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OBM Jung und russischer Generalkonsul Dronov gedenken Befreiung vom Nationalsozialismus

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17:44 08.05.2021
Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Andrey Y. Dronov, Generalkonsul der Russischen Föderation in Leipzig, legten auf dem Ostfriedhof Kränze nieder.
Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Andrey Y. Dronov, Generalkonsul der Russischen Föderation in Leipzig, legten auf dem Ostfriedhof Kränze nieder. Quelle: Stadt Leipzig
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Leipzig/Dresden

Öffentliche Veranstaltungen unterliegen wegen der Corona-Pandemie immer noch starken Einschränkungen, die auch vor historischem Gedenken nicht haltmachen. Unter anderem verzichtet deshalb auch die Stadt Leipzig auf öffentliche Veranstaltungen. Vergessen wurde der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus am Samstag jedoch nicht. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) legte gemeinsam mit Andrey Y. Dronov, Generalkonsul der Russischen Föderation in Leipzig, am Ehrenmal für die Leipziger militärischen und zivilen Gefallenen des Zweiten Weltkrieges aus der ehemaligen Sowjetunion auf dem Ostfriedhof Kränze nieder.

Auch an weiteren Gedenkorten wie an der Gedenkstätte für die 32 Opfer des Nationalsozialismus vom 13. April 1945 aus der Kaserne Leipzig-Gohlis, am Ehrenmal für die Leipziger polnischen Gefallenen des Zweiten Weltkrieges, an der Gedenkstätte für die Leipziger ausländischen Zwangsarbeiter verschiedener Nationen, am Gedenkstein für die Leipziger italienischen Opfer des Zweiten Weltkrieges, an der Gedenkstele für 26 Leipziger Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz sowie am Gedenkort für die Leipziger Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie und der Kinder-Euthanasie sind laut Angaben der Stadt Blumen niedergelegt worden.

Köpping will interkulturellen und -religiösen Austausch fördern

Sachsens für gesellschaftlichen Zusammenhalt zuständige Sozialministerin Petra Köpping (SPD) hat derweil in Dresden zum Widerstand gegen antidemokratische Bestrebungen aufgerufen. „Verbunden mit dem heutigen Gedenken an die Opfer des Krieges und des nationalsozialistischen Regimes ist auch das Bewusstsein für die Aufgabe, die wir als Generation übernommen haben“, sagte Köpping am Samstag. „Es ist unsere Pflicht, uns Hass und Hetze, Fremdenfeindlichkeit und antidemokratischen Bestrebungen entgegenzustellen.“ Diese zeigten sich gerade auch während der Pandemie „in neuem Gewand und nicht immer klar erkennbar“.

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Der 8. Mai 1945 markiert laut Köpping das Ende eines Krieges, „der unvorstellbares Leid über die Menschen brachte und zugleich das Ende des Massenmordes an den europäischen Juden und der systematischen Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma“. Angesichts zunehmender Vorurteile und Ablehnung auch aus der Mitte der Gesellschaft gegenüber jüdischen Mitbürgern sowie Sinti und Roma soll die Projektarbeit in diesem Bereich laut Köpping gestärkt werden. Im Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ könnten bis Ende Mai 2021 nochmals Förderanträge für Projekte gestellt werden, die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit abbauen helfen sowie zum interkulturellen und -religiösen Austausch und zu Toleranz und Akzeptanz beitragen.

Bürger putzen Stolpersteine in Leipzig

Mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende gegangen, der im September 1939 mit dem Überfall Hitler-Deutschlands auf Polen begonnen hatte. Rund sechs Millionen Juden wurden von den Nazis ermordet, insgesamt starben 55 bis 60 Millionen Menschen.

In Leipzig folgten zahlreiche Bürger einem Aufruf mehrerer Vereine und putzten Stolpersteine - coronakonform mit Maske und Abstand. Damit wurde an die jeweiligen Schicksale erinnert und verdeutlicht, wohin Intoleranz und Menschenfeindlichkeit führen können, sagte Irena Rudolph-Kokot vom Verein Leipzig Courage zeigen. Die Initiatoren mahnten überdies, „an unseren demokratischen Werten festzuhalten und uns für Weltoffenheit, Toleranz und Zivilcourage zu engagieren – gegenwärtig und zukünftig“. Mittlerweile sind im Stadtgebiet 209 dieser Stolpersteine verlegt, auf denen Namen ehemaliger und von den Nazis ermordeter Nachbarn stehen. Das Datum 8. Mai stehe „auch für das Einstehen gegen Rassismus, Antisemitismus, Ausgrenzung und Diskriminierung aller Art“, sagte Geschäftsführer Henry Lewkowitz.

Von Anton Zirk/dpa