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Lokales Start am 24. August – Leipzig bekommt wieder eine Markthalle
Leipzig Lokales Start am 24. August – Leipzig bekommt wieder eine Markthalle
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15:08 21.08.2019
Hinter dieser Tür warten 400 Quadratmeter Verkaufsfläche: Claudia Friedrich (l.) und Marion Clerc laden ab 24. August in die Markthalle Plagwitz ein. Quelle: André Kempner
Leipzig

Der Plan liegt schon seit Jahren in der Schublade. Thilo Egenberger hat bloß noch auf den richtigen Ort, den richtigen Zeitpunkt und die richtigen Menschen gewartet, um ihn aus der Versenkung zu ziehen. Im vergangenen Herbst war es soweit, und am kommenden Samstag, 24. August, wird aus dem Vorhaben Realität: Leipzig bekommt nach langer Zeit wieder eine Markthalle. In Plagwitz wird es künftig ganzjährig an jedem Samstag einen Markt mit frischer Ware geben.

Das ist die neue Markthalle in der Markranstädter Straße in Plagwitz. Quelle: André Kempner

Mehr Platz, mehr Möglichkeiten

Der richtige Ort – das ist das Areal an der Markranstädter Straße 8, das die Firma Egenberger Lebensmittel im Frühjahr 2018 bezog. Das Domizil bietet deutlich mehr Platz als das alte im Westwerk. Egenberger und seine Partnerin Julia Wolff haben genug Fläche für besagten Markt, für ein Großhandelslager, ein Büro und vier Gemeinschaftsküchen, in die sich Leipziger Produzenten und Caterer einmieten können. Deren Erzeugnisse werden ebenso wie die eigenen Produkte – beispielsweise das Quietzsch-Eis und die Lipz-Schorlen – im Lager verkauft.

Die Welt ein Stück verbessern

Zu den Küchenmietern gehört unter anderem die Ölmühle, die Öl aus Hanf, Mohn, Raps oder Leinsamen gewinnt; dazu die Plagwitzer Kinderküche, die einen Kindergarten im Leipziger Westen mit regionalem Essen versorgt. Nicht zuletzt: die Heldenküche – womit wir bei den richtigen Menschen sind, die Thilo Egenberger gesucht hatte. Hinter dem Namen steckt Claudia Friedrich. Eine Köchin, die für Unternehmen und Veranstaltungen wie auch im privaten Rahmen Kulinarisches zaubert und der man ohne Wimpernzucken ihren Wunsch abnimmt, die Welt im Alltag ein Stück besser zu machen – mit „Begeisterung, Herzlichkeit und gutem Essen“, wie es auf der Heldenküche-Website heißt.

Produzenten aus der Region

Die 31-Jährige und ihre ein Jahr jüngere Geschäftspartnerin Marion Clerc sprühen geradezu vor Leidenschaft für ihren Job und die neue Herausforderung als Marktmeisterinnen auf dem Egenberger-Areal. „Wir stehen vor der Erfüllung eines gemeinsamen Traums“, sagt Friedrich strahlend. Zur Eröffnung der 400 Quadratmetern großen Plagwitzer Markthalle verkaufen ein Dutzend Produzenten aus der Region Gemüse, Obst, Fleisch, Käse und mehr, hinzu kommt ein kleines Gastro-Angebot.

Drinnen und draußen

Bei trockenem Wetter kann der Samstagsmarkt auf den Hof hinaus verlängert werden und somit die Zahl der Anbieter steigern. Großen Wert legen die Verantwortlichen auf persönlichen Kontakt, Familienfreundlichkeit und entspannte, bunte Marktstimmung. „Wir hoffen auf einen positiven Effekt“, erzählt Clerc, „sind die Kunden zufrieden, kommen das nächste Mal mehr – das wiederum macht den Markt auch für Händler attraktiver.“

Themenmärkte geplant

In enger Verbindung sind die Marktmeisterinnen nicht nur mit Produzenten im Umkreis, sondern auch mit dem kürzlich gegründeten Ernährungsrat Leipzig. Der macht sich für eine nachhaltig ländliche Entwicklung um Leipzig herum stark und will mehr regionale, saisonale und ökologische Produkte in hiesige Ladenregale holen. Ergänzend sind künftig auch Themenmärkte geplant, am 26. Oktober steht bereits ein Apfeltag auf dem Plan. Mit allen nur denkbaren Produkten der Obst-Art, mit einer mobilen Apfelpresse, Tipps für den Eigenanbau et cetera. Um die Wertschöpfungskette noch zu verlängern, wird parallel in der Heldenküche mit Gästen Apfelkuchen gebacken.

„Eine wunderbare Sache“

Thilo Egenberger ist sehr angetan von den Vorhaben und dem Elan der Marktmeisterinnen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass das einer wunderbare Sache wird“, sagt der Mann, der in den 1990er-Jahren für so genannte 24-Stunden-Ausstellungen leer stehende Immobilienflächen gekapert hat, um sie zu temporären Orten der Kunst zu machen.

Nächste Punkte auf der Egenberger-Agenda: Neben der Markthalle eröffnet im Herbst eine kleine Brauerei, und im kommenden Jahr soll eine Kantine ihren Betrieb aufnehmen. Die richtigen Zeitpunkte, sie häufen sich.

Samstagsmarkt ab 24. August wöchentlich und ganzjährig von 9 bis 14 Uhr, Plagwitzer Markthalle, Markranstädter Straße 8. Wer sich für einen Marktstand interessiert, kann eine Mail an kontakt@heldenkueche.net schicken.

Von Mark Daniel

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