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Lokales Neuer Vorgucker auf das künftige „Quartier Krystallpalast“
Leipzig Lokales Neuer Vorgucker auf das künftige „Quartier Krystallpalast“
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08:02 20.11.2018
An der Straße Hahnekamm soll ein viergeschossiger Neubau entstehen, der an das vorhandene Gebäude vom A&O-Hostel (links) in der Brandenburger Straße anschließt.
An der Straße Hahnekamm soll ein viergeschossiger Neubau entstehen, der an das vorhandene Gebäude vom A&O-Hostel (links) in der Brandenburger Straße anschließt. Quelle: Argo Capital Partners
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Leipzig

Sehr detailreich war es nicht, was Harald Müller zur Zukunft des Leipziger Krystallpalast-Areals zu sagen hatte. Doch immerhin ließ er CDs mit neuen Illustrationen der Baupläne für die riesige Brachfläche am Hauptbahnhof an die Journalisten verteilen.

Diese Illustrationen zum künftigen „Quartier Krystallpalast“ in Leipzig hat der Investor Argo Capital Partners jetzt erstellen lassen. Der Bau der Tiefgarage soll voraussichtlich im Frühjahr 2020 beginnen – im Jahr 2022 oder 2023 alles fertig sein, erklärte das Unternehmen dazu.

Müller ist Gesellschafter der 2016 in Luxemburg gegründeten Firma Argo Capital Partners. Wie die LVZ exklusiv berichtet hatte, stieg Argo Anfang 2018 in das Projekt ein, zwischen der Brandenburger und Hofmeisterstraße ein autoarmes Quartier zu bauen. Seinerzeit hieß es, das Investitionsvolumen betrage 180 Millionen Euro. Vor reichlich drei Jahren – ganz am Anfang der Planung – war noch von „über 80 Millionen Euro“ die Rede.

Vage Auskünfte zum Investitionsvolumen

Am Montag hatte Argo zu einer Pressekonferenz ins Krystallpalast Varieté an der Magazingasse geladen. Auf Nachfrage zur Investitionssumme wich Müller ein wenig aus und sprach von „einer Summe im fortgeschrittenen, dreistelligen Bereich“. Auch bei den konkreten Angaben zur künftigen Nutzung blieb er vage. Fest stehe aber, dass das neue Ensemble aus acht Baukörpern „Quartier Krystallpalast“ heißen wird. Auf der 1,9 Hektar großen Brache sollten oberirdisch 54 000 Quadratmeter Bruttogeschossflächen entstehen – davon eine Hälfte als Wohnungen und die andere Hälfte für ein Hotel, Serviceapartments, kleine Läden, Büros und „soziale Einrichtungen“ dienen.

Änderungen in Details noch möglich

Frühere Angaben, es seien 175 Wohnungen, 164 Studentenbleiben sowie bis zu 320 Hotel- und Serviceapartment-Zimmer geplant, wiederholte Müller nicht. Stattdessen bat er um Verständnis, dass seine Firma als neuer Partner noch dabei sei, das Konzept zu verfeinern und mit möglichen Endnutzern abzustimmen. Dadurch könnten sich auch noch Änderungen an Details der Fassadengestaltungen (bezüglich Farbe und Material) ergeben. Alles bleibe jedoch im Rahmen jenes rechtskräftigen Bebauungsplans, den der Stadtrat im Mai 2017 beschlossen hatte.

Überlegungen zu Kita und Seniorenwohnen

Neu war, dass Argo bei den Nutzungen jetzt auch über eine Kita „in Richtung über 60 Plätze“ sowie einen Bereich für altengerechtes, betreutes Wohnen nachdenke. Nicht neu war, dass die Arbeiten vor Ort 2019 starten sollen – jedoch erst im Herbst und zwar mit der Medienerschließung. „Baubeginn im Quartier selbst wird dann im Frühjahr 2020 sein“, sagte Müller. „Wir geben den Dingen etwas mehr Zeit, denn wir wollen es gut machen.“

Bis zur Fertigstellung 2022 oder 2023 solle ein lebendiges Quartier mit Gründächern entstehen, das „von den Leipzigern schnell angenommen wird“, sagte er. Noch unklar sei, wie dort an den früheren Krystallpalast erinnert werden könne.

Von Jens Rometsch