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Lokales Neue Räume für Künstler und Start-Up-Unternehmen in Leipzig eröffnet
Leipzig Lokales Neue Räume für Künstler und Start-Up-Unternehmen in Leipzig eröffnet
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20:01 04.09.2019
Banddurchschnitt zur Freigabe des Hauses für Kreativschaffende: v.l. Kai Thalmann, Tobias Rost, Uwe Albrecht, Skadi Jennicke, Matthias Graf und Maria Köhler. Quelle: Foto: A. Kempner
Leipzig

Von außen sieht der Vorderbau aus wie ein 90er-Jahre-Kompromiss aus Schwimmhalle und Gewandhaus. In Leipzigs glanzvolle Architektur-Geschichte wird das Objekt an der Lindenthaler Straße 61-65 nicht eingehen. Eher aber als Meilenstein für die Förderung freier Kulturschaffender und Kreativunternehmen. Am Mittwoch übergab die Stadt Leipzig das Haus an die Leipziger Gewerbehofgesellschaft (LGH) als Vermieter – und damit als Möglichkeit für Künstler, zu erschwinglichen Preisen Ateliers und Arbeitsräume zu bekommen.

Früher Areal eines Seitenwagenbauers

Der hintere Teil des Areals verbirgt industriekulturelle Geschichte: Von 1944 bis 1989 residierte dort Fahrzeugbauer Walter Stoye, der Seitenwagen für Motorräder herstellte. In den 90ern bezog ein Autohaus die Fläche und klotzte den Glasbau dazu. Ab 2015 war das leer stehende Objekt als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen, jedoch wegen sinkender Zahlen nicht mehr benötigt.

Vom Stadtrat abgesegnet

Auf der Suche nach Möglichkeiten für Kreativschaffende wurde Kulturamts-Mitarbeiter Matthias Graf 2017 auf die Lindenthaler Straße 61-65 aufmerksam und schlug sie als neuen Standort vor. Nach Erarbeitung des Projekts der Dezernate Kultur, Wirtschaft und Soziales unter Einbindung des Vereins Kreatives Leipzig segnete der Stadtrat im Dezember 2018 das Vorhaben ab. Demnach zahlt die Stadt die Miete an den Eigentümer; mit Umbaukosten lagen die Aufwendungen 2019 bei 800 000 Euro, für 2020 sind 719 000 Euro veranschlagt.

Räumliche Defizite abmildern

Auf der Gesamtfläche von 10 000 Quadratmetern stehen 6400 an Arbeitsfläche zur Verfügung – 130 Räume sowie 25 zusätzliche, geeignet als Lager. „Wir wollen damit das räumliche Defizit in der Szene abmildern“, erklärte am Mittwoch ein sehr zufriedener Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht mit Verweis auf den wachsenden Zuzug nach Leipzig aus der Kreativwirtschaft und Kunstszene. „Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Branche ist mit nun über 4900 Betrieben und 34 000 Beschäftigten auf einem Rekordhoch“, betonte er.

Kommunale Zuschüsse

Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke sieht „eine klassische Win-Win-Situation: Der Stadtteil Gohlis wird aufgewertet, und Künstlerinnen und Künstler bekommen bezahlbaren Freiraum.“ Durch kommunale Zuschüsse liegt die Miete für Start-up-Unternehmer bei 7,50 Euro, für Künstler bei 5 Euro, Betriebskosten inklusive.

Bis 2029 gesichert

Maria Köhler von Kreatives Leipzig und Tobias Rost vom Bund Bildender Künstler freuen sich über das positive Signal und die Entlastung der angespannten Ateliersituation. Bis 2029 ist der Standort gesichert, „ab 2022 machen wir uns Gedanken zur Perspektive danach“, kündigt Jennicke an. Wer sich einen Eindruck verschaffen will, kann das am Samstag im Rahmen der „Nacht der Kunst“ tun.

Infos: 0341 2597700 / info@lgh-leipzig.de

Von Mark Daniel

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