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Lokales „Omas for future“: Generation 50 plus macht mobil in Leipzig
Leipzig Lokales „Omas for future“: Generation 50 plus macht mobil in Leipzig
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10:37 17.09.2019
Cordula Weimann hat die Bewegung „Omas for future“ in Leipzig gegründet. Quelle: privat
Leipzig

Die Schülerbewegung „Fridays for future“ hat viele Ableger bekommen – Wissenschaftler, Eltern oder Pädagogen haben sich angeschlossen. Jetzt wird auch die Generation der über 50-Jährigen mobil: Zur globalen Klimademonstration am Freitag (20. September) gehen in Leipzig die „Omas for future“ auf die Straße.

Initiatorin ist Cordula Weimann (60), Oma von zwei Enkelkindern (5 und 3 Jahre alt), beruflich selbstständig im Denkmalschutz. Bei der Klimademonstration am Freitag wird sie mit einigen Mitstreitern und zwei großen Bannern vorm Gewandhaus stehen. Wer will, kann sich einfach anschließen. Beginn ist 15 Uhr. Auch Opas sind natürlich willkommen.

„Ich habe jetzt erst kapiert, dass wir die Zukunft unserer Kinder zerstören“

In Leipzig und bundesweit möchte Cordula Weimann die Menschen der Generation 50 plus aufrütteln. Beziehungsweise überhaupt erst mal informieren: „Ich selbst habe erst vor acht Wochen kapiert, dass wir die Zukunft unserer Kinder zerstören.“ Ältere Menschen nutzen andere Infokanäle als die Jugend und würden daher viele Zusammenhänge einfach nicht kennen.

Weimanns persönliches Schlüsselerlebnis war es, eine Kurve der Klimaerwärmung zu betrachten – die ist in den letzten Jahren rasant angestiegen. „169 Jahre dauerte die globale Erwärmung um 0,9 Grad. Und in nur 8,5 Jahren erwärmt sich die Erde um weitere 0,6 Grad. Das zeigt, wie dramatisch die Situation ist.“

Arbeit soll nach der Demo richtig losgehen

Mit einem Wissenschaftler vom Umweltforschungszentrum hat die 60-Jährige daher kurzfristig eine Webseite erstellt. Dort steht, was Konsumenten tun können – nämlich ihre Macht gegenüber dem Handel ausspielen. Beispielsweise indem sie Hersteller und Handelsketten mit einer Flut von E-Mails überziehen und sie auffordern, Einweg-Plastikprodukte durch Mehrwegverpackungen oder kompostierbare Verpackungen zu ersetzen. Und indem sie solche Produkte schlicht nicht mehr kaufen.

Die Arbeit der „Omas for future“ soll nach der Klimademonstration erst richtig losgehen: „Es ist mir ein Herzensanliegen.“ Erste Rückmeldungen hat Cordula Weimann über ihre Webseite schon bekommen, die Gründung einer Ortsgruppe ist geplant. Am Mittwoch, 18. September, werden beim Verein Frauenkultur in der Windscheidstraße Plakate und Banner gemalt. Um Anmeldung unter zukunft@omasforfuture.de wird gebeten.

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