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Lokales Sächsische Politiker reagieren empört auf geplante Siemens-Werksschließungen
Leipzig Lokales Sächsische Politiker reagieren empört auf geplante Siemens-Werksschließungen
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23:07 16.11.2017
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zeigte kein Verständnis für die Schließungspläne. (Archiv)  Quelle: dpa
Görlitz/Leipzig

 Die Ankündigung des Elektrokonzerns Siemens, seine Werke in Görlitz und Leipzig schließen zu wollen, hat in Sachsen Empörung ausgelöst. „Ich habe überhaupt kein Verständnis für diese Entscheidungen, die jegliche regionale Verantwortung eines großen deutschen Konzerns vermissen lassen“, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Donnerstag. Die Regierung werde sich gegen die Pläne zur Wehr setzen.

Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sagte Unterstützung zu. „Das kann nicht das letzte Wort sein“, sagte er. „Nun kommt es auf die Stimmen im Aufsichtsrat an. Die Staatsregierung steht an der Seite der Arbeitnehmervertreter und der IG Metall im Aufsichtsrat, die einem solchen Konzept eine Abfuhr erteilen müssen.“

„Es ist eine katastrophale Entscheidung“, sagte der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege (parteilos). Zulieferer und Dienstleister der Region seien auf Siemens konzentriert. „Die leben alle davon“, sagte er. Mit Schließungen im Osten wähle Siemens den „billigsten Weg, den Weg des geringsten Widerstands“. Die Wirtschaftslobby der Region sei einfach zu schwach.

Leipzigs Oberbürgermeister Jung zeigte sich empört

Auch Burkhart Jung (SPD), Oberbürgermeister von Leipzig, zeigte sich empört. „Milliardengewinn und gleichzeitig der Rausschmiss von tausenden Mitarbeitern – Siemens zeigt, dass das leider kein Widerspruch ist“, sagte er laut einer Mitteilung. „Siemens hat offensichtlich die Energiewende und deren Auswirkungen auf das Geschäft verschlafen.“

Die Gewerkschaft IG Metall kündigte an, die Pläne nicht hinnehmen zu wollen. Man werde „alles dafür tun“, dass der Standort Görlitz erhalten bleibe, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Ostsachsen, Jan Otto. Für den 23. November sei eine Demonstration in Berlin mit 300 Mitarbeitern des Turbinenwerks geplant. In Leipzig hatten am Donnerstag schon vor Bekanntwerden der Kürzungspläne 300 Mitarbeiter für den Erhalt ihres Arbeitsplatzes demonstriert, wie die Gewerkschaft mitteilte. Am Abend versammelten sich mehrere Dutzend Angestellte vor dem Görlitzer Werk zu einer Art Mahnwache.

 

 

Von dpa