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Lokales „Pulse of Europe“ meldet sich in Leipzig zurück
Leipzig Lokales „Pulse of Europe“ meldet sich in Leipzig zurück
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08:47 04.05.2019
Hunderte Leipziger demonstrierten im März 2017 für Europa (Archivbild). Quelle: Christian Modla
Leipzig

„Noch nie war es so wichtig, für die Zukunft Europas zu stimmen, denn Europa darf nicht scheitern!“ Mit diesem dramatischen Appell ruft die pro-europäische Bewegung „Pulse of Europe“ zu einer Kundgebung am Sonntag um 14 Uhr auf den Nikolaikirchhof – der ersten Veranstaltung der Initiative in Leipzig seit langer Zeit. Zum Auftakt vor zwei Jahren auf dem Markt konnten Hunderte Teilnehmer mobilisiert werden. Anna Richter kümmert sich beim hiesigen Ableger um die Pressearbeit. Die 19-jährige Dresdnerin ist für einen sehr europafreundlichen Studiengang in die Messestadt gezogen: Transkription und Dolmetschen für die Sprachen Französisch und Englisch. Die LVZ sprach mit ihr.

Europa ist ein Garant für Frieden“

„Pulse of Europe“ wurde 2016 in Frankfurt gegründet, um dem wachsenden Nationalismus entgegenzutreten – entmutigt Sie die fortwährende Europa-Skepsis nicht?

Nein, gerade weil in Europa so viele rechtspopulistische Parteien Aufschwung bekommen haben, müssen wir ein Zeichen setzen. Wir wollen auf die Europawahl aufmerksam machen und die Leute dazu auffordern, wählen zu gehen. Es ist dabei nicht wichtig, was gewählt wird, solange europafreundlich gewählt wird – denn Europa ist ein Garant für Frieden. Wir wollen vor allem Menschen motivieren, die mit Europa kein Problem haben.

Und die anderen, die Unzufriedenen?

Zumindest einen Anreiz für sie schaffen, über die Wahl und ihre Entscheidung nachzudenken. Wir konzentrieren uns aber klar auf diejenigen, die weder glühende Verfechter sind, noch Europa komplett ablehnen. Wir wollen die Unentschlossenen dazu bewegen, sich mit Europa auseinanderzusetzen – was läuft gut, was läuft schlecht. Für solche Debatten soll „Pulse of Europe“ eine Basis bilden.

Neue Organisationsgruppe in Leipzig gegründet

Nach dem Start der Initiative in Leipzig im März 2017 scheint Ihre Bewegung in der Stadt erlahmt – täuscht der Eindruck?

Nein, das stimmt, das Format ist nach dem Beginn relativ schnell abgeflaut und soll jetzt wiederbelebt werden. Wir haben eine neue Organisationsgruppe mit zehn Leuten gegründet. Erst mal mit dem Ziel, die Europawahl zu begleiten, danach schauen wir, wie es weitergeht.

Warum ist es um die Bewegung auch deutschlandweit ruhiger geworden?

Es gab in letzter Zeit keine so großen Ereignisse wie das Brexit-Votum 2016 oder die vielen nationalen Wahlen 2017. Als vor zwei Jahren überall gewählt wurde (unter anderem in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Anm. der Redaktion), gab es viele Anlässe, andere Länder dazu zu motivieren, keine rechtspopulistischen Parteien zu wählen. Als die Abstimmungen vorbei waren, war die Motivation geringer. Durch die Europawahl gibt es nun wieder ein klares Ziel.

Konkurrenz durch „Fridays for Future“?

Sind Sie trotzdem zufrieden mit dem, was die Bewegung bewirkt hat?

Auf jeden Fall. Ziel der Kundgebungen sollte es sein, darüber nachzudenken, was wir an Europa mögen, was wir vielleicht verändern wollen. Der Grundgedanke lautet: Es gibt die Möglichkeit an Europa mitzuwirken – und die soll ergriffen werden. In meinem Umfeld hat „Pulse of Europe“ dazu beigetragen, dass junge Leute über Europa diskutieren.

Sehen Sie die Klimaschutz-Bewegung „Fridays for Future“ als Konkurrenz, blicken gar neidisch auf deren Teilnehmerzahlen?

Gar nicht. Die Strukturen sind viel zu unterschiedlich, als dass wir uns in die Quere kommen würden: Ihre Demos sind freitags, unsere Kundgebungen am Sonntag. „Fridays for Future“ beschäftigt sich zudem mit einem anderen Thema – auch wenn es mit Europa zusammenhängt, ist Klimaschutz nicht unsere primäre Sorge.

Am Sonntag wollen Sie mit den Teilnehmern die Europa-Hymne spielen, jeder kann ein Instrument mitbringen. Machen Sie mit?

Ich spiele zwar ein Instrument, werde es aber nicht mitnehmen – mein Cello ist mir dafür dann doch etwas zu groß.

Von Maximilian König

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