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Lokales Sicherheitskonferenz Leipzig berät über Umgang mit Graffiti
Leipzig Lokales Sicherheitskonferenz Leipzig berät über Umgang mit Graffiti
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19:05 02.11.2018
Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal brachte im Juni 2017 das erste Graffiti unter der Antonienbrücke an. Bislang ist es die einzige legale Spray-Fläche, welche die Stadt Leipzig Graffiti-Künstlern bereitstellt. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Trotz legaler Graffitiflächen gibt es in Leipzig weiterhin zahlreiche Schmierereien, die Eigentümer und Anwohner verärgern. Etwa an Gebäuden, Lärmschutzwänden, Zügen oder Straßenbahnen. Dennoch hält die Stadtverwaltung und der Kommunale Präventionsrat Leipzig (KPR) an Angeboten für Kinder und Jugendliche fest.

Legale Graffitiwände seien ein „wichtiges, aber kein alleiniges Mittel, Graffiti zu begegnen“, fasste Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) am Freitag die Ergebnisse der 39. Sicherheitskonferenz des KPR zusammen, die sich mit dem Thema beschäftigte. „Es gibt eine steigende Anzahl von Sachbeschädigungen durch Graffiti“, berichtete Rosenthal. Die Aufklärungsquote der Straftaten, die im Vorjahr bei knapp 19 Prozent lag, müsse verbessert werden, etwa durch technische Hilfsmittel für die Polizei.

Von der Präventionsarbeit erhofft sich Rosenthal gleichzeitig einen Austausch mit Sprayern, anstelle eines Katz- und Maus-Spiels. Damit es in Leipzig längerfristig weniger ungebetene Graffiti gibt, sei allerdings ein „langer Atem“ nötig.

Prävention statt Repressionen gegen Sprayer

Nach Jahren der Repressionen gegen Sprayer schlug der KPR 2013 bei der 30. Sicherheitskonferenz vor, Graffiti vorbeugend zu begegnen. Eine entsprechende Koordinierungsstelle Graffiti wurde vor drei Jahren in der Stadtverwaltung geschaffen. Die beratende und vernetzende Arbeit werteten nun etwa 60 Teilnehmer aus Behörden, Verbänden und anderen Städten bei der Sicherheitskonferenz aus.

So bietet seit Juni 2017 etwa eine legale Graffiti-Wand unter der Antonienbrücke Platz für kreative Gestaltung. Auch Spraydosen können vor Ort entsorgt werden. Die sogenannte „Wall of Fame“ ist bislang das einzige Projekt im öffentlichen Raum in der Messestadt – „leider“, findet Rosenthal. Am Bürgerpark Paunsdorf könnte womöglich eine weitere Freifläche entstehen. Außerdem stellen Privateigentümer oder die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH (LWB) Wände für die legale Verzierung zur Verfügung.

Graffiti-Entfernung kostet Stadt jährlich 300.000 Euro

300.000 Euro gibt die Stadt jährlich für die Entfernung illegaler Graffiti aus. „Das Geld wird uneingeschränkt gebraucht“, berichtete Rosenthal. Die DB Regio Südost hat zwischen Januar und Oktober diesen Jahres rund 600.000 Euro aufgewendet, um Schmierereien an den Zügen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen entfernen zu lassen. Dabei seien besonders S-Bahnen rund um Leipzig häufig Zielflächen für illegale Graffitikünstler.

Gerade der Bahn kommen die Schmierereien teuer zu stehen, denn sie muss an den Auftraggeber – in Leipzig der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) – Strafe für den Einsatz beschmierter Züge zahlen. Rosenthal sagte, dass die Akteure im Anschluss an die Sicherheitskonferenz prüfen wollen, ob die Mittel stattdessen gezielt in die Prävention fließen können. Legale Graffitiflächen an Fahrzeugen gebe es bisher etwa noch nicht.

Sachbeschädigung durch Graffiti in Leipzig

Zwischen Januar und September 2018 wurden in Leipzig nach Angaben der Polizei knapp 1900 Graffiti angezeigt. Sie machen rund drei Prozent der Gesamtstraftaten aus.

Im Vorjahr wurden insgesamt rund 2650 Graffiti angezeigt. Knapp 500 der Fälle wurden von der Polizei aufgeklärt, das entspricht knapp 19 Prozent. Rund 230 illegale Sprayer wurden 2017 von den Beamten ermittelt.

Besonders viele Schmierereien wurden im Vorjahr im Stadtteil Connewitz (282) gemeldet. 216 Graffiti in der Südvorstadt wurden angezeigt, 155 in Plagwitz, 127 in Altlindenau und 122 in Lindenau.

Von Theresa Held

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