Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Sieben Menschen in Leipzig mit West-Nil-Virus infiziert
Leipzig Lokales

Sieben Menschen in Leipzig mit West-Nil-Virus infiziert

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:33 10.09.2020
Eine Mücke saugt Blut aus dem Arm eines Mannes. In Leipzig ist bei sieben Menschen das West-Nil-Virus nachgewiesen worden. (Symbolbild) Quelle: Patrick Pleul/dpa
Anzeige
Leipzig/Berlin

In Deutschland haben sich weitere Menschen mit dem von Mücken verbreiteten West-Nil-Virus infiziert. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag berichtete, ist bei sieben Betroffenen in Leipzig der Nachweis geführt worden, nachdem sie Symptome einer Erkrankung gezeigt hätten. Bei je einer Person aus Berlin und Meißen sei die Infektion beim Test von Blut- oder Plasmaspenden entdeckt worden. Sowohl in Leipzig wie in Berlin gibt es den Angaben zufolge weitere Verdachtsfälle. Am 3. September hatte das RKI die ersten vier Fälle des Jahres gemeldet.

Wie es weiter hieß, habe unter den Betroffenen ein 76-jähriger Mann eine Enzephalitis entwickelt, zwei weitere Patienten - eine 32-jährige Frau und 85-jähriger Mann - eine Meningitis. Beides sind entzündliche Erkrankungen des Gehirns. Die Ermittlungen zum Beginn der Erkrankung und dem genauen Infektionsort der Patienten laufen noch.

Anzeige

Ansteckung wohl in Deutschland erfolgt

Keiner der Betroffenen habe von einer Reise berichtet, so dass von in Deutschland erworbenen Infektionen ausgegangen werde. Zudem werde erwartet, dass es vor allem in Leipzig, aber auch in den anderen betroffenen Regionen im August wahrscheinlich zu weiteren Infektionen gekommen ist, wo es jedoch zu keinen oder keinen schwerwiegenden Symptomen gekommen sei.

Das West-Nil-Virus unter dem Elektronenmikroskop. (Archivbild) Quelle: Cynthia Goldsmith/CENTERS FOR DISEASE CONTROL/EPA/dpa

Das West-Nil-Virus ist ein aus Afrika stammender Erreger. Infizierte Mücken können neben Vögeln auch Säugetiere - vor allem Pferde - und den Menschen anstecken. Vor allem in Südeuropa gibt es seit einigen Jahren solche Fälle. Einen Impfstoff für Menschen gibt es bisher nicht. Häufig verläuft eine Infektion ohne Symptome. Wenn Erkrankungen auftreten, sind diese oft mit grippeähnlichen Erscheinungen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Erbrechen verbunden.

2019 erstmals Erkrankung diagnostiziert

2019 gab es in Ostdeutschland erstmals fünf diagnostizierte Infektionen beim Menschen, die vermutlich auf eine Übertragung im Inland zurückgingen - in Berlin, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Das RKI hält Ansteckungen in Deutschland dauerhaft für möglich.

Da die Krankheit in Deutschland noch weitgehend unbekannt ist, kann es sein, dass Ärzte bei den Symptomen nicht auf eine mögliche Infektion mit dem West-Nil-Virus (WNV) schließen und daher auch keinen Test veranlassen.

Lesen Sie auch: Drei Flamingos im Leipziger Zoo fallen West-Nil-Virus zum Opfer

Von dpa/LVZ

Amtsverlängerung von Kanzlerin Rother - Streit an der HTWK Leipzig eskaliert
10.09.2020
11.09.2020