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Lokales Nur etwas Ruhe: Neuer Raum für Eltern kranker Kinder in Leipziger Uniklinik
Leipzig Lokales Nur etwas Ruhe: Neuer Raum für Eltern kranker Kinder in Leipziger Uniklinik
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15:03 17.05.2019
Ein neuer Rückzugsort für Eltern (v.l.): Anne-Sophie Becker, Grit Graser, Dr. Manuela Siekmeyer und Ingo Schulz im neuen Elternzimmer Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Wenn das eigene Kind ins Krankenhaus muss, dann geht für die Eltern manchmal alles ganz schnell. Keine Zeit, eine Tasche zu packen, keine Zeit, einen Babysitter für die Geschwister zu suchen. Manchmal stranden so ganze Familien auf der Kinderintensivstation im Leipziger Uniklinikum. Für sie gab es bisher nur einen kahlen Raum mit einem Sofa, auf dem sie notdürftig eine Nacht verbringen konnten. Durch den gemeinnützigen Verein „Paulis Momente hilft“ sieht das jetzt ganz anders aus.

Eltern gründeten Verein nach Tod ihres Sohnes

An den vormals nackten Wänden hängen Bilder, es gibt ein gemütliches Sofa mit Schlaffunktion, eine Schrankwand mit eingelassenem Bett, Bücher, Spiele, sogar einen Fernseher. „Es ist gut, wenn sich Geschwisterkinder beschäftigen können“, sagt Stationsärztin Manuela Siekmeyer. Sie hat sich schon lange einen Rückzugsort für Eltern gewünscht und sich deshalb an „Paulis Momente hilft“ gewandt. Dessen Gründer, Grit und Sven Graser, sind seit der Krankheit ihres eigenen Kindes mit der Uniklinik verbunden. 2012 wurde bei ihrem kleinen Sohn Paul ein Hirntumor festgestellt. Damit ihm Stammzellen transplantiert werden konnten, musste der gerade Zweijährige viele Wochen isoliert im Transplantationszelt verbringen – immer mit einem Elternteil an seiner Seite. Nach dem Eingriff ging es ihm zunächst wieder besser, bevor der Krebs zurückkehrte und Paul schließlich starb. Zu Hause – nicht in einem Krankenhaus.

Kinder sollen zu Hause sterben dürfen

„Der Verein ist aus dem entstanden, was wir selbst erfahren hatten“, sagt Grit Graser. Es sei der Wunsch ihres Sohnes gewesen, in seiner vertrauten Umgebung zu bleiben. Für Pauli konnte das nur mit viel Mühe in Zusammenarbeit mit der Uniklinik und einer Kinderärztin ermöglicht werden. Deshalb macht sich der Verein besonders für den Aufbau eines ambulanten Palliativteams für Kinder in der Region Leipzig stark, das sterbende Kinder in ihrem eigenen Zuhause begleitet. „Wir sind nur neun oder zehn Personen im Verein. Ein solches Team zu schaffen, können wir nicht leisten. Aber wir können nach außen tragen, dass es dringend benötigt wird!“

Atemholen für die Eltern in Krisensituationen

Auch der kleine Raum auf der Kinderstation kann für Eltern viel bedeuten, wenn ihr schwerkrankes Kind im Krankenhaus liegt. Zwar gibt es das Ronald-Mc-Donald-Haus für Familien schwer kranker Kinder am Uniklinikum, aber manchmal sei das auch voll, oder es käme tatsächlich auf unmittelbare Nähe und jeden Moment an, so Manuela Siekmeyer. Sie nutzt das Zimmer auch, um Eltern die Gelegenheit zu geben, sich abseits von Ärzten und Pflegern zu unterhalten. „Damit sie in der ganzen Krankenhaus-Atmosphäre etwas Ruhe haben“, so die Ärztin. Ihrer Meinung nach stellt „Paulis Momente hilft“ viel auf die Beine. So haben die Ehrenamtlichen etwa das „Mut-Perlen-Projekt“ in Leipzig ins Leben gerufen, das krebskranken Kindern Kraft und Hoffnung geben soll. Dabei erhalten die kleinen Patienten zu Therapiebeginn eine Schnur, auf die sie nach jeder Behandlung und jedem persönlichen Meilenstein, eine Perle auffädeln dürfen. Der Verein finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Wer seine Arbeit unterstützen möchte, kann das über http://www.paulis-momente-hilft.de tun.

Von Hanna Gerwig

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