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Lokales Rente, Pflege und Bildung – das interessiert die Sachsen am meisten
Leipzig Lokales Rente, Pflege und Bildung – das interessiert die Sachsen am meisten
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21:02 27.08.2019
Der Themenkomplex Renten, Pflege und Gesundheit bewegt die Wähler in Sachsen am meisten. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
Leipzig

Renten, Pflege und medizinische Versorgung, das sind nach wie vor die Problemfelder, die die Sachsen am meisten bewegen. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) nennt dies in der aktuellen Umfrage der Leipziger Volkszeitung als den Themenbereich, der ihn am meisten umtreibt. Das gleiche Meinungsbild gab es schon im März und im Juni. Frauen liegen diese Themen noch mehr am Herzen als Männern – und älteren Befragten mehr als jüngeren. Für Wähler über 50 Jahre ist dies der wichtigste Problembereich, den die Politik lösen soll.

Dieses Ergebnis kann nicht verwundern, denn das Durchschnittsalter der Menschen in Sachsen lag 2018 laut Statistischem Landesamt bei 46,8 Jahren und ist damit seit 1990 um mehr als 7 Jahre angestiegen. Die Bevölkerung im Freistaat zählt mit zu den ältesten in Deutschland. Entsprechend schwer wiegen Fragen der Altersbezüge, der Versorgung von Pflegebedürftigen sowie der Erreichbarkeit von Ärzten und Krankenhäusern – auch im Wahlkampf. Bei den Wählern von CDU, FDP, AfD, SPD und Linken kommt dieser Problembereich weit vorn, nur bei den Anhängern der Grünen rangiert er deutlich weiter hinten, nach Bildung, Umweltschutz und Nahverkehr.

Bildung interessiert vor allem die Wähler zwischen 18 und 49 Jahren

„Die Themen Bildung und Rente haben zwar etwas an Bedeutung eingebüßt, sind aber noch immer ganz oben auf der Agenda“, erklärt dazu Andreas Czaplicki, der Leiter der Studie. Bei der LVZ-Umfrage vom März sorgte sich noch jeder Dritte um Rente und Pflege, auch das Thema Bildung hatte mehr Zuspruch. Es rangiert aber immer noch an zweiter Stelle, mit 26 Prozent nur ganz knapp hinter dem Komplex Rente/Gesundheit. Mehr Geld für Kitas und Schulen, das steht für die Wähler zwischen 18 und 49 Jahren ganz oben auf der Prioritätenliste für die Politiker. Vor allem die Generation der 30- bis 49-Jährigen legt darauf viel Wert. Frauen treibt der große Problembereich – Kita-Plätze, Schulen, Unterrichtsausfall, etc. – noch mehr um als Männer. Für die Wähler von Grünen und FDP ist Bildung mit Abstand das wichtigste Thema, auch bei den Anhängern von Linken, SPD und CDU liegt es vorn.

Flüchtlingszuwanderung ist Hauptthema der AfD-Wähler

Wenig relevant sind Kitas und Schulen dagegen für die Wähler der AfD. Ihr Hauptthema ist die Begrenzung der Flüchtlingszuwanderung. Da ist der Zuspruch gewachsen. Für jeden dritten AfD-Anhänger ist eine gedrosselte Einwanderung jetzt das Wichtigste; im Juni sagte dies nur jeder vierte Wähler der AfD. Dadurch ist das Thema Zuwanderungsbegrenzung jetzt an dritte Stelle gerückt, aber mit elf Prozent deutlich weniger relevant als Rente und Bildung. Bei den Wählern der anderen Parteien spielt das Thema so gut wie keine Rolle, minimal noch bei den CDU-Anhängern.

Für die Umfrage der LVZ wurden vom 8. bis 15. August 2019 genau 700 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte aus ganz Sachsen befragt. Die Interviews erfolgten durch die Leipziger IM Field GmbH in Kooperation mit dem Markt- und Meinungsforscher Dr. Andreas Czaplicki.

Nahverkehr und Kriminalitätsbekämpfung weniger relevant

Danach sind auf der großen Prioritätenliste die Themen Nahverkehr, Kriminalitätsbekämpfung und Umweltschutz eher nachrangig. Nur für jeden zehnten Befragten haben der Ausbau des Nahverkehrs in Stadt und Land oder eine bessere Kriminalitätsbekämpfung absoluten Vorrang. Der Nahverkehr bewegt die Ältern mehr als die Jüngeren und vor allem die Wähler von SPD, Linken, CDU und Grünen. Für eine bessere Kriminalitätsbekämpfung plädieren insbesondere die Wähler der AfD und der FDP.

Umweltschutz vor allem für Wähler der Grünen wichtig

Mehr Engagement für den Umweltschutz ist für jeden elften Befragten enorm wichtig. Gefordert wird das vor allem von den Wählern der Grünen, aber auch von den Anhängern der Linken und der Union, allerdings in geringerem Maße. Für die Wähler von AfD, SPD und FDP spielt der Umweltschutz eine untergeordnete Rolle.

Mehr zu tun für die Integration von Flüchtlingen, das bewegt derzeit zwar mehr Menschen als noch im März; mit vier Prozent bleibt der Anteil aber gering. Es sind vor allem Wähler von SPD, Linken und CDU.

In der LVZ-Sonntagsfragehatte die CDU 28 Prozent erreicht und die AfD 26 Prozent. Als dritte Kraft kam die Linke auf 16 Prozent. Die Grünen schafften 13 und die Liberalen fünf Prozent. Die Freien Wähler kamen nur auf drei Prozent.

Von Anita Kecke

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