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Lokales Peter Degner: Die Seiferts waren seine Familie
Leipzig Lokales Peter Degner: Die Seiferts waren seine Familie
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07:01 03.02.2020
Peter Degner im Jahr 2013 in der Feinbäckerei Seifert – mit Seniorchef Manfred Seifert, Lars Seifert, Brigitte Seifert und einer Mitarbeiterin (v.r.). Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Das Geschäft der Familie Seifert in der Husemannstraße war nicht nur Peter Degners Lieblingsbäckerei. Es war sein zweites Zuhause, ein gutes Stück weit sogar seine Familie.

In der Backstube stand immer sein Schemel bereit

„Wenn er nicht schlafen konnte, war er beim Bäcker“, erzählt Brigitte Seifert, die das Familienunternehmen mit ihrem Sohn Lars führt. Der Handwerksmeister hat sich immer gefreut, wenn es morgens um halb zwei an der Tür geklopft hat. Für Peter Degner stand ein Schemel bereit – das war sein Platz. Da saß er dann, es gab ein Bier, und wenn es ihm gerade mal nicht so gut ging, auch einen Wodka. An viele lange und gute Gespräche erinnert sich Lars Seifert. Von der Arbeit abgehalten hat ihn das nie. „Ich habe es immer als Bereicherung empfunden.“ Manchmal machte Degner zwischendurch ein Nickerchen. Und es kam auch vor, dass er früh den Laden aufschloss. „Die Kunden haben gesagt: Der ist doch bei Euch Daheeme“, erzählt Brigitte Seifert. Und das stimmte. Zum Frühstück blieb oder kam er oft täglich, stand nachmittags manchmal wieder auf der Matte. Und auch Weihnachten oder Silvester feierte Peter Degner bei den Seiferts. Ende letzten Jahres brachten sie ihm einen Stollen in die Klinik.

Brigitte und Lars Seifert Quelle: Björn Meine

Eine Brezel für P.D.

Irgendwann erzählte der Impresario dem Bäckermeister von seiner Vorliebe für Blätterteigbrezeln, die es fast nirgends gebe. Lars Seifert fackelte nicht lange und kreierte ein Gebäck, das er die P.D.-Brezel nannte. Für den Abschiedsempfang im Auerbachs Keller, ein Treffen im kleineren Kreis nach der Trauerfeier, fertigte der Bäcker neben den Brezeln eine Schau-Torte. Sie zierte das Buffet – neben vielen anderen Leibspeisen des Impresarios: Kohlrouladen oder Hackepeter mit sauren Gurken.

Auf ein Bierchen bei Nachbars

Zu den Gästen des Empfangs zählten auch Cornelia und Holger Sommer. Sie wohnen in der Kreuzstraße, zwei Häuser neben Degner. Die beiden luden ihn öfter zum Mittagessen ein. Und manchmal, da klingelte es unvermittelt an der Tür: „Ich möchte einfach mal mit vernünftigen Menschen ein Bier trinken.“

Cornelia und Holger Sommer Quelle: Björn Meine

Die Sommers vermissen Degner und die erfrischenden Gespräche mit ihm schon jetzt. Die Seiferts genauso. Der Schemel in ihrer Backstube – er steht immer noch da. Wer weiß: Vielleicht sitzt der Peter da ja wieder. Irgendwie...

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