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Lokales Schlaganfall-Nachsorge per App
Leipzig Lokales Schlaganfall-Nachsorge per App
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18:08 27.02.2019
Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (rechts) lässt sich von Dominik Michalski (links) und Joseph Claßen die Stroke Unit des Uniklinikums erklären. Für ein Projekt zur Schlaganfall-Nachsorge übergab sie einen Fördermittelbescheid. Quelle: Foto: Dirk Knofe
Leipzig

Schlaganfallnachsorge per App, bequem am heimischen Tablet? Das ist kein Luftschloss, sondern ein neues Projekt des Universitätsklinikums Leipzig, das zwei Fördermittelbescheide vom Freistaat Sachsen erhalten hat. Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) übergab in der Liebigstraße die finanzielle Förderung in Höhe von rund zwei Millionen Euro.

Intensivere Nachsorge nach dem Klinikaufenthalt

Das Digitalprojekt trägt den Namen „PostStroke-Manager“, das in einer Zusammenarbeit der Medizinischen Fakultät und des Instituts für Angewandte Informatik (InfAI) entsteht. Professor Dominik Michalski, Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Neurologie, sowie Professorin Galina Ivanova vom Interdisziplinären Kompetenzzentrum Biomedical Data Science (BDS) zeichnen für die Idee verantwortlich. „Wir sehen immer wieder, wie es den Patienten geht, wenn sie nach einem Schlaganfall die Klinik verlassen. Und daraus ist die Idee der intensiveren Nachsorge und Zweit-Prävention entstanden“, erläuterte Michalski. Der Direktor der Poliklinik für Neurologie, Professor Joseph Claßen, unterstrich die Wichtigkeit dieses Projektes: „Die Erkrankung Schlaganfall hört nicht mit dem Verlassen der Klinik auf. Viele Patienten haben ihr Leben lang mit den Folgen zu kämpfen. Genau hier setzt der ,PostStroke-Manager‘ an.“

Besondere Mischung: Patientenversorgung und Informatik

Medizin-Dekan Professor Christoph Josten sah einen interessanten Punkt vor allem in der Verzahnung von Patientenversorgung und Informatik. „Aber wie kann ich mir diese App denn vorstellen, wenn sie entwickelt ist?“, fragte Ministerin Klepsch beim Rundgang über die Stroke Unit, die Schlaganfallstation des Klinikums. Michalski verglich das Konzept der App mit einem Netzwerk: „Alle behandelnden Personen, vom Klinikarzt über den Hausarzt bis zum Physiotherapeuten oder Logopäden, sollen auf die App zugreifen können und so in eine vereinfachte Kommunikation mit dem Patienten treten, sobald dieser wieder zu Hause ist.“

Vernetzung zwischen Patient und Ärzten

Gleichzeitig könnten sich die Behandelnden untereinander vernetzen und so aufgrund der ermittelten Daten eine individuellere Therapie zur Nachsorge entwickeln. Dabei solle der Patient aber auch Selbstmanagement entfalten, „um auch daheim an Defiziten zu arbeiten und diese eventuell zu eliminieren“.

Die App überwacht Blutdruck und Herzfrequenz, erinnert aber auch an die regelmäßige Medikamenteneinnahme. Die ermittelten Daten fallen natürlich unter strenge Datenschutzregeln, die in der App integriert sind. Dreieinhalb Jahre sind für das Projekt angesetzt, in denen an 90 Patienten geforscht wird. Unterstützende Partner sind die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und die Deutsche Rentenversicherung.

Von Katharina Stork

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