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Lokales Rätselraten um Riesenaufwand an der Bornaischen Brücke
Leipzig Lokales Rätselraten um Riesenaufwand an der Bornaischen Brücke
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06:03 03.07.2019
Riesige Kabeltrassen werden verlegt. Dass sie benötigt werden, sei vor fünf Jahren beim Neubau der Brücke noch nicht absehbar gewesen, heißt es im Rathaus. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Viele Autofahrer reiben sich derzeit verblüfft die Augen. Denn im Leipziger Süden und in Markkleeberg wurden elektronische Anzeigetafeln aufgestellt, die auf die komplette Sperrung der Bornaischen Brücke hinweisen. „Die Brücke wurde doch erst vor fünf Jahren komplett abgebrochen und neu aufgebaut“, meint zum Beispiel Peter Strauß aus Lößnig. „Warum muss denn da jetzt schon wieder bis zum 25. Oktober gebaut und gesperrt werden?“

Der Senior hat sich die Baustelle sogar schon einmal vor Ort angeschaut und war erstaunt über die aufwendigen Arbeiten. „Da wird nicht nur am Fahrbahnbelag gearbeitet“, sagt er und argwöhnt: „Senkt sich die neue Brücke etwa? Oder wurde beim Bau vor fünf Jahren gepfuscht?“

„Kann man das nicht besser koordinieren?“

Der 78-Jährige verfolgt die Arbeiten vor allem deshalb aufmerksam, weil er an der Umleitungsstrecke wohnt, die wegen der Brückenarbeiten eingerichtet wurde. „Im nächsten Jahr soll in der Bornaischen Straße wieder monatelang gearbeitet werden“, sagt er mit Blick auf die avisierte Umgestaltung im Bereich vom Wiedebachplatz bis zur Ecksteinstraße. „Dann ist wieder alles gesperrt. Kann man das nicht besser koordinieren?“

Im Baustellenreport der Stadt werden die Arbeiten mit dem Verlegen von Stromkabeln und dem Rückbau von nicht mehr benötigten Kabeltrassen begründet. Dafür habe zum Zeitpunkt des Brückenbaus noch kein Erfordernis bestanden, heißt es beim Auftraggeber Netz Leipzig GmbH. Als Begründung wird nebulös ein „stetig steigender Energiebedarf rund um die Elektromobilitätsentwicklung“ angeführt. Anwohner mutmaßen bereits seit Längerem, dass die Leitungen für den Bau des geplanten Leipziger Gaskraftwerks benötigt werden könnten, als dessen Standort offenbar intern das Gelände des ehemaligen Kraftwerks um die Bornaischen Straße 120 auserkoren worden sei. Obwohl der Standort des neuen Gaskraftwerks offiziell noch nicht beschlossen ist, würden bereits Tatsachen geschaffen, vermuten Anwohner wie Paul Riedek. Auf dem alten Kraftwerksgelände wurde bereits Platz geschaffen: fünf Betriebsgebäude, eine Elektroladestation und diverse Parkplätze sind abgerissen worden, außerdem laufen Verdichtungsarbeiten auf dem Gelände.

Stadt begründet Zeitplan mit Zufahrt zum Elisabeth-Krankenhaus

Die Stadtverwaltung äußert sich dazu nicht. Sie betont aber, dass zunächst versucht worden sei, die aktuellen Bauarbeiten innerhalb der großen Bauaktivitäten im nächsten Jahr zu legen. Doch die Straßenverkehrsbehörde und die Polizei hätten dies abgelehnt, da dann das große Gebiet zwischen Prinz-Eugen- und Ecksteinstraße insbesondere für den LKW-Lieferverkehr nicht erreichbar wäre. Im Rahmen der Bauarbeiten zwischen Wiedebachplatz und Ecksteinstraße ist für die Prinz-Eugen-Straße ein beidseitiges LKW-Durchfahrtsverbot vorgesehen.

Außerdem wäre die Zufahrt zum Elisabeth-Krankenhaus über die Bornaische Straße nicht mehr möglich gewesen, heißt es im Rathaus. Dies hätte erhebliche Auswirkungen auf Rettungseinsätze in den angrenzenden Gebieten gehabt.

Zunächst hatten die Straßenverkehrsbehörde und die Polizei eine zeitgleiche Realisierung beider Bauvorhaben ins Auge gefasst – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Fahrverkehr zwischen Liechtensteinstraße und Prinz-Eugen-Straße in beiden Richtungen aufrecht erhalten werden kann, was eine Straßenbahnvollsperrung über die gesamte Bauzeit zur Folge gehabt hätte. Dies sei mit Blick auf den öffentlichen Nahverkehr nicht akzeptabel gewesen, betont die Stadtverwaltung. Diskutiert worden sei auch, die östliche Gehbahn über die Brücke zur Befahrung zu nutzen, was jedoch aus brückenstatischen Gründen nicht möglich ist.

Von Andreas Tappert

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