezeichnet, bei dem zwischen Nürnberg, Erfurt, Leipzig und Berlin mehr als 500 Kilometer Gleise neu gebaut und saniert werden. Der Leipziger Hauptbahnhof stand beim Verkehrsprojekt Deutsche Einheit schon mehrfach im Fokus, inzwischen geht es um den zweiten Bauabschnitt am Drehkreuz, unter anderem für mehr Zeitersparnis beim Ein- und Ausfahren.

Blick auf das Baufeld des zweiten Bauabschnitts am Leipziger Hauptbahnhof. Quelle: DB AG

In den vergangenen Monaten seien im Vorfeld des Bahnhofs für etwa 45 Millionen Euro 6000 Meter Gleise neu geordnet und Streckenführungen begradigt worden, eine komplette Weichenplatte mit 32 Weichen gebaut, 20 Signale und 60 Oberleitungsmasten sowie diverse Servicetechnik installiert worden, erklärt Projektleiter Andreas Stuhr. Dazu gehört auch eine ZBA – eine sogenannte Zugbildungs- und Behandlungsanlage, auf der Züge zusammengestellt und gewartet werden können. Oder auch zwei Reinigungsbahnsteige, an denen geputzt, entsorgt und neu aufgefüllt wird.

„Alle Bauarbeiten fanden unter laufendem Betrieb statt, das war die hohe Kunst des Eisenbahnbaus“, sagte Stuhr am Freitag nicht ohne Stolz. Irgendwann kämen die Bemühungen am offenen Gleiskörperherz aber immer an den Punkt, „an dem die neue Anlage dann ins Netz eingebunden werden muss.“ Vor allem die technische Abnahme sei dabei aufwändig. „Die ganzen Fahrsysteme müssen durchgeprüft werden, dafür braucht der Abnehmer unbedingt leere Gleise und Zeit“, so Stuhr weiter.

Alle Fernzüge, Regio- und S-Bahnen betroffen

Mit den Erfahrungen aus den vergangenen Jahren inklusive diversen Vollsperrungen am Leipziger Hauptbahnhof sollen die Unannehmlichkeiten für die Reisenden zumindest so erträglich wie möglich werden. Für Nutzer der Fernzüge heißt das in den meisten Fällen: Rein in die Straßenbahnlinie 16 und am Bahnhof „Neue Messe“ geht es weiter. Die LVB-Strecke werde dafür aufgestockt, soll im Fünf-Minuten-Takt fahren, hieß es am Freitag. Vier von fünf Fernstrecken werden über das temporäre Drehkreuz vor den Toren der Messestadt abgewickelt, sagt DB-Gebietsleiter Volker Klotz. Für die Hauptstrecke zwischen Berlin und München muss allerdings auch ein Umweg über den Hauptbahnhof in Halle in Kauf genommen werden.

Die Bahn baut rund um den Leipziger Hauptbahnhof. Aktuell verlegen sie Gleise am ICE-Werk, um dort Bahnen zu reinigen.

Dorthin hilft nur der Schienenersatzverkehr, denn auch auf allen Regional- und S-Bahnen-Strecken geht ab Mittwoch nichts mehr via Hauptbahnhof. Wie Andy Neuschulz von der DB Regio sagte, sollen 50 Busse zusätzlich eingesetzt werden. Zudem werde es von früh bis spät an den Haltestellen Servicemitarbeiter geben, die bei Fragen helfen. „Wir haben jeweils zwei Schichten von 6 bis 22 Uhr besetzt. Ich gehe aber nicht davon aus, dass dort draußen viele Reisende stranden, die gar nicht wissen wo sie hinsollen“, ergänzt DB-Service-Chef Karsten Kammler.

Im Vergleich zu den vielen notwendigen Ersatzleistungen der Deutschen Bahn sind die Maßnahmen bei Konkurrent Abellio recht übersichtlich. Weil der Hauptbahnhof nicht mehr von und nach Thüringen angefahren werden kann, beginnen und enden die beiden Strecken der Niederländer einfach in Markranstädt. „Wir richten dort Busverkehr zum Hauptbahnhof ein – einen mit Zwischenhalten an den einzelnen Stationen und einen als Schnellbus in Direktverbindung“, so Sprecher Matthias Neumann.

Wer bereits ein Ticket bei DB oder Abellio gebucht hat, wird die Behinderungen und Umleitungen schon kennen. „Die Sperrung des Bahnhofs ist schon seit Wochen im System“, sagt Bahnsprecher Bönisch. Seit etwa einer Woche liegen an den S-Bahn-Halten und im Hauptbahnhof auch Flyer aus, die genau über die Ersatzleistungen im Regionalverkehr informieren, ergänzt Regio-Experte Neuschulz. Zudem gibt es auch im Netz unter weiterführende Informationen zu den betroffenen Strecken.

Von Matthias Puppe

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