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Lokales Sachsens größtes Zweirad-Center in Leipzig eröffnet
Leipzig Lokales Sachsens größtes Zweirad-Center in Leipzig eröffnet
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09:47 05.04.2019
Auf der Teststrecke in der Hallenmitte drehten auch (von rechts) Firmengründer Helmut Stadler (77), dessen Tochter Caroline Elleke (40) und der Leipziger Filialleiter Sascha Hohlbaum (42) eine Runde. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Es gab keine große Einweihungszeremonie. Am Donnerstag um 10 Uhr eröffnete die Familie Stadler ganz unprätentiös ihr 20. Zweirad-Center in Deutschland. Genauer gesagt gingen einfach die Automatik-Türen des imposanten Bauwerks auf der Alten Messe – neben dem HIT-Markt – auf. Dahinter begrüßten Dutzende Mitarbeiter in gelben Shirts die Kundschaft.

Inhaber-Familie berät selbst die Kundschaft

Etlichen Neugierigen dürfte gar nicht aufgefallen sein, wenn sie durch Firmengründer Helmut Stadler (77) oder dessen Tochter Caroline Elleke (40) zu verschiedensten Fahrrädern beraten wurden. Die Inhaber-Familie ließ es sich nicht nehmen, am ersten Tag den Umsatz auch ganz direkt anzukurbeln. Geschäftsführerin Elleke hatte seit den ersten Ideen 2013 die Sanierung der Messehalle 15 geleitet. Zur Frühjahrsmesse 1928 war diese Halle für Aussteller der Automobilindustrie errichtet worden.

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Nicht nur hunderte verschiedene Fahrrad-Typen für Radler jeden Alters gibt es in der neuen Leipziger Stadler-Niederlassung zu entdecken.

Größtes stützenfreies Gebäude der Welt

In dem 100 mal 140 Meter langen Gebäude gab es damals keinerlei Zwischenstützen, die den Raumeindruck stören könnten. Eine freie Spannweite solchen Ausmaßes war zuvor nirgendwo auf der Welt erreicht worden. Nach starken Kriegszerstörungen wurden bis 1951 nur etwa 60 Prozent der Halle wieder aufgebaut, zudem im Inneren Metallstützen und eine Galerie eingezogen. Nach 1990 gab die Stadt Leipzig die Halle zum Abriss frei.

Acht Meter hohes Sheddach lässt Licht herein

Nach langem Leerstand fand der Regensburger Zweirad-Händler Stadler Gefallen an dem Objekt. „Wir lieben einfach den Charme solcher alten Gebäude“, erklärte Elleke gestern. Deshalb habe die Firma Stadler zum Beispiel auch schon einen ehemaligen Schlachthof in Berlin oder eine Hanomag-Halle in Hannover saniert. In Leipzig sorgten die Planungsbüros Jost Westphal (Bremen) und K.O.P. Klinge Otto (Leipzig) für die denkmalgerechte Wiederherstellung der 20 Meter aufragenden Halle. Oben drüber wurde sogar noch ein acht Meter hohes Sheddach im Original rekonstruiert. Alle DDR-Einbauten und Stützen kamen wieder weg. Die Fassade (an der Südseite laufen noch Restarbeiten) erhielt ihre Gestalt von 1928 zurück.

Freier Blick durch 100 Meter lange Halle

„Die Baustelle hat einen zweistelligen Millionenbetrag verschlungen – aber das Ergebnis ist spektakulär“, sagte Elleke. Tatsächlich haben die Besucher nun wieder einen freien Blick durch das 100 Meter lange Gebäude. In dessen Mitte gibt es eine Teststrecke für die Fahrzeuge.

„Wir bieten alles, was zwei Räder und keinen Verbrennungsmotor hat“, so der Leipziger Niederlassungsleiter Sascha Hohlbaum (42). „Natürlich auch sämtliches Zubehör.“ Da E-Bikes immer rasanter werden, verfüge das „größte Zweirad-Center Sachsens“ nun auch über Motorrad-Kleidung und -helme.

Werkstatt hilft sofort oder am selben Tag

„In der Werkstatt versuchen wir, allen Kunden sofort oder zumindest am selben Tag zu helfen“, ergänzte Senior Helmut Stadler. Er hatte einst die Idee einer „permanenten Fahrradmesse mit breitem Sortiment in großen Hallen“ entwickelt, leitete nun auch die Aufteilung und Präsentation der Warengruppen auf den 6000 Quadratmetern Verkaufsfläche in Leipzig. Zu ihnen kommen 4000 Quadratmeter für Lager, Werkstatt sowie Sozialräume für die knapp 100 Beschäftigten hinzu.

Standort im Nova Eventis bleibt erhalten

Helmut Stadlers Vater Josef fing 1936 mit einem kleinen Fahrradgeschäft in der Regensburger Altstadt an. Ab sofort ist das Familienunternehmen gleich zweimal ganz groß im Raum Leipzig vertreten: Entgegen früherer Überlegungen bleibt auch die Niederlassung im Einkaufspark Nova Eventis an der A9 auf absehbare Zeit bestehen.

Von Jens Rometsch