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Lokales Sexismus-Vorwürfe gegen Leipziger Club: Team sucht das persönliche Gespräch
Leipzig Lokales Sexismus-Vorwürfe gegen Leipziger Club: Team sucht das persönliche Gespräch
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17:27 01.07.2019
Beliebter Szene-Ort: Das Ilses Erika hat einen Biergarten und einen Veranstaltungskeller. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Auf der Facebook-Seite von Ilses Erika wechseln sich die Emotionen ab. Seit durch den offenen Brief auf der Website des Tresengeschichten-Kollektiv Sexismus im beliebten Club im Leipziger Süden kritisiert worden war, teilen sich Beschwichtiger und Anheizer die Kommentarfunktion. Das Ilse-Team versucht zu moderieren. Den Anlass gab die Stellungnahme mehrerer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihren Job kündigten.

Offener Brief

Sowohl von Gästen als auch von Angestellten seien sie Opfer von Sexismus geworden, heißt es in dem Schreiben. Auf Initiative der Betroffenen habe Inhaber Jörn Drewes Maßnahmen versprochen, um das Tresenpersonal vor übergriffigem Verhalten zu schützen. Dem Vorwurf, das sei nicht umgesetzt worden, widerspricht Drewes, möchte die sensible Diskussion darüber aber nicht über die Medien, sondern persönlich führen.

Ilse-Team arbeitet mit Awareness zusammen

Einer der Auslöser sei laut offenem Brief ein Vorfall Mitte Juni gewesen. Ein Mitglied des Tresenpersonals habe darum gebeten, einen Gast des Clubs zu verweisen, der es im Jahr zuvor an einem privaten Ort sexuell missbraucht haben soll. Doch das Türpersonal habe nicht reagiert. Auf seiner Facebook-Seite verurteilt das Ilse-Team „jedwede Art von diskriminierendem Verhalten in unserem Club und Biergarten“ und betont, die Schilderungen sehr ernst zu nehmen. Künftig will man enger mit der neuen Awareness Initiative Leipzig zusammenarbeiten, das sich um Antidiskriminierungs-, Antisexismus- und Präventionsarbeit kümmert. Hinweise auf Awareness hängen bereits seit Februar im Club..

„Niemand hat vorher Kritik geübt“

Über Facebook informiert der Club außerdem, bislang auf Nachfrage nur von zwei Mitarbeitern Feedback erhalten zu haben. Weil vorher niemand Kritik geübt habe, sei der Club „von der Kündigung der sieben Leute (acht sind falsch) ebenso überrascht“. Drewes und sein Team suchen das persönliche Gespräch und betonen sicherstellen zu wollen, „dass jegliche Art von sexistischem, rassistischem oder anderen diskriminierendem Verhalten geahndet wird“. Und dass der Fokus wieder auf das gerichtet wird, was die Ilse ausmacht. Apropos: Auf der Sommerbühne im Biergarten spielt am Donnerstag Almost Charlie – Acoustic Folk Pop mit beatlesken Anleihen. Thematisiert werden laut Bandinfo auch menschliche Befindlichkeiten.

Von Mark Daniel

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