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Lokales SAB-Sitz soll in zwei Jahren fertig sein und maximal 158 Millionen Euro Kosten
Leipzig Lokales SAB-Sitz soll in zwei Jahren fertig sein und maximal 158 Millionen Euro Kosten
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18:04 28.03.2019
Der Rohbau für den künftigen Sitz der Sächsischen Aufbaubank (SAB) in Leipzig wurde soeben fertiggestellt. Quelle: Kempner
Leipzig

Seit 2016 errichtet die Sächsische Aufbaubank (SAB) an der Gerberstraße in Leipzig ihren neuen Unternehmenssitz. Nach jüngst erfolgten Umplanungen wird er eine Kapazität für bis zu 500 Mitarbeiter haben – und davor einen öffentlichen Platz mit 240 Säulen, jede einzelne 24 Meter hoch.

Eine Art Lustgarten aus 240 Säulen, die ein teilweise durchlöchertes Dach tragen, wird vor dem eigentlichen Bank-Gebäude entstehen. Die Säulen dienen auch der umweltschonenden Kühlung des weitgehend verglasten Bürohauses. In dem Garten hat jeder Bürger jederzeit Zutritt. Dort sollen nach der Fertigstellung 2021 auch Veranstaltungen stattfinden. Quelle: Acme

Viele Leipziger fühlten sich bereits an den City-Tunnel oder an den Kirche-Aula-Bau „Paulinum“ für die Universität erinnert. Auch das waren Großprojekte des Freistaats in der Messestadt, die viel mehr Zeit und Geld verschlangen als ursprünglich vorgesehen. Doch diesem Eindruck trat SAB-Vorstandschef Stefan Weber am Donnerstag entgegen. „Wir bewegen und nach wie vor innerhalb des Gesamtkostenrisikos, das unserem Verwaltungsrat und dem Vorstand von Anfang an bekannt war“, sagte er. Da inzwischen viele weitere Bauaufträge vergeben werden konnten, sei das Risiko etwas gesunken: von 161 auf 158 Millionen Euro.

Risiko-Aufschläge von vorherein eingeplant

In einer Pressemitteilung erläuterte die Bank, dass zum Start der Arbeiten im Jahr 2016 eine vorläufige Schätzung der Entwurfsplaner vorgelegen habe, die von 107 Millionen Euro ausging. Diesem Ansatz seien zwei Risikoaufschläge hinzugesellt worden: 35 Millionen Euro für erwartbare Mehrausgaben durch Baupreissteigerungen, Nachträge oder Unwägbarkeiten bei Vergabeverfahren sowie 19 Millionen Euro für eher unwahrscheinliche Ereignisse wie Insolvenzen beteiligter Firmen. „Dieses war Grundlage für die Gremienbeschlüsse der Bank“, wird nun betont.

Ein aktueller Blick vom Westin-Hotel auf die SAB-Baustelle in Leipzig. Quelle: André Kempner

Tatsächlich seien allein die Baupreise seit Mitte 2016 um 15 Prozent gestiegen. Erhebliche Zusatzkosten seien außerdem durch die Insolvenz des Generalplaners – eines deutschen Ablegers des Londoner Architekturbüros Acme – entstanden. Das Büro hatte 2013 einen internationalen Architekturwettbewerb gewonnen. Da es zuvor schon Großprojekte wie die BBC-Konzerthalle in London, im australischen Melbourne, Istanbul oder Hamburg verwirklicht hatte, bestand kein Zweifel an der Leistungsfähigkeit.

Vertrag mit Generalplaner 2018 gekündigt

„2018 haben wir unseren Vertrag mit dem Generalplaner gekündigt“, sagte Vorstandschef Weber. Die in dem Zusammenhang nötig gewordenen Neubeauftragungen und Umplanungen hätten mehr als sechs Monate Zeit gekostet. „Auf der Baustelle vor Ort wurde aber ohne Unterbrechung jeden Tag weitergearbeitet. Der Rohbau wurde erst vergangene Woche fertiggestellt.“

Höhe der tatsächlichen Baukosten noch unklar

Baukostenrisiko sei nicht zu verwechseln mit den tatsächlichen Baukosten. Letztere würden sich am Ende wahrscheinlich in einem Korridor von 145 bis 158 Millionen Euro bewegen. Bei vielen Positionen stehe der Betrag noch nicht endgültig fest. Dass die intern bekannten Risikoaufschläge nicht früher nach außen kommuniziert wurden, sei marktübliches Verhalten, so eine SAB-Sprecherin. Sonst könnten viele Baufirmen ihre Preisangebote von vornherein höher schrauben.

Mehr als 80 Säulen stehen inzwischen. Bei den künftigen Büroetagen fehlen nur noch die Glaswände. Quelle: André Kempner

Ende 2020 soll das gesamte Ensemble an der Gerberstraße fertig sein, nach der Bauabnahme und Probebetrieb ab dem Frühjahr 2021 sukzessive bezogen werden, hieß es weiter. Noch sei nicht entschieden, welche Bereiche der SAB (die zurzeit 1000 Mitarbeiter zählt und ihren Schwerpunkt in Dresden hat) künftig in Leipzig angesiedelt werden.

Zeitverzug bei Abriss und durch Konkurrentenklage

Wie berichtet, war es bereits bei den Abbrucharbeiten für das frühere Robotron-Gebäude an der Gerberstraße und durch die Klage eines im Architekturwettbewerb unterlegenen Büros zu anderthalb Jahren Verzögerung gekommen. Ganz am Anfang gab es mal Schätzungen, der neue Sitz werde 60 Millionen Euro an reinen Baukosten benötigen und Ende 2018 fertig sein.

So soll sich das Bank-Ensemble an der Gerberstraße (links) künftig ins Leipziger Stadtbild einordnen. Quelle: Acme

Bank-Chef Weber betonte am Donnerstag, dass kein Cent Steuergeld in das Vorhaben fließe. „Wir finanzieren das komplett aus eigenen Mitteln.“ Für die SAB sei es letztlich nahezu ein Null-Summen-Spiel, da den Baukosten ein Zugewinn in der Bilanz durch den Wert des neuen Gebäudes sowie künftige Mieteinsparungen in Dresden gegenüberstehen.

Von Jens Rometsch

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