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Lokales So probt die Leipziger Feuerwehr im City-Tunnel den Ernstfall
Leipzig Lokales So probt die Leipziger Feuerwehr im City-Tunnel den Ernstfall
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11:28 12.09.2019
Notfallübung im City-Tunnel: Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei führen eine Übung im Tunnel durch, bei der in einem Szenario eine S-Bahn mit einem Gegenstand auf den Schienen kollidiert und anschließend in Brand gerät. Quelle: Christian Modla
Leipzig

In der Nacht zum Donnerstag ist an der S-Bahn-Station Markt in der Leipziger Innenstadt viel los. Aber Züge fahren nicht. Die Feuerwehr übt für den Ernstfall im City-Tunnel. Insgesamt 200 Akteure wirken bei der Übung mit, auch Darsteller und Zuschauer sind Teil der Szenarien.

In beiden Röhren steht jeweils ein Zug. Auf der einen Seite üben Spezialkräfte, wie sie einen Waggon anheben und technische Hilfe leisten. Auf der anderen Seite sollen die Einsatzkräfte einen Brand am Zug löschen und Passagiere retten.

Dafür wird ein Unfall simuliert. Ein hereinfahrender Zug kollidiert mit einem Gegenstand, der auf den Gleisen liegt. In den Wagen befinden sich insgesamt 50 Reisende. 20 von ihnen sind zum Teil schwer verletzt. Kurz nach 23 Uhr geht der Feueralarm in der Station Markt los.

Es bildet sich Rauch, rote Warnlichter blinken, eine Durchsage erklärt auf Deutsch, Englisch und Französisch, wie man die Station verlassen soll. Knapp acht Minuten später treffen die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und des Rettungsdienstes am Markt ein.

Besondere Herausforderungen in Tunneln

Bis die ersten Feuerwehrleute am Zug erscheinen, dauert es noch eine Weile. Torsten Kolbe ist Pressesprecher der Feuerwehr und an diesem Abend als Beobachter dabei. Es geht bei solchen Übungen nicht vor allem um die Schnelligkeit, sondern eher um den geordneten Ablauf, sagt Kolbe. „Wichtig ist, dass die Einsatzkräfte taktisch vorgehen, überlegt handeln und sich nicht selbst in Gefahr bringen.“ Bei dieser Übung geht es auch darum, dass die Feuerwehrleute auf besondere Herausforderungen in Tunneln achten.

Die Feuerwehr probt im City-Tunnel an der Station Markt den Notfall.

Bei solchen Situationen ist auch ein Notfallmanager der Deutschen Bahn vor Ort. „Der Experte stellt zunächst sicher, dass die Bahn geerdet und der Fahrbetrieb eingestellt ist“, erklärt André Boye, selbst Notfallmanager und Teamleiter bei der Deutschen Bahn. Zusätzlich diene der Bahnmitarbeiter den Rettungskräften als Fachberater und sichere die Voraussetzungen für einen ungehinderten Ablauf des Einsatzes.

Besonders wichtig dabei: Bevor die Passagiere gerettet werden können, muss der Brand am Zug gelöscht werden. Danach treten die Rettungskräfte in den Zug und holen die zum Teil schwer verletzten Reisenden heraus. Während die einen Feuerwehrleute Passagiere, die sich selbst bewegen können, zu den Fluchtwegen lotsen, rücken ihre Kollegen mit Tragen an. Einige Reisende sind so schwer verletzt, dass sie nicht mehr gehen können.

Positives Fazit

Auch Notfall-Schiedsrichter Uwe Kortenhof von der Feuerwehr beobachtet die Übung. Er schaut darauf, wie die Einsatzkräfte vorgehen, und er misst die Zeit. Ab und an wirft er einen kritischen Blick auf die Uhr. „Solche Übungen geben uns die Möglichkeit uns zu testen, die Abläufe zu überprüfen und uns bei Bedarf zu bessern“, erklärt Kortenhof. Eine knappe Stunde nach dem ersten Alarm sind alle Passagiere in Sicherheit und werden an der Verletztensammelstelle in der Königshauspassage versorgt.

Laut Bahn waren etwa 200 Menschen an der Übung beteiligt. Etwa vier Stunden lang war der Tunnel gesperrt, ab drei Uhr konnten die Züge wieder planmäßig fahren. Torsten Kolbe von der Feuerwehr ist zufrieden und zieht ein positives Fazit: „Das Übungsziel ist erreicht, die Verletzten wurden gerettet und geordnet dem Rettungsdienst übergeben, keiner der Feuerwehrleute ist verletzt.“

Von Elena Boshkovska

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