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Lokales Rohrbruch löst Schimmel in Leipziger Hochzeitskeller aus
Leipzig Lokales Rohrbruch löst Schimmel in Leipziger Hochzeitskeller aus
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13:20 20.12.2017
Das erste Hochzeitspaar in den Kasematten unterm Neuen Rathaus war von Fotografen dicht umringt.  Quelle: André Kempner
Leipzig

 Ein Rohrbruch in den erst in diesem Jahr eröffneten Trauzimmern des Standesamtes in den Kasematten unter dem Neuen Rathaus hat einen Schimmelpilzbefall ausgelöst. Wie ein Sprecher der Stadtverwaltung gestern mitteilte, seien die Sporen umgehend entfernt und die Ursache für ihre Ausbreitung beseitigt worden. Auslöser sei eine defekte Wasserleitung im Behinderten-WC gewesen, die instandgesetzt wurde. Zudem seien zusätzliche Lüfter aufgestellt worden. „Es bestand zu keiner Zeit eine akute Gefahr für Heiratende“, versicherte der Sprecher weiter.

Nach dem 520 000 Euro teuren Ausbau der bis dahin ungenutzten Kellergewölbe ließ sich darin zu Pfingsten anlässlich des Wave-Gotik-Treffens das erste Brautpaar trauen. Schon kurz darauf seien Schwarzfärbungen an den Wänden aufgefallen, berichtete Standesamtsleiter Uwe Bernhardt. Bewirtschaftet werden die Räume vom Amt für Gebäudemanagement im Dezernat von Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). Diese musste sich erst in der vorigen Woche im Stadtrat massive Kritik anhören, weil ihre Behörde gegen einen Schimmelbefall in der Connewitzer Grundschule seit Monaten nichts unternimmt (die LVZ berichtete).

Im Fall der Kasematten stellten Hygiene-Experten am 16. Juni fest, worum es sich handelt und wie weit sich der Schimmel schon ausgedehnt hatte. Bis zu einem halben Meter hoch wuchsen die Sporen (unter anderem der Gattung Acremonium, Aspergillus, Penicillium und Rhizopus) an Wänden im Trauzimmer und in einem Toilettenvorraum empor, auch an den Gewölbedecken wurden die Inspektoren fündig. Im Untersuchungsbericht, der der LVZ vorliegt, wurden Auflagen zur umgehenden Beseitigung des Schimmels und seiner Ursachen erteilt. Zur weiteren Nutzung der Räumlichkeiten hieß es: „Wenn eine regelmäßige, dauerhafte Nutzung des Objektes vorgesehen ist, sollte dies mit einem Arbeitsmediziner besprochen werden. Für Besucher und Gäste, die das Objekt nicht regelmäßig besuchen, besteht keine akute Gefahr.“ Ausgenommen davon sind allerdings Menschen mit Allergieneigung, Atemwegserkrankungen und geschwächter Immunabwehr. „Diese sollten informiert werden bzw. sollte ihnen vom Betreten der Räume abgeraten werden.“ Denn Schimmel kann beim Menschen Allergien und Infektionen auslösen.

Das Standesamt bietet allerdings nicht ständig, sondern regulär nur an jedem zweiten Freitag im Monat Trauungen in den Kasematten an. „Wir hatten dort im Juni und September Eheschließungen“, so Bernhardt. Die rund 500 Jahre alten Kellergewölbe der alten Pleißenburg mit ihrem mystischen Ambiente bieten Platz für Hochzeiten mit bis zu 90 Personen. Wer dort den Bund fürs Leben schließen will, muss sogar 200 Euro extra zahlen. Vorsichtshalber informiert das Standesamt jede Hochzeitsgesellschaft schon vorab über die Verhältnisse in den historischen Gemäuern. Bernhardt: „Wir weisen vorab jeden auf die Besonderheiten der Kasematten hin – auf die baulichen Gegebenheiten, höhere Feuchtigkeit und die durchschnittliche Temperatur von nur 15 Grad Celsius. Damit es am Ende keine bösen Überraschungen gibt.“

Von Klaus Staeubert

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