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Lokales Neustart in Naturkundemuseum – mit Laborzelt und Umzugskarton
Leipzig Lokales Neustart in Naturkundemuseum – mit Laborzelt und Umzugskarton
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16:25 19.04.2019
Ganz schön eng hier: Ronny Maik Leder will die berühmte Ter-Meer-Sammlung präparierter Tiere zeitgemäß präsentieren. Das Naturkundemuseum wirft in einer umgestalteten Dauerschau viele Fragen auf. Quelle: Fotos: André Kempner
Leipzig

Waschen, föhnen, legen – das klingt zwar eher nach einem Frisiersalon. Die Kunden sind jedoch Tiere, die für die Nachwelt erhalten werden. Präpariert und restauriert stehen sie künftig in einem Laborzelt, das im Foyer des Naturkundemuseums am Goerdelerring aufgebaut wird. Das öffnet am Freitag wieder nach einer kurzen Umbauphase. Seit der Umzug aufs Areal der Baumwollspinnerei platzte, ist der Erneuerungsprozess im Stammhaus in vollem Gange. Erste Ideen und Konzepte werden von Freitag an erlebbar sein. „Wir möchten mit unseren Besuchern in die Zukunft blicken und zeigen, wozu unser Haus in der Lage ist, wo aber auch die Grenzen sind“, sagt Museumschef Ronny Maik Leder. Am Eingang ist eine digitale Anzeige installiert, die verdeutlicht, dass derzeit nur 50 Personen gleichzeitig in die oberen Etagen dürfen. Ein Pinguin weist darauf hin, dass die Barrierefreiheit im Erdgeschoss endet.

Kartons symbolisieren Aufbruchstimmung

Im Fokus des Museums steht eine Schauwerkstatt, die das Thema Tierpräparation beleuchtet. Das Zelt verdeutlicht eine Quarantäneabteilung, da viele historische Präparate kontaminiert sind – auch aus der einmaligen Sammlung von Hermann Ter Meer. Präparator René Diebitz wird im Zelt quasi live arbeiten. Was fertig ist, wird ausgestellt. Virtuell als 3-D-Modell entsteht die geplante Installation aus Tierkörpern verschiedener Größen und Gattungen aus allen Kontinenten. In der künftigen Präsentation des Museums (12 bis 14 Meter hoch) soll sie ein Hingucker werden. Wohin die Reise geht, ist nach wie vor offen – die Suche nach dem künftigen Standort läuft noch (die LVZ berichtete). Die bekannte Ter-Meer-Sammlung wird inmitten von Umzugskartons gezeigt, um sowohl Aufbruchsstimmung als auch die Enge zu symbolisieren.

„Wir haben keinen Platz, all die Tiere zu zeigen, die wir haben“, so der Direktor. Es gibt aber auch viele Präparate, die Eduard Poeppig (1798-1868) während seiner großen Amerikareise gesammelt hat. Dabei gehe es keineswegs darum, die bisherige Ausstellung schlecht zu machen. „Der gegenwärtige Zustand bietet keinen Raum für die ambitionierten Planungen des Museums“, konstatiert Leder, der nie einen Zweifel daran gelassen hat, mit den Sammlungen in der Champions League spielen zu wollen. Dafür gibt es in Stadtrat und Verwaltung viel Rückenwind, obwohl der Umzug in die Baumwollspinnerei aus Kostengründen gestoppt wurde.

LIS-Kinder erzählen Geschichten

In der „Geisterbahn“, den Dioramen mit größeren Tieren, bekommen Kinder von der Leipzig International School das Wort. Die haben sich zu Löwin, Eisbären oder Braunbären Geschichten einfallen lassen, die sie dort erzählen. Dafür waren sie eigens im Tonstudio. Die Aufnahmen gibt es auf Deutsch und Englisch. „Für ein Museum ist es immer das Wichtigste, Geschichten zu erzählen – hier übernehmen das Kinder“, so der Direktor. Viele andere, bislang versteckte und einmalige Objekte bekommen eine Bühne. Deshalb werden einige Vitrinen rigoros abgeklebt, mit einem Guckloch versehen. Genutzt werden knall-orangene Interventionen als Wegweiser durchs Haus. Herausgestellt wird ein unscheinbarer Zahn eines fossilen Hais, der ursprünglich neun bis zehn Meter lang war.

„Um die prähistorische Welt erlebbar zu machen, müssen wir deren Dimension zeigen“, betont Leder. Deshalb wird die Silhouette des Hais auf dem Boden erlebbar gemacht. Weitere Themen sind Inklusion und ihre Grenzen. Aber auch die Gewässerlandschaft Leipzigs. Hier sind Leipziger sogar aufgerufen, ihre Geschichten, Fotos und Filme rund um Flüsse, Seen und Bäche beizusteuern. „Die Ausstellung ist dynamisch, wird sich weiterentwickeln“, so der Direktor.

Eröffnung des umgestalteten Hauses ist am Freitag, 18 Uhr. Danach ist das Museum wieder 10 bis 18 Uhr (außer montags) zugänglich.

Von Mathias Orbeck

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