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Lokales Babyelefant im Zoo Leipzig: Wie sich Bên Lòng seit seiner Geburt entwickelt hat
Leipzig Lokales Babyelefant im Zoo Leipzig: Wie sich Bên Lòng seit seiner Geburt entwickelt hat
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21:12 30.09.2019
Im März hatte der bis dahin noch namenlose Minifant seinen ersten Besuch im Außengehege.  Quelle: Sebastian Willnow/dpa
Leipzig

Im Zoo Leipzig musste am Montag der kleine Elefant Bên Lòng eingeschläfert werden. Der Dickhäuter war seit Tagen matt und kraftlos, seine Blutwerte schlecht. Veterinäre, Pfleger und Mediziner der Uni-Kinderklinik hofften bis zuletzt, dass sich der Zustand bessert - vergebens. Bereits seit seiner Geburt machte der kleine Bulle dem Zoo-Team große Sorgen. Eine Chronologie.

Januar 2018 – Nach mehreren Rückschlägen verkündet der Zoo Leipzig, dass Elefantendame Hoa trächtig ist. Es war bereits der dritte Versuch: 2012 hatte Hoa ihr neugeborenes Junges unmittelbar nach der Geburt attackiert, der kleine Bulle starb kurz darauf. 2015 brachte Hoa ein weibliches Jungtier zur Welt, bei dem ein Bruch des Oberschenkels festgestellt wurde. Es wurde eingeschläfert.

25. Januar 2019– Der kleine Bulle erblickt um 21.22 Uhr im Elefantentempel Ganesha Mandir das Licht der Welt. Er wiegt 108 Kilogramm, übersteht die ersten Tage gut. Zunächst schien es, als nehme Mutter Hoa das Neugeborene an – das Elefantenkalb durfte auch einige Male bei seiner Mutter trinken.

Anfang Februar– Wenige Tage nach der Geburt trinkt das Elefantenbaby zwar bei Hoa, ein mütterliches Verhalten entwickelte die Elefantendame aber nicht. Sie sei unruhig, heißt es aus dem Zoo. Die „Tanten“ Rani und Don Chung lernen deswegen den Nachwuchs kennen – sie sollen die unerfahrene Mutter unterstützen.

Gewicht rutscht unter 100 Kilogramm

Ende Februar – Hoa hat nicht mehr ausreichend Milch, der kleine Elefantenbulle bekommt deswegen zusätzlich Ersatznahrung. Damit soll der Gewichtsverlust gestoppt werden: Das Jungtier nahm trotzdem nach und nach weiter ab.

Trauer im Zoo Leipzig: Elefantenkind Ben Long ist gestorben. Bereits seit seiner Geburt war es ein Auf und Ab für den kleinen Bullen.

Mitte März – Zwischen den Tanten und dem Nachwuchs kommt es zu Missverständnissen. Der Bulle möchte bei ihnen trinken, die Elefantendamen reagieren ruppig. Sie müssen die Regeln in der Gruppe erst definieren, so der Zoo. Mittlerweile bringt der Minifant 99,8 Kilogramm auf die Waage – nach einer ersten Zunahme hatte er zwischenzeitlich 24 Kilo abgenommen.

Ende März– 105 Kilogramm wiegt der kleine Bulle – und er darf erstmals ins Außengehege. Mittlerweile wird er nur noch mit Ersatzmilch ernährt, Hoa produziert keine Muttermilch mehr. Bisher sei die Aufzucht eines asiatischen Elefanten allein mit Ersatznahrung schwierig gewesen. Außerdem hat der kleine Bulle einen Nabelbruch, er muss operiert werden. Wegen der Vollnarkose wird der Eingriff aber vorerst aufgeschoben.

Kalb übersteht OP

Anfang April– Das Elefantenkalb ist 93 Zentimeter groß und wiegt 118,5 Kilogramm. Sieben Mal am Tag wird das Tier gefüttert, rund um die Uhr von Pflegern betreut. Elefantendame Don Chung übernimmt weitgehend die Mutterrolle. Hoa hingegen verhalte sich teilweise aggressiv.

7. Mai 2019 – Es wird ernst: Der kleine Elefantenbulle muss wegen seines Nabelbruchs operiert werden. „Mit 140 Kilo war das Jungtier jetzt kräftig genug“, teilte der Zoo mit. Die erste Nacht übersteht das Tier gut, Trinken und Verdauung funktionieren. Der Zoo sucht jetzt auch nach Namensvorschlägen für das Jungtier.

Minifant wird getauft

3. Juni 2019 – Gut vier Monate nach seiner Geburt bekommt das Elefantenkind endlich einen Namen. Nachdem beim Zoo fast 5600 Ideen eingegangen waren, wurde er Bên Lòng getauft. Übersetzt heiße das so viel wie „Durchhalten trotz Widrigkeiten“, so der Zoo.

Ende Juli 2019 – Mehr als 200 Kilo wiegt der Bulle mittlerweile. Bei sommerlichen Temperaturen planschte er im Außenbecken, entwickelte sich laut Zoo zuletzt gut.

25. September 2019 – Acht Monate nach seiner Geburt sind die Blutwerte von Bên Lòng schlecht. Er trinkt wenig, ist matt, hat wieder Gewicht verloren. Der Zoo spricht von einem „kritischen Zustand“. Auch die Uni-Kinderklinik ist in die Betreuung involviert.

30. September 2019 – Der Zoo gibt bekannt, dass Bên Lòng eingeschläfert wurde. Am Morgen konnte er nicht mehr von alleine aufstehen. „Unsere Mittel waren angesichts der Laborwerte begrenzt, aber wir haben alles Erdenkliche getan, um ihn zu stabilisieren“, teilt Zoodirektor Jörg Junhold mit. "Bis zum Schluss haben wir gehofft, dass er es schafft. Diese unsagbar schwere Entscheidung heute Vormittag war unumgänglich. Wir mussten Bên Lòng erlösen."

Von Josephine Heinze

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