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Lokales Neuer Einkaufsmarkt in Stahmeln soll Ende November öffnen
Leipzig Lokales Neuer Einkaufsmarkt in Stahmeln soll Ende November öffnen
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07:21 05.06.2019
Trotz vieler Hindernisse bekommt der neue Einkaufsmarkt in der Halleschen Straße allmählich Konturen. Doch ein Eröffnungstermin steht noch nicht fest. Quelle: Christian Modla
Leipzig

In Lützschena und Stahmeln wächst der Frust über die schlechte Nahversorgung. Stein des Anstoßes ist die vor rund zwei Jahren geschlossene kleine Einkaufspassage in der Halleschen Straße/Ecke Mühlenstraße. Vor allem Senioren trifft diese Schließung hart: Sie müssen jetzt mit großen Trolleys in die Straßenbahn steigen, um sich in einem weiter entfernten Supermarkt einzudecken. Dies koste nicht nur Kraft, sondern auch Zeit und Geld, klagen sie. Viele wollen deshalb wissen, wann die Einkaufspassage wieder öffnet – aber einen offiziellen Termin dafür gibt es noch nicht.

Hunderte Euro für Einkaufsfahrten ausgegeben

„Erst haben sie vor zwei Jahren die Einkaufpassage geschlossen, dann ist ein halbes Jahr gar nichts geschehen und schließlich wurde die alte Passage abgerissen“, schildert die Stahmelnerin Erika Stange-Lupi die Entwicklung. Dabei sei sie vor einigen Jahren auch wegen der guten Einkaufsbedingungen in die Stahmelner Straße gezogen. Doch jetzt fährt die verwitwete Seniorin regelmäßig mit der Straßenbahn zwei Haltestellen zum nächsten Aldi oder zu Rewe. Das habe sie Hunderte Euro gekostet. „Ganz zu schweigen davon, was da an Zeit und Nerven draufgegangen ist. Und niemand informiert uns darüber, wie es mit dem Markt weiter geht.“ Für jeden Einkauf sei sie zwischen drei und fünf Stunden unterwegs. „Das Einkaufszentrum muss so schnell wie möglich wieder aufmachen“, fordert sie.

Doch jedes Mal, wenn sie oder andere Anwohner am einstigen Passagenstandort vorbei kommen, erhält ihre Hoffnung einen Dämpfer: Zwar wurden inzwischen wieder Fundamente gegossen und mehrere Pfeiler errichtet, doch alles geht im Zeitlupentempo voran. Denn nur eine Handvoll Arbeiter macht sich an dem künftigen Center zu schaffen, riesige Baufortschritte sind von ihnen nicht zu erwarten.

Es gab „eine Fülle widriger Umstände“

Im Leipziger Rathaus kennt man das Problem. „Die Bewohner haben sich schon an uns gewandt“, heißt es dort im Baudezernat. „Aber das ist ein privates Bauvorhaben. Da können wir nichts machen.“

Vorangetrieben wird das Projekt von der Firma Liebmann Bau aus dem Vogtland. Der Polier vor Ort will sich auf keinen Fertigstellungstermin festlegen. Dieser sei von Planungsunterlagen abhängig, die noch fehlen, sagt er.

Die Unterlagen müssen von der Baufirma NESG aus dem niedersächsischen Nordhorn erarbeitet werden – aber auch dieser Bauträger ist offenbar nur ein Subunternehmer. Als eigentlicher Bauherr fungiert offenbar die Firma Saller Gewerbebau aus dem thüringischen Weimar. Dort heißt es auf LVZ-Anfrage, die Entwicklung dieses Projekts sei „absolut bedauerlich“. Schuld daran sei „eine Fülle von widrigen Umständen“. So habe die Stadt Leipzig durch Ablehnung einer ersten Bauvoranfrage für Zeitverzug gesorgt und auch die notwendige Baugenehmigung „erst nach sehr vielen Monaten erteilt“. Die Folge sei ein „viel zu später Baubeginn“ gewesen. „Hinzu kamen übermäßig lange Vertragsverhandlungen mit einem Bestandsmieter über dessen Auszug und der Bau einer Ersatzfläche“, schildert Andreas Barth von der Projektentwicklung der Firma Saller Gewerbebau. Letztlich hätten sich auch noch Schwalben auf der Baustelle eingenistet und einen „mehr als zweimonatigen Baustopp“ verursacht. In der Folge hätten engagierte Baufirmen Personal abgezogen und für andere Projekte eingesetzt.

Netto will Ende November einziehen

„Auch wir wollen im möglichst kürzesten Zeitraum fertig werden“, betont Barth. „Denn wir verdienen erst dann Geld, wenn Objekte laufen. Unsere Planungen mit den ausführenden Firmen und den künftigen Geschäften sehen vor, dass die Eröffnung im Herbst 2019 erfolgt.“

Diese Planung wird von der Handelskette Netto bestätigt, die in dem neuen Gebäude einen Supermarkt etablieren will. „Als künftiger Mieter wünschen auch wir uns einen möglichst reibungslosen Baufortgang und eine schnellstmögliche Fertigstellung“, betont dort Christina Stylianou, Leiterin der Unternehmenskommunikation. „Beides liegt jedoch in der Verantwortung des zuständigen Bauherrn. Wir rechnen nach derzeitigem Planungsstand mit einer Fertigstellung bis Ende November dieses Jahres.“

Mit rund 5000 Artikeln und einem Fokus auf Frische, Regionalität und Qualität will Netto dann die größte Lebensmittel-Auswahl im Discount-Segment anbieten. Neben frischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse, Fleisch- und Wurstartikel, Molkereiprodukte und Brot- und Backwaren sollen auch Zeitschriften, frei verkäufliche Arzneiprodukte, sowie Wasch-, Putz- und Reinigungsprodukte ins Angebot kommen.

Für Seniorin Erika Stange-Lupi ist das jetzt ein Silberstreif am Horizont. „Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehen“, zitiert sie aus Goethes Faust.

Von Andreas Tappert

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