Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Verurteilter Jura-Referendar darf Volljurist werden – Krawalle in Connewitz
Leipzig Lokales Verurteilter Jura-Referendar darf Volljurist werden – Krawalle in Connewitz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
13:36 19.05.2020
Trotz rechtskräftiger Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe wegen Landfriedensbruchs wird ein sächsischer Jura-Referendar nicht entlassen. Quelle: Arne Dedert/dpa
Anzeige
Dresden/Leipzig

Trotz rechtskräftiger Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe wegen Landfriedensbruchs wird ein sächsischer Jura-Referendar nicht entlassen. Das berichtete das Magazin Legal Tribune Online am Montagabend unter Berufung auf eine Pressesprecherin des zuständigen Oberlandesgerichts (OLG) Dresden.

Die Entlassung von Brian E. aus dem juristischen Vorbereitungsdienst würde bedeuten, „dass er die Ausbildung zum Volljuristen nicht abschließen kann und ihm damit das Ergreifen eines juristischen Berufes auf Dauer verwehrt wäre“, hieß es zur Begründung der Entscheidung.

Anzeige

OLG weist Revision zurück

Das Amtsgericht Leipzig hatte den angehenden Juristen Ende 2018 wegen Landfriedensbruchs zu einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt. Vergangene Woche hatte das Oberlandesgericht Dresden die Revision des 27-Jährigen als unbegründet zurückgewiesen, das Urteil wurde rechtskräftig. Damit stand auch die berufliche Zukunft als Jurist für den 27-Jährigen auf der Kippe. Er hatte das zweijährige Referendariat im November 2018 am Landgericht Chemnitz begonnen.

Monopol der Juristenausbildung

Das OLG erklärte laut Legal Tribune Online seine Entscheidung mit dem eigenen Monopol bei der Juristenausbildung. „Es besteht keine Möglichkeit, den juristischen Vorbereitungsdienst außerhalb der Justiz zu absolvieren“, sagte die Sprecherin. Bei Brian E. überwiege das Grundrecht aus Artikel 12 Grundgesetz, dass die Berufswahlfreiheit garantiert. Das dem Grundrecht gegenüberstehende Interesse der funktionierenden Rechtspflege müsse zurücktreten, heißt es weiter.

Anstellung im Staatsdienst nicht zu erwarten

Jede Berufstätigkeit als Volljurist auch außerhalb des Staatsdienstes, etwa als Rechtsanwalt oder Jurist in einem Unternehmen, einem Verband oder dergleichen, setze das Durchlaufen dieser Ausbildung voraus. Abschließend teilt das OLG mit: Eine Anstellung im Staatsdienst nach Beendigung der Ausbildung sei weder angestrebt noch zu erwarten.

Beteiligung in Connewitz

E. hatte seine Beteiligung an einem Aufmarsch von rund 250 Hooligans und Rechtsextremen am 11. Januar 2016 in dem linksgeprägten Stadtteil Connewitz eingeräumt und sich bei den Opfern entschuldigt. Bei den Krawallen war ein Schaden von mehr als 100.000 Euro entstanden.

Für Aufsehen sorgte auch ein Tattoo des Kampfsportlers. Es soll bei einem Wettkampf in Österreich entstanden sein und ein Hakenkreuz auf dem Oberkörper des Mannes zeigen. Brian E. behauptete stets, das Foto sei manipuliert worden. Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Wels wurden später eingestellt.

Lesen Sie auch

Von LVZ

Anzeige