Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Schon 2541 Klagen: Kita-Chaos kostet Leipzig Millionen
Leipzig Lokales Schon 2541 Klagen: Kita-Chaos kostet Leipzig Millionen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:18 05.09.2018
Glücklich die, die einen Kita-Platz gefunden haben. Quelle: picture alliance/dpa
Leipzig

Das Kita-Chaos wird immer schlimmer: Weil die Stadt auch fünf Jahre nach Einführung des Rechtsanspruchs auf Kinderbetreuung nicht genug Plätze anbietet, klagen immer mehr Eltern gegen die Kommune. Derzeit sind nach Aussagen des Sozialdezernats 2541 Verfahren anhängig, davon 1158 allein aus diesem Jahr. Und im Rathaus rechnet man mit einer „stetigen Steigerung der Verfahren“. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der SPD-Stadträtin Nicole Wohlfahrt hervor. Das heißt: Auch mit den aktuellen Kita-Bauvorhaben kann die Stadt die Engpässe in absehbarer Zeit nicht beseitigen. Allein von Juli 2017 bis 10. August dieses Jahres waren 1459 Verfahren dazugekommen. Zum Vergleich: 2016 gab es noch 375 Verfahren.

Die Eltern klagen in der Regel auf Bereitstellung eines Betreuungsplatzes, auf Kostenübernahme bei Inanspruchnahme einer privaten Kinderbetreuung oder auf Verdienstausfall, weil ein Erziehungsberechtigter wegen des fehlenden Kita-Platzes nicht arbeiten kann. Bei Ansprüchen auf Verdienstausfall hatte die Stadt laut Sozialdezernat bis Mitte August 105514,80 Euro aus der Stadtkasse zu zahlen. So hoch war die Selbstbeteiligung in diesen Versicherungsfällen. Insgesamt rechnet die Stadt mit Verfahrenskosten von durchschnittlich 1000 Euro pro Kind. Seit 2013 konnte der Anspruch für 1427 Kinder gerichtlich geltend gemacht werden. Heißt: 1,4 Millionen Euro hat das Kita-Chaos die Kommune schon gekostet.

Von Klaus Staeubert

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

„Das Lebendige Haus“ wird die alte Hauptpost am Leipziger Augustusplatz in Zukunft heißen. Tatsächlich regt sich in dem riesigen Gebäudeensemble nun immer mehr Leben. Und weitere Vermietungen sind soeben gelungen.

05.09.2018

Während in Plagwitz oder der Südvorstadt immer weniger Menschen Hartz IV beziehen, sind es in Grünau-Mitte oder Paunsdorf in den letzten Jahren mehr geworden. LVZ.de zeigt die Entwicklung auf einer interaktiven Karte.

04.09.2018

Die Leipziger Stadtwerke behalten von ihrem Jahresgewinn zehn Millionen Euro ein. Das weckt im Stadtrat Begehrlichkeiten.

04.09.2018