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Lokales Personalnot – Leipziger Verkehrsbetriebe suchen jetzt Busfahrer in Serbien
Leipzig Lokales Personalnot – Leipziger Verkehrsbetriebe suchen jetzt Busfahrer in Serbien
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22:01 28.02.2019
Der spanische Busfahrer Salvador Garcia (44) auf der Linie 70 in Leipzig. Quelle: André Kempner
Leipzig

Die Personalnot zwingt die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) zu immer ungewöhnlicheren Schritten. Nachdem das stadteigene Unternehmen schon Spanier als Fahrer angeworben hatte, soll jetzt auch in Serbien um Busfahrer geworben werden. Außerdem sollen Migranten eingestellt und schrittweise auch als Fahrer ausgebildet werden.

Mehr als 100 Mitarbeiter werden gesucht

LVB-Arbeitsdirektor Michael Halberstadt will in diesem Jahr 185 neue Fahrer einstellen, nach 111 Einstellungen im vergangenen Jahr. „Eigentlich waren in diesem Jahr 138 Einstellungen geplant – aber wir haben noch 47 unbesetzte Stellen aus dem Vorjahr, für die wir auch noch Bewerber brauchen“, skizziert Halberstadt die angespannte Lage. Aussichtslos ist die Suche offenbar nicht. „Von den 185 benötigten Mitarbeitern haben wir schon jetzt im Februar 79 vertraglich gebunden“, schildert der LVB-Manager. Zu den 79 kommen im Verlauf des Jahres noch insgesamt 20 in Spanien angeworbene neue Kollegen (die LVZ berichtete) sowie acht Auszubildende hinzu, die 2019 auslernen. „Unsere Erfahrung ist, dass unsere Auszubildenden – auch wegen der Jobgarantie – bei uns bleiben“, hofft Halberstadt. Für die LVB ist es besonders schwierig, ausgebildete Busfahrer zu finden. Denn es gibt auf dem Arbeitsmarkt kaum noch Fahrer mit einem Omnibusschein. „Wer sich dazu bereit erklärt, wird deshalb von uns ausgebildet“, schildert der Arbeitsdirektor die inzwischen gängige Praxis.

„Wir wollen schneller und direkter werden“

In den nächsten Wochen werden auch zwei Anzeigenkampagnen gestartet; außerdem wurde LVB-intern der Mittwoch zu einem „Einstellungstag“ erklärt: Jeder eingeladene Interessent kann sich an diesem Tag in der Firmen-Zentrale vorstellen und im Eignungsfall sogar noch am selben Tag eine Zusage erhalten. „Wir wollen schneller und direkter werden – mit einer hohen Verbindlichkeit für beide Seiten, inklusive Eignungstest-Gespräch und arbeitsmedizinischer Untersuchung an einem Tag“, begründet Halberstadt den ungewöhnlichen Schritt.

Auch unter Migranten wird verstärkt nach neuen Mitarbeitern Ausschau gehalten. Die ersten arbeiten bereits in der Fahrzeugreinigung. „Wir fangen mit einfachen Arbeiten an und führen sie schrittweise an höherwertige Tätigkeiten heran“, sagt Halberstadt. „Damit haben wir im vergangenen Jahr begonnen und das soll eine Regelmäßigkeit werden.“

Kooperation mit der Deutschen Angestelltenakademie

Außerdem sind die LVB mit der Deutschen Angestelltenakademie über eine sogenannte berufsfördernde Maßnahme handelseinig geworden: Diese bereitet geeignete Migranten ein halbes Jahr lang in einer geförderten Maßnahme auf eine Berufsausbildung als Fahrer bei den LVB vor, anschließend ist das Verkehrsunternehmen am Zuge. „Wir wollen so vor allem Omnibusfahrer gewinnen", sagt Halberstadt. „Im April starten wir mit den ersten zwölf Migranten. Es wäre gut, wenn wir dann zeitversetzt um sechs Monate mit dem nächsten Schwung beginnen könnten.“

Nach den guten Erfahrungen auf dem spanischen Arbeitsmarkt wollen die LVB jetzt auch in Serbien um Busfahrer werben. „Das ist etwas schwieriger, weil die Serben keine EU-Bürger sind und für eine Anstellung in Leipzig Visa benötigen“, sagt der Arbeitsdirektor. „Aber das bekommen wir in den Griff.“

Vorerst weiter Ferienfahrplan auf den Linien 2, 8 und 10

Vor allem wegen der langen Ausbildungszeiten macht den LVB das Personalproblem weiter zu schaffen. Deshalb wird das Unternehmen auf den Linien 2, 8 und 10 auch noch bis Ende März die Straßenbahnen im Ferienfahrplan fahren lassen – also alle 20 Minuten. „Wir stimmen aber den Fahrplan der Linie 10 besser mit dem der Linie 11 ab und setzen größere Fahrzeuge ein“, kündigt Arbeitsdirektor Halberstadt an. „Dadurch können wir auf der gemeinsamen Strecke der beiden Linien sicherstellen, dass alle 6,5 Minuten ein Fahrzeug kommt.“ Die Linie 10 wird nach derzeitigem Stand noch bis zum Juni eingeschränkt verkehren, die Linien 2 und 8 sollen ab 1. April wieder im üblichen Fahrplan unterwegs sein. „Auf der Linie 2 bleiben wir streckenweise aber im Schülerverkehr im 10-Minuten-Takt“, so der Manager.

Am 16. März ist nächster „Rekrutierungstag“

Übrigens: Am 16. März findet der nächste „Rekrutierungstag“ der LVB im Straßenbahnhof Angerbrücke statt. Dort sind wieder Info-Gespräche bis hin zu Vertragsabschlüssen möglich. Interessenten können in Begleitung eines LVB-Fahrschullehrers gleich mal Bus fahren.

Von Andreas Tappert

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