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Lokales Sicherer Schulweg in Leipzig: Elterntaxis verschlimmern die Lage
Leipzig Lokales Sicherer Schulweg in Leipzig: Elterntaxis verschlimmern die Lage
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15:40 03.08.2019
Viele kleinere Kinder gehen nicht mehr zu Fuß zur Schule, sondern werden von ihren Eltern mit dem Auto gebracht. Experten sehen darin neue Probleme.
Viele kleinere Kinder gehen nicht mehr zu Fuß zur Schule, sondern werden von ihren Eltern mit dem Auto gebracht. Experten sehen darin neue Probleme. Quelle: dpa
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Leipzig

Gefahren im Straßenverkehr insbesondere für Schulkinder – aus Sicht der Messestadt-Verkehrswacht ist das vor allem ein hausgemachtes Problem. „Allein schon die Parkplatzsituation in Leipzig macht es den Kindern nur schwer möglich, sicher in die Straße einzusehen“, legt Geschäftsführerin Grit Blümle den Finger in die Wunde. „Ein großes Problem ist, dass viele Autofahrer bis an den letzten Meter im Kreuzungsbereich parken, zum Teil werden sogar Areale um Haltestellen und auch Radwege einfach zugeparkt.“

Nach Einschätzung der Expertin wird es Kindern nicht selten nahezu unmöglich gemacht, sich richtig im Straßenverkehr zu verhalten. So sollen die Mädchen und Jungen an Straßen mit geparkten Autos langsam und vorsichtig nach vorn gehen, schauen, ob die Fahrbahn frei ist, schildert Blümle. „Aber wenn dann auch die zweite Reihe zugeparkt ist, ist die Sicherheit nicht mehr gegeben.“

Stress am Morgen

Um gerade vor den Schulen das Problem mit vielen parkenden und haltenden Autos zu mildern, empfiehlt die Messestadt-Verkehrswacht den Eltern, ihren Nachwuchs schon eine Querstraße vorher mit dem Auto abzusetzen, wenn es schon keine andere Möglichkeit für den Schulweg gibt. Dabei tragen die „Elterntaxis“ offenbar selbst zur verschärften Situation bei. „Das hat sich tatsächlich in den vergangenen Jahren so entwickelt: Immer mehr Kinder werden von ihren Eltern mit dem Auto zum Unterricht gebracht“, so Blümle. „Und gerade die Bringe-Situation ist ein Schwerpunkt morgens – vor allem auch deshalb, weil viele auf den letzten Pfiff losfahren und im Stress sind.“

Dabei gebe es keine Unterschiede zwischen eher zentrumsnahen Schulen mit viel Autoverkehr und jenen in Randbereichen. „Straßen sind überall ein Gefahrenpunkt“, stellt Blümle klar. Das bestätigt auch die Polizeidirektion auf LVZ-Anfrage: Es seien keine Unfallschwerpunkte bekannt, die im konkreten Zusammenhang mit Schülerverkehr stehen und somit auch keine Straßen, Wohngegenden oder Umfelder von bestimmten Schulen, die als Gefahrenstellen besonders herausstechen, so Behördensprecher Uwe Voigt.

Von Frank Döring