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Lokales Neue Notaufnahme des Uniklinikums soll in einem Jahr fertig sein
Leipzig Lokales Neue Notaufnahme des Uniklinikums soll in einem Jahr fertig sein
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18:17 12.06.2019
Halbzeit auf der Baustelle der neuen Notaufnahme: Sebastian Stehr, André Gries, der kommissarische Finanzvorstand Marco Schüller und sein medizinischer Vorstandskollege Michael Stumvoll mit der Richtkrone. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Manchmal ist es offenbar ganz praktisch, wenn eine Baustelle direkt neben einer Notaufnahme liegt. „Der eine oder andere von Ihnen“, begrüßte Professor André Gries am Mittwochnachmittag beim Richtfest die Bauleute, „hat ja während der Bauarbeiten schon unmittelbare Erfahrungen mit uns gemacht“. Details fallen unter das Patientengeheimnis. Aber möglicherweise hingen für die Betroffenen nicht alle Strapazen allein mit der jeweiligen Verletzung zusammen. Jedenfalls ist man am Leipziger Universitätsklinikum (UKL) längst der Ansicht, dass die bisherige Notaufnahme den Anforderungen nicht mehr genügt. „Im vergangenen Jahr haben wir hier 35 000 Patienten behandelt“, so Gries, ihr Ärztlicher Leiter, „die Einwohnerzahl einer Kleinstadt“.

So ungefähr soll die neue zentrale Notaufnahme im zweiten Quartal 2020 aussehen. Quelle: S & P Sahlmann

Damit die Notfallärzte und Sanitäter diese Aufgabe künftig mit weniger Reibung bewältigen können, baut die S&P Sahlmann GmbH seit rund einem Jahr eine neue zentrale Notaufnahme. Nun ist der Rohbau fertig. Der Freistaat Sachsen finanziert das Vorhaben mit 4,7 Millionen Euro. Im zweiten Quartal 2020 soll die Übergabe erfolgen. Auf 1714 Quadratmetern wird ein Anbau zum alten Gebäude dann unter anderem eine zentrale Anmeldung beherbergen, an der echte Notfallpatienten zunächst von solchen unterschieden werden sollen, deren Behandlung stattdessen klinikeigene Praxisärzte übernehmen. Für Kranke, die auf eigene Faust aufkreuzen, und Menschen, die von Rettungswägen gebracht werden, entstehen unterschiedliche Zugänge.

Die GBA-Richtlinien werden übererfüllt

Ein Überwachungsbereich mit zwölf Betten ist geplant, und die bisherige Notaufnahme wird zu einem Schockraum mit allem Notfallinstrumentarium umgebaut. Über weitere elf Betten verfügt eine intensivmedizinische Station im neuen ersten Stock. „Wir freuen uns sehr, dass wir unser Angebot erweitern können“, sagt Professor Sebastian Stehr, Klinikdirektor für Anästhesiologie und Intensivtherapie. Insbesondere gegen gefährliche Infektionen aus aller Welt sei man dadurch künftig besser gewappnet.

Der Gemeinsame Bundesausschuss beschloss vor gut einem Jahr ein „gestuftes System von Notfallstrukturen an Krankenhäusern“. Mit dem neuen Gebäude „werden wir die Vorgaben übererfüllen“, sagt der Ärztliche Leiter der Notaufnahme, Gries. Kein Zufall: Er beriet die Entscheider. Gries rechnet damit, dass die Infrastruktur entscheidend dazu beitragen werde, wertvolle Zeit zu sparen – „und somit Leben zu retten“. Auf der Baustelle wollen sie das aber vorher nicht ausprobieren: „Weiterhin einen guten Baufortschritt und dass Sie unsere Notaufnahme dabei nicht mehr benötigen“, wünschte der kommissarische medizinische UKL-Vorstand Professor Michael Stumvoll den Bauleuten.

Von Mathias Wöbking

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