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Lokales Neues Stadtviertel am Bayerischen Bahnhof – Vonovia baut 1400 Wohnungen
Leipzig Lokales Neues Stadtviertel am Bayerischen Bahnhof – Vonovia baut 1400 Wohnungen
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13:58 12.02.2019
Unter anderem 1600 Wohnungen, drei Schulen, drei Kitas und viele Gewerbeflächen sollen auf dem Areal südlich des Bayerischen Bahnhofs in Leipzig entstehen. Quelle: Stadtbau AG
Leipzig

Diesmal stimmt es. 2019 geht es wirklich los am Bayerischen Bahnhof. Dieses Bild wollten wohl die Verantwortlichen bei einer Pressekonferenz am Montag in die Welt schicken, zu der die Leipziger Stadtverwaltung erst einen Tag zuvor – am Sonntag gegen 14 Uhr – die Medien eingeladen hatte.

Seit acht Jahren liegt ein städtebaulicher Entwurf für das neue Quartier vor, welches sich vom Bayerischen Bahnhof entlang des S-Bahn-Trogs bis etwa zum MDR-Gelände nahe der Richard-Lehman-Straße erstrecken soll. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), der das ganze Vorhaben vor rund zwei Jahren schon einmal vor dem Scheitern bewahrt hatte, erklärte nun noch einmal, warum es seiner Meinung nach so wichtig für Leipzig ist.

Drei Schulen und vier Turnhallen für 2400 Schüler

„Wir brauchen dringend neue Wohnungen, Schulen und Kitas“, sagte Jung. Geplant seien zum Beispiel eine Grund- und eine Oberschule und ein Gymnasium für insgesamt fast 2400 Schüler. Außerdem: vier Turnhallen, 330 Kita-Plätze, ein riesiger Stadtteilpark (mehr als elf der insgesamt 34 Hektar), 1600 Wohnungen für etwa 2700 Menschen sowie rund 150 000 Quadratmeter Gewerbeflächen – vor allem für Büronutzer.

In den letzten neun Monaten hätten die Kommune und die Investoren intensiv an der Lösung der offenen Fragen gearbeitet, so Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). Sichtlich stolz verkündete sie, dass nun mindestens 360 der neuen Wohnungen unter Nutzung eines sächsischen Förderprogramms zum sozialen Wohnungsbau entstehen sollen. Dort würde dann die Kaltmiete bei 6,50 Euro pro Quadratmeter liegen, in den anderen Quartieren vermutlich bei über zehn Euro pro Quadratmeter.

So werden die ersten Wohnhäuser am Dösner Weg aussehen. Sie verfügen über elf beziehungsweise sieben Geschosse. Der Entwurf des Architekturbüros nps Tschoban Voss hatte sich bei einem Wettbewerb im Jahr 2016 durchgesetzt. Quelle: nps

Erster Bau startet an der Kurt-Eisner-Straße

Die Arbeiten für eine dreizügige Grundschule will der Flächeneigentümer Leipziger Stadtbau AG möglichst noch Ende 2019 beginnen, teilte Stadtbau-Vorstand Patrik Fahrenkamp mit. Dieses Gebäude solle südlich der Kurt-Eisner-Straße (unmittelbar neben der MDR-Kita „Elefant, Tiger & Knirps“) entstehen und auch eine Zweifelder-Turnhalle erhalten. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir dieses riesige Areal gerne gemeinsam mit Partnern entwickeln wollen“, erklärte Fahrenkamp. Seit 2017 sei deshalb das – damals noch in Wien ansässige – Wohnungsbauunternehmen BUWOG Group GmbH in die Gespräche einbezogen worden. „Einer der Vorzüge an diesem Unternehmen ist, dass es seine Wohnungen langfristig behält und vermietet. Das war uns wichtig. Wir wollten uns unseren künftigen Nachbarn aussuchen.“

