Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Polizeidirektion Leipzig wird weiter saniert – Kuppel am Haupteingang
Leipzig Lokales Polizeidirektion Leipzig wird weiter saniert – Kuppel am Haupteingang
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:34 09.08.2018
Baugerüste an der Polizeidirektion zeigen von den Umbaumaßnahmen.
Baugerüste an der Polizeidirektion zeigen von den Umbaumaßnahmen. Quelle: Foto: André Kempner
Anzeige
Leipzig

Seit Ende des 19. Jahrhunderts hat die Leipziger Polizei im Gebäudekomplex unweit des Neuen Rathauses ihren stattlichen Hauptsitz. Während die von Hugo Licht einstmals als „Königliches Polizeiamt“ entworfenen Bauwerksteile in der Dimitroffstraße bereits saniert sind, ist der zum Peterssteinweg hingewandte Teil eher marode und weitgehend leerstehend. Das soll sich ändern. Im Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) wird derzeit die denkmalgerechte Erneuerung geplant. Einige Arbeiten sind bereits angelaufen.

In einer Aufstellung der Industrie- und Handelskammer (IHK) wurden die Kosten zuletzt auf bis zu 40 Millionen Euro geschätzt. Immerhin geht es laut Ausschreibung auch um 18 000 Quadratmeter Grundfläche, die erneuert werden sollen. Genaue Angaben zu Umfang und Kosten wollte SIB-Sprecher Tobias Lorenz mit Verweis auf laufende Planungen nicht machen, einige Details gibt es aber: „Zuerst erfolgt der Ausbau der unsanierten Bereiche im Peterssteinweg 8. Diese dienen künftig zum Beispiel als Büros, Besprechungs- und Beratungsräume. Nach Fertigstellung ziehen Abteilungen der Polizei in diese Räumlichkeiten, um weitere Baufreiheit zu erreichen. So erfolgt abschnittsweise die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes“, sagte Lorenz.

Im Zuge der denkmalgerechten Erneuerung soll der Haupteingang des künftigen „Behördenzentrum Leipzig Mitte“ an der Ecke Dimitroffstraße/Petersteinweg wieder die ursprüngliche Kuppel erhalten. Diese war im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder rekonstruiert worden.

Noch ohne Kuppel. Der Haupteingang zum neuen Quelle: André Kempner

In die Sanierung einbegriffen ist auch das rückwärtige Areal entlang der Straße des 17. Juni, wo derzeit noch die Leipziger Staatsanwaltschaft untergebracht ist. Spätestens wenn deren Neubau im Justizkomplex an der Alfred-Kästner-Straße bis 2020 fertig ist, sollen auch in der Straße des 17. Juni mehr Räume von Polizisten genutzt werden können. „Der straßenseitige Gebäudeteil wird denkmalgerecht umgebaut und saniert. Der hofseitige Teil wird abgebrochen und den Anforderungen der Polizei entsprechend neu errichtet“, sagte der SIB-Sprecher. Parallel dazu werde auch der Innenhof im Carré komplett umgestaltet – inklusive einer Neuordnung der Stellplätze für Dienst-Pkw.

Um den Betrieb in der Polizeidirektion während der geplanten Bauarbeiten aufrechterhalten zu können – und wohl auch, weil schon jetzt mehr Platz gebraucht wird – sind einige Teilsanierungen bereits im Gange. So wird seit Anfang August im Dachgeschoss des Gebäudeteils Petersteinweg 2 gearbeitet, um dort den neuen Wachpolizisten künftig eine Heimat geben zu können. Bis Ende August entstehen Umkleiden, Sanitäranlagen, Büros und technische Infrastruktur, heißt es. Darüber wird denkmalgerecht mit Schiefer gedeckt. Einzelbaukosten für das Dachgeschoss: 1,9 Millionen Euro.

Bei der aktuellen Wetterlage zwar kaum denkbar, aber auch ein Sanierungsfaktor: Hochwasserschutz. Seit Anfang August wird daher die Verlegung des aktuell noch im Keller des Landgerichts an der Harkortstraße aufgestellten Haupt-Transformators vorbereitet. Angesichts von Überflutungsgefahr nach Starkregen müsse schnell gehandelt werden, erklärte Lorenz. „Der neue Standort wird in einen hochwassersicheren Bereich auf dem Gelände des Behördenzentrums verlegt. Neben der neuen Haupteinspeisung sind auch Hausanschluss- und Schalträume zu errichten.“ Gebaut wird unter beengten Bedingungen und während des laufenden Betriebs von Behörde und Mensa bis voraussichtlich Mitte 2019. Kostenpunkt dieser Teilaufgabe: drei Millionen Euro.

Nicht zuletzt ist laut Lorenz auch eine „Teilmaßnahme Medientechnik“ bereits angelaufen. „Inhalt der Maßnahme sind die Erneuerung der Medientechnik im Führungs- und Lagezentrum und im Polizeiführungsstab sowie die Optimierung der Lüftung“, erklärte der SIB-Sprecher. Konkrete Angaben dazu gibt es nicht.

Von Matthias Puppe