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Lokales Poggenburg mobilisiert nur wenige Anhänger - Sechs Demos in Leipzig
Leipzig Lokales Poggenburg mobilisiert nur wenige Anhänger - Sechs Demos in Leipzig
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12:58 01.05.2019
André Poggenburg hat nur wenige Teilnehmer mobilisiert. Quelle: André Kempner
Leipzig

Großer Aufwand im Vorfeld, wenig Resonanz am Demonstrationstag: André Poggenburg, Chef der Partei „Aufbruch deutscher Patrioten Mitteldeutschland“ (AdPM), hat am 1. Mai nur wenige Anhänger mobilisiert. Gegen 10 Uhr fanden sich rund 30 Teilnehmer auf dem nördlichen Simsonplatz zu einer Kundgebung ein. "In Zeiten der Politikverdrossenheit bin ich über jenden Einzelnen froh, der heute hier ist", betonte Poggenburg, ehemaliger AfD-Chef in Sachsen-Anhalt. Für die Veranstaltung getrommelt hatten Legida, Pro Chemnitz und Pro NRW.

Ihnen standen mehrere Hundert Gegendemonstranten aus dem politisch linken Lager auf dem südlichen Abschnitt des Platzes gegenüber. Getrennt wurden beide Seiten von der Polizei und sogenannten Hamburger Gittern. Bis zum Ende gegen 11.15 Uhr blieb es auf der Freifläche vor dem Bundesverwaltungsgericht friedlich.

André Poggenburg konnte am 1. Mai nur wenige Anhänger mobilisieren.

Leipzigs Polizeipräsident Torsten Schultze machte sich vor Ort ein Bild vom Versammlungsgeschehen. "Wir haben genügend Kräfte im Einsatz und können bei Bedarf weitere Beamte hinzuziehen", erklärte er. Über Zahlen machte er keine Angaben. Laut Schultze war der Einsatz aber auf Vertrauen aufgebaut. Während der AdPM mit Gittern geschützt wurden, durften die Gegendemonstranten lediglich eine Linie nicht überschreiten. Vereinzelt wurde diese Anordnung während der Poggenburg-Rede nicht befolgt und Personen von der Polizei gestoppt. "Unsere Taktik ist aufgegangen", sagte Schultze abschließend.

Polizeipräsident Torsten Schultze (rechts) beobachtete das Versammlungsgeschehen. Quelle: André Kempner

Leipzig erlebt am Tag der Arbeit einen großen Demotag: Fünf Kundgebungen und ein Aufzug sollen am 1. Mai stattfinden. Poggenburg und die Anhänger seiner Partei durften allerdings nicht wie angekündigt im Leipziger Stadtteil Connewitz aufmarschieren. Das bestätigte die Stadt am Dienstag gegenüber LVZ.de. Sachsens AdPM-Landessprecher Egbert Ermer kündigte an, noch vor der Landtagswahl durch den alternativ geprägten Stadtteil im Süden Leipzigs laufen zu wollen. "Wir lassen keine No-Go-Area zu", betonte er auf dem Simsonplatz.

Und auch Poggenburg bekäftigte, sich weiter um eine Demonstration durch Connewitz bemühen zu wollen. "Notfalls werden wir unser Grundrecht einklagen", sagte er. Der Parteichef erhob am Tag der Arbeit zudem schwere Vorwürfe gegen die Gewerkschaften. Sie ständen nicht mehr für den kleinen Mann oder die kleine Frau ein. Deshalb müsste die Arbeitnehmervertretung reformiert oder abgeschafft werden. Am 1. Mai wolle er, so Poggenburg weiter, keine roten Nelken, sondern blaue Kornblumen sehen. Die blaue Kornblume ist das Symbol des AdPM. In den 1930er Jahren galt sie als Zeichen der österreichischen Nationalsozialisten.

Diese Kundgebungen finden am 1. Mai statt

9:30 bis 13:30 Uhr, südlicher Simsonplatz: Kundgebung „Solidarität statt Nationalismus“, angemeldet durch eine natürliche Person, 300 Teilnehmer

10 bis 13 Uhr, Simsonplatz: „Klartext zu sozialen und gesellschaftlichen Missständen am ‚Tag der Arbeit‘“, angemeldet durch die AdP, 300 Teilnehmer

10 bis 15 Uhr, Markt: „1. Mai 2019 - Europa jetzt aber richtig“, angemeldet durch den DGB, Region Leipzig-Nordsachsen, 3000 Teilnehmer

12:30 bis 18 Uhr, Rennbahnweg 2a: „Demonstration gegen den Aufgalopp 2019“, angemeldet durch eine natürliche Person, 50 Teilnehmer

15 bis 20 Uhr, Braustraße 15 bis Dufourstraße: „Rot in den Mai“, angemeldet durch „Die LINKE“, 150 Teilnehmer

Außerdem sind laut Stadt drei weitere Kundgebungen angemeldet worden: vom DGB auf dem Markt, von der Partei „Die Linke“ in der Braustraße und am Rennbahnweg eine „Demonstration gegen den Aufgalopp 2019“.

Zudem fand um 10.30 Uhr ein Aufzug unter dem Motto „1. Mai 2019 – Europa jetzt aber richtig“ statt. Startpunkt der ebenfalls vom DGB angemeldeten Demo war das Volkshaus auf der Karl-Liebknecht-Straße, Endpunkt der Markt. Dort findet die zentrale Kundgebung der Gewerkschaft statt.

Die Demoroute des DGB am 1. Mai

Der Aufzug unter dem Motto „1. Mai 2019 - Europa jetzt aber richtig“ soll von 9 bis 12 Uhr durch Leipzig ziehen. Angemeldet hatten die Veranstalter vom DGB, Region Leipzig-Nordsachsen, etwa 2000 Teilnehmer.

Die Demo beginnt am Volkshaus in der Karl-Liebknecht-Straße, anschließend führt die Route über den Peterssteinweg zum Wilhelm-Leuschner-Platz, über den Außenring des Roßplatz’ zum Augustusplatz, dem Georgiring und dem Willy-Brandt-Platz. Von dort aus will die Gruppe über die Straßen Am Hallischen Tor, Brühl und Katharinenstraße zum Markt laufen, wo der Aufzug endet.

Die Polizei sichert das gesamte Demonstrationsgeschehen am Mittwoch mit einem Großaufgebot ab.

Bereits im Vorfeld hatte vor allem die vom AdPM angekündigte Veranstaltung für großes Aufsehen gesorgt. Parteigründer Poggenburg war am Montag in einem Kooperationsgespräch mit der Ordnungsbehörde über die Verlegung der Veranstaltung von Connewitz ins Zentrum informiert worden.

Poggenburg wollte nach Connewitz

Poggenburg wollte ursprünglich im Leipziger Süden von der Brandstraße aus über die Selnecker- in die Wolfgang-Heinze-Straße und wieder zurück laufen. Dort waren allerdings von vier weiteren Anmeldern im Umfeld schon Veranstaltungen angekündigt worden. Zuvorderst vom Verein Linxxnet – dieser hat seine Veranstaltung in Connewitz aber ebenfalls abgesagt und lud nun zum Gegenprotest auf dem Simsonplatz ein.

Sabine Kreuz/Matthias Roth

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