BUWOG übernimmt fast den ganzen Wohnungsbau

Zum 31. Januar 2019 hat die Stadtbau AG einen großen Teil des Areals an die BUWOG Group GmbH verkauft, erläuterte deren Vertreter Alexander Happ. Dieses Unternehmen, das seinen Sitz inzwischen in Berlin habe, wolle auf diesen Flächen etwa 1400 Wohnungen bauen. Ein erstes Vorhaben davon – mit rund 200 Wohnungen am Dösner Weg – könne voraussichtlich schon in rund einem Jahr starten. Für die 1200 anderen Wohnungen, zu denen mindestens 30 Prozent Sozialwohnungen gehören sollen, müsse die Kommune erst noch den Bebauungsplan fertigstellen. In die dafür noch nötigen Umplanungen würden auch die Leipziger einbezogen – voraussichtlich ab dem Jahresende.

Vonovia gehören schon 6500 Wohnungen in Leipzig

Die BUWOG Group GmbH wurde 2018 durch den größten Privatvermieter Deutschlands übernommen. Dabei handelt es sich um die Vonovia SE, die fast 500 000 Wohnungen verwaltet und meist auch im Besitz hält. In Leipzig gehören zu Vonovia bislang rund 6500 Wohnungen. Die allermeisten Häuser davon stehen unter Denkmalschutz.

Den im Zweiten Weltkrieg zerstörten Ostflügel des Bayerischen Bahnhofs (hier links im Bild) möchte die Leipziger Stadtbau AG gern wieder aufbauen. Quelle: Stadtbau AG

Während sich die BUWOG Group GmbH also künftig vor allem um den Wohnungsbau auf dem Gelände am Bayerischen Bahnhof kümmert, behält die einheimische Stadtbau AG die Gewerbebauten sowie unter anderem 140 Neubauwohnungen entlang der Kohlenstraße in ihrer Hand. Zudem will sie möglichst noch in diesem Jahr die Ruine von Gurken-Schumann abreißen und dort zeitnah eine neue Kita mit 165 Plätzen errichten. Perspektivisch werde auch der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Ost-Flügel des Bayerischen Bahnhofs wieder aufgebaut und noch ein Neubau am Bayerischen Platz geschaffen, der einen optischen Übergang von der S-Bahn-Station zu den Elfgeschossern an der Straße des 18. Oktober schaffen soll, hieß es weiter.

Gemeinsame Lösung für Musikclub „Distillery“ angekündigt

Der Musikclub „Distillery“ könne in jedem Fall bis 2022 auf seinem heutigen Gelände nahe der Kurt-Eisner-Straße verbleiben, versicherte Stadtbau-Vorstand Fahrenkamp. „Für die Zeit danach arbeiten wir an einer guten, gemeinsamen Lösung und sind sehr zuversichtlich, diese schon bald gemeinsam mit der Distillery der Öffentlichkeit vorstellen zu können.“ Die Oberschule und das Gymnasium für insgesamt fast 2000 Schüler werde die Stadt selbst errichten, so Thorsten Rupp vom Stadtplanungsamt. Er hatte auch die Verhandlungen und Abstimmungen mit den Investoren geleitet. Für die kommunalen Schulbauflächen unweit der Semmelweisstraße stünden die Planungen jedoch noch fast am Anfang, räumte der Stadtplaner ein.

Neues Stadtviertel kostet über 600 Millionen Euro

Insgesamt werde der Bau des ganzen neuen Stadtviertels bis etwa 2027 dauern, meinte Rupp. Die Investitionskosten gab er mit „mehr als 600 Millionen Euro“ an. Damit es diesmal nun wirklich richtig los geht am Bayerischen Bahnhof, habe die Stadt mit beiden Investoren separate Verträge ausgehandelt. Diese Verträge enthielten „erstmals auch Vertragsstrafen, falls der Vorhabenträger bestimmte Termine nicht einhält und dies auch selbst zu verantworten hat“. Über beide Verträge solle der Stadtrat in seiner März-Sitzung entscheiden. Falls er zustimmt, könnten im Leipziger Südosten in wenigen Monaten die ersten Bauarbeiter und Bagger anrücken.

Von Jens Rometsch

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