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Lokales Rettungsschwimmer des DRK: Im Einsatz für Leipzig
Leipzig Lokales Rettungsschwimmer des DRK: Im Einsatz für Leipzig
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10:01 24.06.2019
Das siegreiche DRK-Team. Quelle: Wasserwacht DRK
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Leipzig

Ein Schwimmer erleidet einen Krampf im Bein, jemand verletzt sich beim Tauchen, ein Kind tritt in eine Biene – wenn im Sommer die Badeseen und Schwimmbäder rund um Leipzig gut besucht sind, kann es schnell zu Unfällen kommen. Um in diesen Fällen schnell eingreifen und helfen zu können, trainieren die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer der Wasserwacht Kreisverband Leipzig-Stadt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mehrmals die Woche. Wie schnell und sicher sie ihre Übungen dabei durchführen, haben sie erst im Mai zur Sachsen- und Thüringenmeisterschaft im Rettungsschwimmen in Gera unter Beweis gestellt. Dort holte sich die gemischte Mannschaft den Titel des Sachsenmeisters, während die Männermannschaft den dritten Platz belegte.

Wettschwimmen ist Probe für den Ernstfall

Yannick Niebuhr, technischer Leiter bei der Wasserwacht und selbst engagierter Rettungsschwimmer, hat schon zum fünften Mal an den Wettkämpfen teilgenommen. Dass es in diesem Jahr für den Sieg gereicht hat, freut ihn deshalb besonders: „Wir haben lange darauf hintrainiert. Da ist es schön zu sehen, dass wir auch im Vergleich gut sind“, sagt der 25-Jährige. Im Grunde sei ein solches Wettschwimmen auch immer die Probe für den Ernstfall. „In einem Teil geht es um die Fähigkeiten als Schwimmer, im anderen um angewandte Erste Hilfe“, erklärt Emily Ritschel, die als Trainerin mit in Gera war. Dazu gehöre das Schwimmen und Tauchen in Kleidung und mit Flossen, die Anwendung von Rettungsleinen und Gurten, die manchmal gegen starke Strömung eingesetzt werden müssen, genauso wie das Abschleppen einer bewegungsunfähigen oder zappelnden Person aus dem Wasser.

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Absicherung von Seen nicht vorgeschrieben

Um die 50 Mal käme es an Sachsens Badeseen jährlich zu Unfällen, sagt Yannick Niebuhr. Und das schließe nur die schweren und erfassten Fälle mit ein. „Die Dunkelziffer ist sicher hoch“, schätzt auch Emily Ritschel. Oft würden Vorfälle nicht gemeldet, wenn sie glimpflich ausgingen. Für die Rettungsschwimmer des DRK gehören deshalb Erste-Hilfe-Kurse ebenso zur Grundausbildung wie die Anwendung von Rettungstechniken. Dabei gibt es verschiedene Kurse für unterschiedliche Leistungs- und Altersstufen. „Viele, die bei uns einen Lehrgang absolvieren, bleiben hinterher“, sagt die 22-jährige Ritschel. Das Altersspektrum erstrecke sich von Grundschülern hin zu 80-jährigen Rentnern, die sich durch das Schwimmen weiterhin fit hielten. Ab 16 Jahren dürfen junge Rettungsschwimmer die Profis zu Einsätzen begleiten, ab 18 können sie selbst zu vollständigen Mitgliedern werden.

Im Alltag engagieren sich die Schwimmer der Wasserwacht Leipzig-Stadt des DRK regelmäßig in Leipzigs Sportbädern. „Die Absicherung von Seen ist nicht gesetzlich vorgeschrieben“, sagt Yannick Niebuhr und setzt ein „leider“ hinzu. Zu Veranstaltungen, etwa am Cospudener See, würden aber häufig Rettungsschwimmer angefordert werden. Seit diesem Jahr kommt außerdem die Betreuung einer Wasserrettungsstation an der Schladitzer Bucht hinzu. „Da hat der Betreiber entschieden, dass ihm Sicherheit wichtig ist. Die Einsätze sind oft am Wochenende oder in den Sommerferien, deshalb schaffen wir das“, so der Student. Beim Deutschen Roten Kreuz ist der Rettungsschwimmer ein Ehrenamt – die Mitglieder arbeiten nicht selten Vollzeit, gehen noch zur Schule oder studieren. Für Emily Ritschel lohnt sich der Aufwand aber. „Das Schwimmen war schon immer mein Sport. Und als Rettungsschwimmerin tue ich etwas sinnvolles und kann mich einbringen“, so die 22-Jährige. Ein besseres Hobby könne es kaum geben.

Von Hanna Gerwig