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Lokales Proteste gegen rechte Biker-Demo in Leipzig
Leipzig Lokales Proteste gegen rechte Biker-Demo in Leipzig
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19:25 29.06.2019
Bikerdemo " Biker für Deutschland " vor dem Naturkundemuseum in Leipzig. Quelle: André Kempner
Leipzig

„Für den Schutz unserer Frauen und Kinder“ wollten am Samstag die „Biker für Deutschland“ durch Leipzig ziehen. 200 Personen waren zu der Demonstration angemeldet. Schlussendlich kamen etwa 20 Motorräder vor dem Endpunkt des Protestzugs – dem Parkplatz vor dem Naturkundemuseum – an. Dort folgten mehrere Redebeiträge, unter anderem auch von André Poggenburg, dem Gründer der rechten Splitterpartei „Aufbruch deutscher Patrioten - Mitteldeutschland“ (AdPM).

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite, vor dem Hotel Fürstenhof, versammelten sich etwa 40 Gegendemonstranten versammelt. Das Aktionsbündnis „Leipzig nimmt Platz“ hatte zum Gegenprotest aufgerufen. Unter ihnen waren auch Irena Rudolph-Kokot (SPD), Juliane Nagel (Linke), Mitglieder von Grünen und Die Partei sowie etwa 15 Mitglieder des Biker-Club-Verbunds „Kuhle Wampe“. „Wir wollen mit unserem Protest ein Zeichen gegen die nationalsozialistisch geprägten Biker auf der anderen Seite setzen“, sagte „Kuhle-Wampe“-Mitglied Karl.

Rechte Biker-Demo in Leipzig am 29. Juni 2019

Gegenprotest mit Unterstützung von Biker-Club

„In Leipzig ist das Tradition: Wo Rechte auftauchen, gibt es Gegenprotest“, sagte Rudolph-Kokot. Mit der Teilnahme von „Kuhle Wampe“ wolle man zeigen, „dass nicht alle Biker rechts sind“, so das SPD-Mitglied. Bei der Demonstration der „Biker für Deutschland“ gehe aus ihrer Sicht nur vorgeblich um Frauenrecht. „Das sieht man allein daran, dass nur Männer als Redner auftreten. In Wahrheit wird gegen Flüchtlinge gehetzt.“

Tatsächlich wurden die vier Redebeiträge auf Seiten der angemeldeten Demonstration ausschließlich von Männern vorgetragen. Vor rund 50 Demonstranten, höchstens ein Viertel davon Frauen, auf deren T-Shirts vor „RapeFugees“ gewarnt wurde oder auf denen das Zeichen der Identitären Bewegung zu sehen war, taten die Redner ihre „Sorgen um unser Vaterland“ kund: „Wir haben uns hier eingefunden, weil wir nicht wollen, dass unser Deutschland islamisiert wird“, begann die erste Rede. Erst im zweiten Atemzug wurden kurz Frauen und Kinder erwähnt.

Wutreden gegen Politik, Kirche und Presse

Sofort darauf kamen jedoch wieder die Themen zur Sprache, mit denen deutsche Rechtspopulisten seit Jahren hausieren gehen: Die „schwarz-rot-grüne Politiker-Kaste“ habe die Migration bewusst herbeigeführt, „um das deutsche Volk abzuschaffen“, „Lügenpresse“ und „die Pfaffen aus den evangelischen und katholischen Kirchen“ seien dabei willfährige Helfer. Weitere Feindbilder: der mutmaßliche Gender- und Klima-Wahn.

Die "Biker für Deutschland" demonstrierten am Samstag in Leipzig. Bei den anschließenden Redebeiträgen kam auch André Poggenburg (AdP) zu Wort. Im Vordergrund: Ein Mann trägt eine Weste mit dem Zeichen der Identitären Bewegung. Quelle: Christian Neffe

André Poggenburg hingegen legte in seiner Rede den Schwerpunkt anfangs tatsächlich auf Frauenthemen. Er sprach sich gegen eine Frauenquote in der Wirtschaft aus, wetterte gegen die „leidige, unverschämte #MeToo-Debatte“ – und schließlich wieder gegen den Islam, der von der Linken hofiert werde.

Einige Gegendemonstranten hatten sich derweil unmittelbar am Rand der Kundgebung platziert. Die Polizei schirmte sie ab, es blieb, bis auf einige verbale Auseinandersetzungen, friedlich.

Von Christian Neffe

Jubel beim Wildpark-Förderverein: Bei der Verleihung des Leipziger Familienfreundlichkeitspreises belegte er am Samstag den ersten Platz. Sein Engagement für Naturschutz und Bildung sowie die Förderung des Umweltbewusstseins waren ausschlaggebend, so die Jury. Es gab fünf weitere Preisträger.

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