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Lokales Oldtimer beliebt: Immer mehr „Schätzchen“ unterwegs
Leipzig Lokales Oldtimer beliebt: Immer mehr „Schätzchen“ unterwegs
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19:17 30.05.2019
Dieses „Schätzchen“ hat die Dekra Leipzig begutachtet: Der Mercedes 280 SL/8 (aufgrund seines Hardtops trägt er den Spitznamen „Pagode“) hat einen Marktwert von rund 100 000 Euro. Quelle: Dekra
Leipzig

Ob Moskwitsch oder Mercedes: Die Zahl der Liebhaberstücke auf den Straßen nimmt immer weiter zu. Zum 1. Januar 2019 registrierte das Leipziger Ordnungsamt exakt 9373 zugelassene Oldtimer mit Historienkennzeichen (H-Kennzeichen). In den Jahren zuvor waren es deutlich weniger: 8076 (2018) und 6973 (2017), wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilte.

Als mögliche Gründe für den Boom nennt der Leipziger Dekra-Experte Bernd Pisecky außer der Freude vieler Besitzer über ein derartiges „Schätzchen“ womöglich auch den Spaß am Schrauben sowie tatsächlich die Schaffung einer Wertanlage.

Damit liegt Leipzig übrigens voll im Trend. Deutschlandweit zählte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg zum Jahresbeginn 536 515 Fahrzeuge, die 30 Jahre oder älter waren. Das sind fast 60 000 mehr als ein Jahr zuvor. Den mit Abstand größten Anteil darunter machen die Autos (88,5 Prozent) aus.

Vorteile durch das „H“

Die meisten Oldies haben übrigens zwischen 30 und 39 Jahre auf dem Buckel, ein erheblicher Teil ist aber noch weitaus älter. Solche Fahrzeuge können ein besonderes Nummernschild tragen. Das „H“ am Ende dürfen also jene Gefährte führen, die als „historisches Kulturgut“ gelten und mindestens 30 Jahre alt sind. Für den Halter könne dies Vorteile bei Versicherung und Kfz-Steuer haben, so Insider. Zudem gewährt es die Einfahrt in Umweltzonen.

Voraussetzung wiederum, um bei der Zulassungsbehörde ein „H“ erteilt zu bekommen, ist nach Paragraf 23 der Straßenverkehrszulassungsordnung ein technisches Gutachten. Bei der Dekra-Niederlassung Leipzig steige die Nachfrage deutlich an, sagt Bernd Pisecky, Abteilungsleiter Gutachten der Sachverständigenorganisation.

Oldies erhalten Noten 1 bis 5

Autoliebhaber wie beispielsweise der Leipziger Besitzer eines Mercedes 280 SL/8 – der Pkw erhielt aufgrund seines nach innen gewölbten Hardtops übrigens den Spitznamen „Pagode“ – haben zugleich ein Bewertungsgutachten in Auftrag gegeben, bei dem das Fahrzeug nach allen Regeln der Kunst unter die Lupe genommen und letztlich benotet wird. Die „1“ bezeugt demnach einen makellosen Zustand. Sie komme aber sehr selten vor, wissen die Fachleute. Die Note 2 erhält ein Oldtimer dann, wenn er sich in mängelfreiem Zustand befindet, original oder fachgerecht und aufwendig restauriert wurde und keine fehlenden oder zusätzlich montierten Teile hat.

Auf Deutschlands Straßen sind immer mehr Oldtimer – meist mit Historienkennzeichen – unterwegs. In Leipzig stieg die Zahl der Oldies mit dem „H“ von 6973 (2017) auf 9373 (2019).

 

Für seinen aktuellen Zustand erhielt der fast fünf Jahrzehnte alte Mercedes 280 SL/8, der erstmals am 1. Juli 1970 zugelassen wurde, übrigens eine 2+. Geht ein Besitzer mit der Note 5 nach Hause, weiß er: Sein Gefährt ist tatsächlich nicht fahrbereit; es sind größere Investitionen nötig. Aber: Es ist noch restaurierbar.

Begutachtungen um 25 Prozent gestiegen

Pisecky zufolge verlangen Versicherungen bei Oldtimern in aller Regel Bewertungsgutachten. Das dürfte auch im Interesse des Eigentümers sein, sollte es zu einem Schadensfall wie Brand oder Diebstahl kommen. Die Expertise schließt letztlich auch die Wertermittlung ein. Der „Pagode“ könnte durchaus einen Marktwert von 100 000 Euro erzielen.

„Die Zahl der Oldtimer-Bewertungen ist bei uns in den letzten fünf Jahren um 25 Prozent gestiegen“, sagt Pisecky. Die Kosten für die Gutachten richten sich nach dem erforderlichen Aufwand sowie Gesamtwert des Fahrzeuges.

Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) ist übrigens der am häufigsten zugelassene Oldtimer in Deutschland immer noch der VW Käfer. Er habe im vergangenen Jahr die zweitstärkste Preissteigerung erlebt.

Dekra bewertet auch Sonderfahrzeuge

Bei der Dekra in Leipzig fahren neben VW, BMW und Mercedes auch häufiger im Osten Deutschlands vorkommende Typen vor – so der Wartburg und Trabi, zudem Marken früherer sowjetischer Automobilhersteller wie Moskwitsch, Wolga und Saporoshez oder der Zastava, einst in Jugoslawien, dann Serbien produziert. Auch Sonderfahrzeuge etwa von der Feuerwehr bis hin zum Löschgerät sind dabei.

Von Sabine Kreuz

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