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Sicherer Schulweg: Messestadt-Verkehrswacht blickt dem Schulstart in Leipzig optimistisch entgegen

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08:06 28.08.2020
Erstklässler sollten das Verhalten auf dem Schulweg und das richtige Überqueren einer Straße unbedingt vorab einüben. Quelle: Foto: Patrick Pleul/dpa
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Leipzig

Nur noch wenige Tage, dann startet das neue Schuljahr. Für zahlreiche Kinder ist es das erste. Wie sie alle sicher zur Schule kommen, darüber machen sich nicht allein ihre Eltern Gedanken. Wie in jedem Jahr setzt sich auch die Messestadt-Verkehrswacht Leipzig für die Sicherheit der Kinder ein.

6500 Schulwegmappen mit Elterbriefen und Schulwegplänen, signalroter Sicherheitskappe mit Reflektorstreifen, reflektierenden Schnappbändern und Fahrrad-Übungsheften wurden gepackt und in den vergangenen Tagen an die Schulen ausgeliefert. Die Kinder werden sie am Tag ihrer Einschulung auf ihren Tischen finden. Gleichzeitig wird auf Aufkleber an Ampeln („Bei Rot stehen, bei Grün gehen“) und Fahrzeugen des öffentlichen Nahverkehrs sowie Spannbänder an Schulen („Achtung Schulanfänger!“) gesetzt. Die Polizei führt noch bis 30. September verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durch.

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Und auch wenn die Corona-Pandemie die Vorbereitung erschwert hat, blickt Andreas Retsch, Vorsitzender des Vereins Messestadt-Verkehrswacht Leipzig, den nächsten Wochen zuversichtlich entgegen: „So eine Situation wie in diesem Jahr, dass alle so unter Spannung stehen, habe ich noch nicht erlebt. Das ist eine völlig neue Situation, mit der alle umgehen müssen. Und doch bin ich zuversichtlich.“

Denn auch wenn die Zwangspause einschneidend war, zuvor gab es bereits Vorbereitungen auf den Schulstart. „Als die Beschränkungen gelockert wurden, haben wir außerdem auf Nachfrage einzelne Veranstaltungen in Kitas gemacht“, erzählt Retsch. Grund zur Sorge sieht er daher nicht. Nur eines möchte er betonen: „die Vorbildfunktion. Wenn alle mitmachen, ist schon viel gewonnen“.

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Übung macht den Meister

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) etwa appelliert an die Eltern, ihre Kinder durch regelmäßiges Training vorzubereiten und warnt vor den Gefahren der sogenannten Elterntaxis. „Um etwas Neues zu beherrschen, braucht es Training“, so Helmut Büschke, Vorstandmitglied für Verkehr und Technik des ADAC Sachsen. „Wer seine Kinder sicher auf dem Schulweg wissen möchte, sollte diesen vorher ein paar Mal gemeinsam mit seinen Kindern ablaufen und mögliche Gefahren erklären.

Um ebendiese Gefahren auf dem Schulweg besser zu erkennen, sollte man sich als Erwachsener die Welt auch mal aus der Perspektive der Kinder anschauen – also mal in die Hocke gehen und schauen, welchen Überblick man zum Beispiel zwischen geparkten Autos eigentlich hat.“

Gefahrenquelle Elterntaxi

„Wenn Eltern ihr Kind per Auto in die Schule bringen, ist das eine gut gemeinte Absicht. Sie möchten sichergehen, dass die Liebsten gesund am Ziel ankommen und doch ist der elterliche Bring-Service eine Gefahr“, warnt Helmut Büschke. „Wir beobachten mit Sorge, dass viele Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden und dadurch gefährliche Situationen vor den Schulen entstehen“, sagt auch der Bundesvorsitzende des Verband Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann. Hektisch geparkte Autos erzeugen demnach insbesondere für Kinder unübersichtliche Situationen.

Der ADAC rät Eltern dazu, ihr Kind nur in Ausnahmefällen mit dem Auto zu bringen und wenn doch, dann auf der gleichen Fahrbahnseite der Schule zu halten. Am besten sollten Eltern in einiger Entfernung zur Schule halten und das Schulkind den Rest des Weges zu Fuß gehen lassen. Damit ließe sich das Verkehrschaos vor der Schule umgehen.

Alternative Bus und Bahn

Die öffentlichen Verkehrsmittel und der Schulbus sind sehr sichere Verkehrsmittel, wie der jüngste ADAC-Schulbustest gezeigt hat. Gefahren lauern vor allem vor und nach der Fahrt, besonders beim Überqueren der Fahrbahn unmittelbar vor oder hinter dem Bus. Hier werden Kinder sehr leicht übersehen. Büschke erklärt: „Wenn die öffentlichen Verkehrsmittel auch sehr sicher sind, sollte die Benutzung vorher geübt werden. Kinder müssen zum Beispiel verstehen, dass es wichtig ist, sich während der Fahrt hinzusetzen oder zumindest sehr gut festzuhalten.“

Das Deutsche Kinderhilfswerk, der ökologische Verkehrsclub VCD und der Verband Bildung und Erziehung rufen vom 21. September bis 2. Oktober Schulen und Kindertageseinrichtungen in ganz Deutschland zur Teilnahme an den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ auf. Anmeldungen sind unter www.zu-fuss-zur-schule.de möglich.

Sicherer Schulweg – eine Gemeinschaftsaufgabe

Laufgemeinschaften bilden

Kinder, die mit Freunden den Schulweg zurücklegen, lernen ganz nebenbei, auf andere aufzupassen. Ihr soziales Verhalten wird gefördert und sie können dabei mit Freunden reden und spielen.

Rücksicht im Straßenverkehr

„Wir brauchen mehr Rücksicht gegenüber Kindern“, betonen das Deutsche Kinderhilfswerk, der ökologische Verkehrsclub VCD und der Verband Bildung und Erziehung. Gerade kleine Kinder seien auf eine rücksichtsvolle Fahrweise des motorisierten Straßenverkehrs angewiesen.

Das können Lehrkräfte und Erzieher leisten

Was hält den Rücken gesund, wie weit ist der morgendliche Fußweg, wie lang der Bremsweg eines Autos – diese und andere Fragen rund um das Zufußgehen lassen sich spielerisch in den Unterricht, in Projektwochen oder in die Freizeitgestaltung integrieren. Auch in der Kita können diese Themen spielerisch eingebunden werden.

Von Patricia Liebling