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Lokales Schließung der Grubehalle: Ulbigs Entscheidung hat alle überrascht
Leipzig Lokales Schließung der Grubehalle: Ulbigs Entscheidung hat alle überrascht
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16:09 29.01.2016
Einbauten wie diese Trennwände, müssen nach dem Auszug der noch etwa 50 Flüchtlinge wieder entfernt werden.
Einbauten wie diese Trennwände, müssen nach dem Auszug der noch etwa 50 Flüchtlinge wieder entfernt werden. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

In der Leipziger Grubehalle wissen die Helfer nicht, wie es weitergehen soll. Am Donnerstag hatte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) verkündet, dass die Erstaufnahmeeinrichtung in der kommenden Woche geschlossen werden soll. Die Johanniter, welche vor Ort als Betreiber engagiert sind, erfuhren erst aus den Medien von der Entscheidung.

Wieland Keller, dem zuständige Regionalvorstand der Johanniter, lag am Freitagmorgen noch keine Kündigung seitens der zuständigen Landesdirektion vor. „Es hatte sich im Vorfeld abgezeichnet, dass es da Veränderungen geben wird“, erklärte er gegenüber LVZ.de. Informiert war der Betreiber aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Dies geschah erst im Laufe des Freitags. „Wir haben zum 31. März eine Kündigung.“ Es bestehe ein großes öffentliches Interesse an der Nutzung von Hallen wie der am Sportforum, so die Behörde. Bislang wird in Leipzig jedoch nur die Ernst-Grube-Halle geräumt. Weitere Außerbetriebnahmen seien bislang nicht geplant, so Jana Klein Sprecherin der Landesdirektion.

Wie geht es weiter mit den Helfern?

Schon am Donnerstag, nach Bekanntwerden der Räumung, machte sich unter den Helfern Unmut breit. Besonders die Kommunikation des von Ulbig geführten Innenministeriums stieß auf Kritik. Wie es für die Betroffenen weitergehen würde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.

Johanniter-Regionalchef Keller erklärte, dass er gegenüber den Helfern noch keine verbindliche Aussage machen konnte. Er wies aber darauf hin, dass die Verträge der Mitarbeiter bis zum 31. März laufen. „Das sind unsere am besten eingearbeiteten Leute. Wir haben natürlich ein Interesse daran, sie zu halten.“ Die Organisation werde nun versuchen, ihre Helfer in anderen Objekten einzusetzen. Konkrete Zusagen seitens der Landesdirektion Sachsen gibt es jedoch bislang nicht.

Bis die Ernst-Grube-Halle wieder der Universität übergeben werden kann, sind noch einige Arbeiten nötig. So müssten zunächst temporäre Einbauten wie Trennwände sowie das Küchenzelt und die auf dem Vorplatz aufgestellten Container entfernt werden. „Die im Vorfeld von manchen befürchtete Totalsanierung wird aber nicht nötig. Das bewegt sich alles im Rahmen“, so Keller.

Von Johannes Angermann