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Lokales Neues Leben für den „verwunschenen Gutspark“
Leipzig Lokales Neues Leben für den „verwunschenen Gutspark“
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17:02 20.06.2019
Jan Viecenz hat für den Gutspark Paunsdorf florale Naturformen als Hingucker gestaltet. Quelle: Kempner
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Leipzig

Ein „verwunschener Park“ ist zu neuem Leben erwacht: Der Gutspark Paunsdorf, auch bekannt als „Großer Garten“, konnte am Donnerstag nach der Umgestaltung als Natur- und Erholungsraum in Leipzigwiedereröffnet werden. Das Besondere: In dem seit 2008 verschlossenen Areal, das eine Fläche von gut 13.440 Quadratmetern umfasst, siedelte sich eine vielfältige Flora und Fauna an. Die Stadt hat darauf geachtet, die Rückzugsmöglichkeiten für die dort lebenden Vögeln, Insekten und anderen Tieren zu erhalten. „Wir wurden frühzeitig in die Planung einbezogen, unsere Vorschläge berücksichtigt“, lobte Karsten Peterlein vom Naturschutzbund (Nabu) Leipzig. Das sei bislang einzigartig.

Ein Beispiel dafür seien mehr als 140 Meter Benjeshecke, große Steinhaufen sowie Igel- und Fledermausquartiere und Nistkästen. So eine Zusammenarbeit wünsche er sich öfter, so Peterlein. „Wir haben viel Wert darauf gelegt, dass dieser Naturraum nicht zerstört wird“, sagte Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke). Schließlich sei in der wachsenden Stadt oft genug ein Verlust von grünen Flächen zu beklagen.

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Verbindung zum Grünen Bogen Paunsdorf

Das Grüncarré, Teil eines Ritterguts aus dem 17. Jahrhundert, befindet sich im alten Ortskern von Paunsdorf. „Nun gibt es eine Grünverbindung zwischen Alt- und Neu-Paunsdorf mit Anknüpfung an den Grünen Bogen“, erläuterte Rosenthal. Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos): „Jahrelang ungenutzt und verschlossen, verfügen die Anwohner heute über viel Raum zur Erholung. Pflegt ihn gut!“

Der Gutspark Paunsdorf, Teil des historischen Rittergutes aus dem 17. Jahrhundert, ist nach seiner Umgestaltung wiedereröffnet worden. Die Stadt Leipzig hat rund 360.000 Euro investiert.

Die beiden Haupteingänge am Lehdenweg und an der Theodor-Heuss-Straße wurden durch einen dauerhaften Pflasterweg verbunden. Für eine einzigartige Atmosphäre sorgen auch Wegweiser aus Metall, deren Gestaltung sich an florale Naturformen anlehnt. Künstler Jan Viecenz hat sie geschaffen. „Ich wollte Pflanzen schaffen, die es hier gibt“, sagte Viecenz und verweist auf exotische Namen wie Gefleckte Okaris. Eine weitere Besonderheit sind sechs Info-Tafeln zur Natur und Geschichte des Parks. Diese entstanden in enger Kooperation zwischen der 24. Grundschule, dem Hort, dem Nabu, dem Ortschronisten, den Planern sowie der Stadtverwaltung.

„Wir freuen uns, diesen Park mitnutzen zu können – als Ergänzung zum Schulhof“, betonte Ralf Weinhold, der Schulleiter der 24. Grundschule. Letzterer kann erst nach der Erweiterung der Schule, die bis März 2020 läuft, umgestaltet werden. Die Schule hat einen eigenen Zugang zum Park und bemüht sich nun um den Namen Grundschule Am Gutspark Paunsdorf.

Förderprogramm Soziale Stadt genutzt

Die Neugestaltung des Gutsparks ist eines der Projekte, die mit Hilfe des Förderprogramms Soziale Stadt umgesetzt werden. Die Gesamtkosten des Vorhabens betragen rund 360.000 Euro, die Stadt selbst steuerte 120.000 Euro aus ihrem Haushalt bei. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Das sind wirklich schöne Bänke“, meinte eine Anwohnerin. Ein benachbarter Spielplatz war bereits im März übergeben worden. Die vorhandene Imkerei konnte im Park bleiben.

Von Mathias Orbeck