Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Schwerer Missbrauch: Gericht verurteilt Angeklagten in Abwesenheit
Leipzig Lokales Schwerer Missbrauch: Gericht verurteilt Angeklagten in Abwesenheit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:49 17.07.2019
Prozess gegen Majid Al-K. am Landgericht Leipzig. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Zum wiederholten Mal ist ein Angeklagter im Prozess um schweren sexuellen Missbrauch am Mittwoch im Landgericht Leipzig zusammengebrochen. Während der ersten Worte der Urteilsbegründung fiel der 48 Jahre alte Mann um und wurde in einen Haftraum des Gerichts gebracht, wo ihn alarmierte Rettungskräfte behandelten. Die dritte Strafkammer setzte die Urteilsverkündung daraufhin in seiner Abwesenheit fort. Sie ging davon aus, „dass er seine Verhandlungsunfähigkeit vortäuscht“, so der Vorsitzende Richter Norbert Göbel. Der Angeklagte habe seinen Stuhl noch beiseite geschoben und sich dann fallenlassen, hieß es.

„Keine medizinisch relevanten Befunde“

Schon vor einer Woche war der gebürtige Iraker Majid Al-K. während seines sogenannten letzten Wortes vom Stuhl gekippt und hatte zuvor seine Hose heruntergezogen. Daraufhin wurde ein Notarzt gerufen und der Angeklagte schließlich in die Uni-Klinik gebracht. „Bereits beim ersten Mal hat es keine medizinisch relevanten Befunde gegeben“, so Richter Göbel weiter.

Das Gericht verurteilte den verheirateten Angeklagten zu einer Strafe von fünf Jahren und zehn Monaten Haft. Es sprach ihn wegen 67 Fällen des schweren sexuellen Missbrauchs eines Jungen aus Syrien sowie der unerlaubten Drogenabgabe an das Kind schuldig. Das Opfer, ein unbegleiteter minderjähriger Flüchtling, war zu den Tatzeiten 12 bis 14 Jahre alt. Zwischen Sommer 2016 und Juli 2018 traf sich der gelernte Schweißer laut Urteil mit dem Jungen in einem Wäldchen am Kulkwitzer See oder in der Wohnung eines Bekannten in der Klingenstraße.

Angeklagter wollte Freispruch

Die Staatsanwaltschaft hatte sechseinhalb Jahre Haft gefordert, die Verteidigung hingegen Freispruch. Majid Al-K. wies alle Schuld von sich. Den Erkenntnissen der Anklagebehörde zufolge hatte er den Jungen für sexuelle Handlungen mit Drogen, Alkohol und Geld bezahlt.

Von Sabine Kreuz

Lokales Stadt hebt Versammlungsbescheid auf - Demo beendet – Poggenburg will wiederkommen

Wegen einer verschärften Gefahrenprognose hat die Stadt Leipzig ihren eigenen Versammlungsbescheid kassiert: Ex-AfD-Mann André Poggenburg und seine AdPM durften wieder nicht nach Connewitz. Am 14. August wollen sie es erneut versuchen.

17.07.2019

Große Trauer im Leipziger Zoo: Der kleine Schabrackentapir, der in der Nacht zum 8. Juli geboren worden war, ist tot.

17.07.2019

Die Gefahr einer Gewalteskalation sei zu hoch: Die Stadt Leipzig hat am Mittwoch kurzfristig entschieden, die Demo der Poggenburg-Partei AdPM erneut zu verlegen. Das sind die Gründe.

17.07.2019