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Lokales „Schalom“ – Miteinander der Generationen steht im Zentrum
Leipzig Lokales „Schalom“ – Miteinander der Generationen steht im Zentrum
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15:43 14.06.2019
Werben für die Jüdische Woche: Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde;  Susanne Kucharski-Huniat, Leiterin des Kulturamtes; Kerstin Plowinski, Geschäftsführerin der Ephraim Carlebach Stiftung; Ludwig Böhme, Künstlerischer Leiter des Leipziger Synagogalchores (von links). Quelle: Mathias Orbeck
Leipzig

Es ist die Nr. 13. Ermüdungserscheinungen gibt es bei der Jüdische Woche dennoch nicht. Die begeht Leipzig unter dem Motto „L’dor v’dor - Von Generation zu Generation“. Vom 23. bis 30. Juni können Besucher bei mehr als 100 Veranstaltungen die Vielfalt jüdischer Kunst und Kultur erleben. „Das Netzwerk, zu dem mehr als 60 Institutionen und Vereine gehören, ist kreativ und bietet immer wieder Neues“, sagt Susanne Kucharski-Huniat, die Kulturamtsleiterin. Die Stadt gestaltet die Jüdische Woche alle zwei Jahre gemeinsam mit dem Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus und der Ephraim Carlebach Stiftung. Am Freitag wurde das Programm vorgestellt. Ein Höhepunkt wird „Bloch im Bahnhof“ sein, bei dem eines der größten jüdischen Werke für Chor und Orchester vor der imposanten Kulisse des Leipziger Hauptbahnhofs (Osthalle) erklingen wird.

Ehemalige Leipziger als Gäste erwartet

„Es ist der Sinn von Feiertagen und Traditionen, sie von Generation zu Generation weiterzugeben. Deshalb haben wir auch das Motto gewählt“, sagt Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde. Die Stadt hat erneut Frauen und Männer jüdischen Glaubens eingeladen, die während der Naziherrschaft gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen. Viele kommen inzwischen mit Enkeln und Urenkeln. 70 Gäste aus Israel, den USA, Großbritannien, Deutschland, Japan, Australien und Neuseeland werden erwartet. Einige von ihnen berichten über Kindheitserlebnisse und Erinnerungen ihrer Eltern und Großeltern.

Die Jüdische Woche findet vom 23. bis 30. Juni 2019 statt. Quelle: LVZ

Denn hierzulande ist nach wie vor viel Aufklärung über das Judentum und den Holocaust notwendig. „Die Entwicklungen in unserer Gesellschaft zeigen, wie notwendig es ist, Informationen über jüdisches Leben an die Jüngeren weiterzureichen“, ergänzt Kerstin Plowinski, Geschäftsführerin der Ephraim Carlebach Stiftung. „Judentum ist ein Thema, das bei jüngeren Menschen immer mehr verblasst und auch im Unterricht in den Schulen eingekürzt wird.“

Spannendes Orchesterwerk auf dem Hauptbahnhof

Mit Konzerten, Lesungen, Filmen, Vorträgen, Zeitzeugengesprächen, Stadtrundgängen, Theater und Tanz tauchen die Gäste dieser besonderen Woche in jüdisches Leben, in Alltag und Festtage, in Religion und Kunst ein. So begegnen sich beispielsweise Orient und Okzident beim „Shalomaleikum“ mit dem Ensemble „Klänge der Hoffnung“ im UT Connewitz. Beim Konzert „Yael Deckelbaum & The Mothers“ im Werk 2 können Interessierte dem Sound moderner jüdischer Musik lauschen.

Leipziger Synagogalchor. Quelle: Anne Hornemann

Beim fulminanten Abschlusskonzert am 30. Juni erklingt eines der größten jüdischen Werke für Chor und Orchester, das „Avodath Hakodesh“ von Ernest Bloch (1880– 1959). „Es wird spannend, weil wir das Stück mit vielen Jugendlichen an einem spannenden Ort wie dem Hauptbahnhof aufführen“, so Ludwig Böhme, Künstlerischer Leiter des Leipziger Synagogalchores. Dazu gehören beispielsweise der Gewandhausjugendchor und das Jugendsinfonieorchester sowie der Moran Choir aus Israel. Schwierig wird dabei wohl die Akustik in der Osthalle des Hauptbahnhofs. Böhme: „Wir werden das meistern.“

Programmhefte gibt es in allen teilnehmenden Veranstaltungsorten, im Neuen Rathaus, in den Bürgerämtern und in der Tourist-Information. Weitere Informationen sind auch unter www.leipzig.de zu finden.

Von Mathias Orbeck

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