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Lokales Das plant der neue Chef des Stadtgeschichtlichen Museums in Leipzig
Leipzig Lokales Das plant der neue Chef des Stadtgeschichtlichen Museums in Leipzig
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10:51 05.06.2019
Neuer Direktor: Anselm Hartinger leitet seit April das Stadtgeschichtliche Museum. Das will er noch mehr als bisher zu einem Ort machen, an dem die Leipziger sich wohlfühlen. Quelle: André Kempner
Leipzig

Neustart im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig: Anselm Hartinger (47), der zuletzt die Erfurter Geschichtsmuseen leitete, hat seinen Dienst als neuer Direktor angetreten. Der gebürtige Leipziger und Bach-Experte, der an der Philipps-Universität Marburg promovierte, will Bewährtes fortsetzen und neue Ideen ausprobieren.

Sie haben die Domstadt Erfurt mit Leipzig getauscht. Was reizt Sie an der neuen Aufgabe?

Leipzig ist meine Heimatstadt, der ich mich als Historiker und Stadtkundiger sehr verbunden fühle. Das Stadtgeschichtliche Museum ist ein Vorzeigehaus, das sich unter Leitung von Volker Rodekamp sehr gut entwickelt hat und gewachsen ist. Ich freue mich darauf, mit den Mitarbeitern und Sammlungen arbeiten zu können. Es macht mir Spaß, die historische Erforschung und Präsentation Leipzigs voranzutreiben.

Sportmuseum wird eine Herausforderung

Die Ausstellungen für 2019 stehen fest. Wo haben Sie da eigene Spielräume?

Das gibt mir zunächst die Möglichkeit, das Haus und die Mitarbeiter besser kennenzulernen und zu schauen, ob wir Potenziale finden, die wir noch weiter ausbauen können. Ich werde mich vor allem in Aufgaben und Projekte einbringen, die zu lösen sind. Wie geht es mit dem Sportmuseum voran? Da wird viel strategische und konzeptionelle Arbeit zu leisten sein. Dann werde ich einiges im Bereich Veranstaltungen tun. Bereits am Mittwoch habe ich die erste Direktorenführung, die ich gemeinsam mit meiner Kollegin Ulrike Dura absolvieren werde. Die ersten Führungen mache ich im Dialog. Auch in der Museumsnacht am 11. Mai habe ich einiges vor. Vom ersten Tag an will ich fleißig und engagiert mitziehen. Am 1. Mai biete ich eine Führung rund um Arbeit an, rede über Handwerker, aber auch Arbeitslosigkeit früher und heute.

Mit Manpower in die Stadtgesellschaft hinein

Was wird die größte Herausforderung?

Das Haus ist gut geführt. Da trete ich in große Fußstapfen. Das Museum stärker in den Fokus der gesamten Stadt zu bekommen, ist mir wichtig. Da möchte ich Kooperationen stärken und neue Projekte entwickeln. Die Leipziger sollen unser Museum als ein Haus erleben, das ihnen nah ist, in dem sie sich wohlfühlen und einbringen können. Da müssen wir Geduld haben und mit Manpower in die Stadtgesellschaft hinein. Die Qualität des Hauses zu bewahren, es nahbar und offen zu präsentieren, sehe ich als meine Aufgabe.

Gibt es neue Ideen?

Die würde ich zunächst mit den Kollegen diskutieren und vielleicht intern die eine oder andere Kerze zünden. Da habe ich mir in den nächsten Wochen einen Gesprächsmarathon verordnet und werde auch Workshops machen. Da denke ich beispielsweise ans Schillerhaus, das seine Möglichkeiten noch nicht ausgereizt hat. Da freue ich mich auf gute und kreative Begegnungen. Mir liegt viel daran, für unser Haus auch eine spielerische Handschrift zu entwickeln. Ich wünsche mir, dass die Besucher überrascht werden und wir eine gewisse Leichtigkeit in unsere Präsentation ernster Themen bekommen, die zu spannenden Entdeckungen führen.

Anselm Hartinger führt am Mittwoch, 3. April, 17 Uhr erstmals durch die Ständige Ausstellung im Alten Rathaus. In einer Dialogführung mit Kuratorin Ulrike Dura spricht er über die bewegte Leipziger Stadtgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Zur Person

Anselm Hartinger (47) ist gebürtiger Leipziger, besuchte die Thomasschule. Er studierte Mittlere und Neuere Geschichte sowie Historische Musikwissenschaft an der Universität Leipzig; machte seinen Magister mit Auszeichnung in beiden Fächern. 2010 promovierte er an der Philipps-Universität Marburg mit einer Arbeit über die Bach-Aufführungen und den Strukturwandel im Leipziger Kultur- und Musikleben in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Von 2003 bis 2006 war er freier, danach wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bach-Archivs Leipzig und mitverantwortlich für die Neukonzeption des Bachhauses Eisenach. Ab 2014 leitete er die Erfurter Geschichtsmuseen. Seine Eltern waren die Literaturwissenschaftler Christel (gest. 2006) und Walfried (gest. 2003) Hartinger.

Von Mathias Orbeck

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